Klitschko hält sich nicht für einen Langweiler

Die Rache des Champions

Klitschko hält sich nicht für einen Langweiler

Tyson Fury hat eine Box-Sensation geschafft: Der 27-jährige Brite hat beim Kampf in Düsseldorf Weltmeister Wladimir Klitschko alle WM-Titel abgenommen und die langjährige Dominanz des Ukrainers beendet. Der 39-Jährige Klitschko gestand, „kein Rezept“ gegen Fury gehabt zu haben. Der neue Champ sprach vom Beginn einer neuen Ära im Boxen.

„Mein Traum ist wahr geworden. Ich habe sehr hart darauf hingearbeitet. Ich kann es einfach nicht fassen, dass ich Wladimir besiegt habe“, sagte Fury nach Angaben des Portals Fightnews.com. Er bedankte sich bei Klitschko, gegen ihn geboxt haben zu dürfen. „Du bist ein großer Champion, doch heute hat eine neue Ära begonnen.“

Für Wladimir Klitschko war es die erste Niederlage seit elf Jahren. „Ich war sehr gut vorbereitet, doch Tyson war sehr schnell und energisch“, sagte der Ukrainer, der die Gürtel der WBA, IBF und WBO verloren hat. „Ich fühlte, dass es mir an Geschwindigkeit fehlt, und ich konnte nicht die Distanz finden. Ich wusste, dass ich verliere, doch hatte ich kein Rezept. Ich hoffe auf einen Rückkampf.“ Sputnik Deutschland

Wer jemals das Vergnügen hat, Gast einer Party in den USA zu sein, der möge sich mal den Spaß machen und nach dem Namen Klitschko fragen. Er wird reihum Kopfschütteln ernten. Klitschko? Nie gehört! Weder von Wladimir noch von Vitali. In Amerika, im Mekka des Boxsports, dort, wo die Mega-Gagen aufgerufen werden und globale Aufmerksamkeit produziert wird, sind die Klitschkos nahezu unbekannt. Und die paar Experten, denen Wladimir Klitschko doch etwas sagt, halten ihn für einen Langweiler, Quotenkiller oder ein Weichei.

In beliebiger Reihenfolge. Gut, Klitschko kann ja nichts dafür, dass die Schwergewichtsszene in Übersee siecht. Er profitiert zudem von einer Sonderkonjunktur des Boxens, die vor allem RTL hierzulande seit fast einem Vierteljahrhundert am Köcheln hält. Es begann nach der Wende mit dem gesamtdeutschen Phänomen Henry Maske und setzte sich mit den sportlich eingebürgerten Ukrainern, sozusagen zwei Deutschen der Herzen, nahtlos fort. Für RTL kommt die sensationelle Klitschko-Pleite eigentlich wie gerufen.

Der angepeilte Rückkampf verheißt Top-Quoten. Hier schon mal ein Vorschlag für den Slogan, um den Hype anzuheizen: „Die Rache des Champions!“ Die sportlich oftmals fragwürdige, aber stets angemessen unterhaltsame Show geht weiter. Aber Wladimir Klitschko ist 39. Sein Karriere-Ende ist absehbar. RTL muss um die Quoten besorgt sein. Dem Boxen droht hierzulande ein ähnliches Schicksal wie der Formel 1. Die interessiert in Amerika übrigens ebenfalls kaum einen. Heinz Gläser Mittelbayerische Zeitung

Klitschko hält sich nicht für einen Langweiler

Wladimir Klitschko kann nichts mit Vorwürfen anfangen, er sei ein Langweiler. „Ich habe in Düsseldorf zum siebten Mal in einem großen Stadion gekämpft. Wieder warne auch diesmal fast 50.000 Fans dabei. Meine Kämpfe wurden in 150 Länder übertragen, alleine bei RTL sahen Millionen Zuschauer zu“, sagte der Box-Weltmeister im Schwergewicht der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „So langweilig kann ich also nicht sein.

Aber ich werde auch nicht verhindern können, wenn es zu solchen Diskussionen kommt.“ Der 39-Jährige findet allerdings, dass seine nachdenkliche Art ihm schon oft im Ring Nachtteile beschert hat. „Es ist ja nichts Schlechtes, sich über Dinge Gedanken zu machen und nicht einfach loszumarschieren. Im Ring kann das allerdings durchaus ein Nachteil sein“, sagte Klitschko vor seinem Kampf am Samstag gegen den Engländer Tyson Fury. „Ich bin von meinem früheren Trainer Emanuel Steward oft dafür kritisiert worden. Wenn du eine Sekunde zögerst, kann es sein, dass du den Moment verpasst. Es kann eine ganze Weile dauern, bis sich wieder eine Chance bietet, für einen geeigneten Angriff. Da ist dann Geduld gefragt.“ Rheinische Post

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Eine Antwort auf "Klitschko hält sich nicht für einen Langweiler"

  1. Tja...   Montag, 30. November 2015, 12:19 um 12:19

    Da hat Klitschko bewiesen, dass er nicht bereit ist, sich in unsere Leistungsgesellschaft zu integrieren…

    Wir benötigen Fachkräfte, keine Ungelernten… Kommt er nicht aus einem sicheren Herkunftsland?

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