BA-Chef befürwortet gezielte Zuwanderung als „kluge Strategie“

Mit Zuwanderung punkten - Warum gerade Deutschland?

BA-Chef befürwortet gezielte Zuwanderung als „kluge Strategie“

Die SPD ist in Sachen Zuwanderungsgesetz vorgeprescht. Sie will mit einem Punktesystem nach kanadischem Vorbild qualifizierte Einwanderer nach Deutschland locken. Teile der Union halten von dem Vorschlag nichts. Klar ist, dass aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft ein Fachkräftemangel droht, der durch Zuwanderung ausgeglichen werden könnte. Braucht Deutschland ein Zuwanderungsgesetz? Wie kann es gelingen, dass genau diejenigen nach Deutschland kommen, die auf dem Arbeitsmarkt gesucht werden? Was macht Deutschland für Zuwanderer attraktiv?

Zuwanderung Asyl Migranten

„Migranten sind sehr wichtig“ – Weise: 2030 in Deutschland über drei Millionen weniger Arbeitskräfte zu erwarten

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat in der aktuellen Debatte um Migration eine gezielte Zuwanderung als „kluge Strategie“ befürwortet. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) betonte Weise, Migranten seien „sehr wichtig“. Arbeitsmarktforscher rechneten damit, dass Deutschland 2030 über drei Millionen weniger Arbeitskräfte verfüge als heute. „Da die Zahl junger Menschen sinkt, die in den Arbeitsmarkt gehen, können auch Zuwanderer helfen, diese demographische Lücke zu schließen“, erklärte der BA-Chef. Menschen, die es auf sich nähmen, ihre Heimat und ihre Familie zu verlassen, zeigten Kraft und Einsatz. „Das tut Deutschland gut“, hob er hervor. Deutschland lebe vom Export in viele Länder, Kulturen und Sprachregionen der Welt. Also bräuchten deutsche Firmen auch Beschäftigte mit dem Verständnis für diese Länder, Kulturen und Sprachen.

BA-Chef Weise verteidigt Nahles-Plan für Langzeitarbeitslose

Weise, hat den Plan von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) verteidigt, bis 2017 insgesamt 10.000 Langzeitarbeitslose passgenau fördern. „Es ist gut, dass die Politik uns einen größeren Mix an Möglichkeiten gibt“, sagte er in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Dieses Element sei nur ein Teil des Gesamtprogramms und komme zu den bereits bestehenden noch hinzu. Kritiker hatten den Nahles-Plan als „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnet. Allerdings brauche es einen „langen Atem“, die Zahl der derzeit 1,1 Million Langzeitarbeitslosen zu verringern, sagte Weise. Drei Viertel dieser Menschen hätten keinen Schulabschluss, keinen Berufsabschluss oder seien älter als 50. „Das sind Hürden selbst in der besten Konjunktur“, betonte der BA-Chef.

„Wir brauchen Mix an Möglichkeiten“ – Grünen-Kritik an „überschaubarem BA-Erfolg“ zurückgewiesen

Die Darstellung der Grünen wie Weise zurück, wonach die Erfolge seiner Behörde „überschaubar“ seien. Er forderte, die „Dinge genau anzuschauen und alle Fakten zu benennen“. Zum Vorwurf der Grünen, 2014 hätten 272.000 Arbeitssuchende eine reguläre, ungeförderte Stelle bekommen und damit 28 Prozent weniger als noch 2011, sagte der BA-Chef, diese Kennzahl stelle nur einen kleinen Teil der BA-Arbeit dar. „Der größere Teil der Leistung der BA ist die Beratung und die Aktivierung von Menschen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die Grünen hätten zudem als Basis ihrer Berechnungen das Jahr 2011 genommen. „In jenem Jahr hatten wir nach der Finanzkrise einen Boom auf dem Arbeitsmarkt“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur.

Lies: Diskriminierung von Migranten Risiko für Wirtschaftsstandort

Diskriminierung von Migranten auf dem Ausbildungsmarkt werde zum Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Davor hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstag) gewarnt. „Ein schlechterer Zugang zur Ausbildung, Benachteiligungen bei Bewerbungsverfahren gehören zum Alltag – auch für diejenigen, die schon lange bei uns in Deutschland leben oder sogar hier geboren wurden“, sagte Lies. „Das werden wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können.“

https://youtu.be/y1QeSMnaShw?t=26s

Niedersächsischer Wirtschaftsminister beklagt verbreitete Benachteiligung

Der Politiker sagte voraus, das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland und Niedersachsen werde „drastisch sinken, wenn wir keine aktive Zuwanderungspolitik betreiben.“ Zuwanderung sei der größte und wichtigste Hebel, um das Potenzial an Erwerbspersonen zu stabilisieren. „Ohne sie würden uns die negativen Auswirkungen einer schrumpfenden Bevölkerung noch viel schneller und härter treffen“, warnte der Minister.

Neue Osnabrücker Zeitung

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.