SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert wegen Corona Luftfilteranlagen für jeden Klassenraum

SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert wegen Corona Luftfilteranlagen für jeden Klassenraum

SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert wegen Corona Luftfilteranlagen für jeden Klassenraum

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat Bund und Länder aufgefordert, kurzfristig für jeden Klassenraum in allen deutschen Schulen eine mobile Luftfilteranlage anzuschaffen. „Wenn wir verhindern wollen, dass sich die Schulkinder im Winter alle mit dem Coronavirus infizieren, brauchen wir in jedem Klassenraum einen mobilen Luftfilter“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Eine Luftfilteranlage kostet pro Schüler maximal 100 Euro. Das sollten uns die Kinder wert sein. Betriebe in der Corona-Krise hat der Staat sogar wöchentlich mit einem Vielfachen dieser Summe unterstützt“, sagte der Virologe Lauterbach. Insgesamt würden die Luftfilteranlagen für die Schulen nicht mehr als einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Das Geld könne vom Bund kommen, so Lauterbach. In den Wintermonaten sei das ausreichende und regelmäßige Lüften der Klassenräume nicht möglich. Zudem würde auch das dauerhafte Maskentragen die Schüler in der trockeneren Winterluft nicht effektiv vor Infektionen schützen. „Deshalb appelliere ich an die Ministerpräsidenten der Länder, die Anschaffung der Luftfilteranlagen noch im September rasch zu beschließen“, sagte Lauterbach. Die Produktion könne in Deutschland stattfinden. Sie dauere jedoch mehrere Monate, weshalb die Entscheidung jetzt getroffen werden müsse, damit sie im Winter zur Verfügung stehen.

NRW-Landesregierung will Luftfilter gegen Coronavirus fördern

Die NRW-Landesregierung will der Corona-Pandemie künftig noch stärker mit technischen Lösungen begegnen. „Wir wollen eine Innovationsklausel in die Corona-Schutzverordnung aufnehmen, weil wir überzeugt sind, dass sich die Pandemie nachhaltig besser durch einen Wettbewerb um kluge Lösungen als um strengste Verbote bewältigen lässt“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.

So könnten in der Gastronomie oder im Einzelhandel innovative Luftfilter installiert werden. „Damit könnten wir gerade im Herbst und Winter neue Möglichkeiten für die Branchen schaffen, ohne dass die Gesundheitsrisiken steigen“, sagt Andreas Pinkwart der „Rheinischen Post“: “Solche Verbesserungen wollen wir in Nordrhein-Westfalen möglich machen und fördern.“

Eine zentrale Rolle spielt dabei aus Sicht des Ministers auch die Corona-Warn-App, die im Auftrag der Bundesregierung entwickelt wurde. Laut Robert-Koch-Institut wurde die App bis Anfang September rund 17,8 Millionen Mal heruntergeladen. “Das ist ein guter Anfang, aber wir müssen das Instrument weiterentwickeln“, fordert Andreas Pinkwart: “Im nächsten Schritt muss es darum gehen, die App europäisch zu vernetzen oder sogar zu einer europäischen Lösung zu kommen.“ Die Grenzübertritte beträfen ja nicht nur Touristen, sondern auch viele Unternehmen, die Mitarbeiter auf Geschäftsreisen schickten.¹

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus im ersten deutschen Corona-„Hotspot“ Heinsberg geht auf eine bei der Karnevalssitzung in Gangelt verwendete Umluftanlage zurück. Das erklärte der Virologe Prof. Hendrik Streeck im Rahmen der Jubiläumssendung exklusiv bei stern TV. „Wir sehen einen Zusammenhang zu den Lüftungsanlagen. Wer also näher an einer Zuluft-Anlage gesessen hat, der hat sich eher infiziert als jemand, der bei der Abluft gesessen hat“, so der 43-Jährige. Und weiter: „In solchen Fällen, wo viele Menschen aufeinandertreffen, gemeinsam feiern und schlechte Luft herrscht, spielen Aerosole wirklich eine Rolle.“

Fast 44 Prozent aller Anwesenden hätten sich auf diese Weise infiziert – etwa 300 Menschen im Publikum und weitere 150 Menschen aus Künstler- und Personalkreisen. Infolge der Sitzung am 15. Februar hatte sich die Region schnell zu einer Art Epizentrum der Covid-19-Pandemie in Deutschland entwickelt – ab dem 6. März führte das Robert-Koch-Institut den Kreis Heinsberg als „besonders betroffenes Gebiet“.

Seit Ende März leitet Hendrik Streeck die sogenannte Heinsberg-Studie, die mittels massenhafter Testung repräsentative Daten und damit Handlungsempfehlungen für die Pandemie liefern soll. Im Vorfeld der stern TV-Jubiläumssendung hatte das von Streeck geleitete Institut für Virologe des Universitätsklinikums Bonn das Hygienekonzept für die Live-Show erarbeitet, bei der auch 60 Zuschauer aus Heinsberg im Publikum saßen. Sämtliche an der Sendung beteiligten Personen hatten sich im Vorfeld einem Corona-Test unterziehen müssen.

¹Rheinische Post ² stern TV

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