Studie zeigt Defizite in der Krankenhaushygiene

400.000 bis 600.000 Patienten infizieren sich im Krankenhaus

Jährlich erkranken laut Bundesgesundheitsministerium in Deutschland zwischen 400.000 bis 600.000 Patienten an Infektionen in Krankenhäusern. Wird nicht richtig desinfiziert und gereinigt, werden Keime über Haut- und Händekontaktflächen übertragen. Das betrifft Türklinken, Lichtschalter, Fenstergriffe und Griffbereiche von Nachtschrank und Krankenbett. Berührt werden diese Oberflächen von Patienten, Ärzten, dem Pflegepersonal und Besuchern. Die Übertragung von Keimen erhöht das Risiko einer im Krankenhaus erworbenen Infektion für den Patienten.

Wie sauber diese Haut- und Händekontaktflächen tatsächlich sind, zeigt eine bundesweite Langzeitstudie, die von Dezember 2012 bis Mai 2015 in 78 Krankenhäusern durchgeführt wurde. Das Resultat der Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen im Patientenumfeld wurde durch strukturierte Beobachtung von 234 Reinigungskräften erfasst. Mithilfe eines speziellen Messverfahrens wurden über 3.600 Messungen vorgenommen.

Das Ergebnis: Lediglich 28 Prozent der desinfizierenden Oberflächenreinigung im Krankenhaus wird regelkonform und wirksam durchgeführt. Wirtschaftlich gesehen erhalten die Kliniken durch strukturelle Mängel für einen Euro, den sie in die Hygiene im Patientenumfeld investieren, nur 28 Cent effektive Reinigungsleistung zurück. Vorhandene Ressourcen werden falsch eingesetzt.

Grund sind laut Studie des Beratungsunternehmens HYSYST verbesserungswürdige Organisations- und Kommunikationsstrukturen. Dazu zählen auch ein mangelndes Verständnis der Beteiligten für abteilungsübergreifende Verantwortung und Arbeitsteilung. Dieses betrifft die Abteilungen Hygiene, Reinigungsdienstleistung und Pflege.

In 60 von 78 Krankenhäusern wurden standardisierte Prozesse sowie eine Prozessvalidierung und neue Kommunikationsstrukturen der Reinigungsdienstleistung eingeführt. Ergebnis ist, dass nach der Einführung 92 Prozent der Oberflächen nachweislich messbar desinfizierend gereinigt wurden. Erreicht wird dieses durch eine Ist- und Risikoanalyse, welche die gesamten Strukturen analysiert.
Mit der Einführung von Prozessstandards werden abteilungsübergreifend die Verantwortlichkeiten für Reinigung und Hygiene sowie die Prozesse neu geregelt, kommuniziert und sichergestellt. So werden Hygienelücken geschlossen, die eine nachhaltig wirksame Oberflächendesinfektion und die tatsächliche Umsetzung des Krankenhaus-Hygieneplanes gewährleisten. HYSYST® Deutschland GmbH & Co. KG Thomas Meyer, Ulrich Kröcker und Ulrich Schulschenk www.hysyst.com / Textpublik Dr. Susan Tuchel www.textpublik.de

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