Bahnstreik abgebrochen – GDL und Bahn gehen in Schlichtung

Schlichter Ramelow geht auf Bahn und Bund los

Bahnstreik abgebrochen – GDL und Bahn gehen in Schlichtung

Der frisch berufene Schlichter im Tarifkonflikt der Bahn, der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow, hat heftige Kritik an der Deutschen Bahn und ihrem Hauptgesellschafter geäußert.

Dem rbb-Inforadio sagte Ramelow am Donnerstag, die Tarifverhandlungen könnten jetzt endlich in echte Tarifverhandlungen übergehen, „und nicht mehr in den Abwehrkampf, den die altehrwürdige GDL führen musste, um in Zukunft überhaupt noch Tarifverhandlungen führen zu können.“

Die Regierung habe als Eigentümer nicht die Tarifverhandlungen favorisiert, sondern sich einen Vorteil verschaffen wollen, indem man die freien Verhandlungen gesetzlich reglementiert. „Da muss ich als Gewerkschafter sagen: Das kann man nicht tun. Man kann Gewerkschaften per Gesetz nicht die freien Verhandlungen verbieten.“

Die Bahn habe zudem nie über Entlastungen für die Lokführer verhandelt, beklagte Ramelow. „Das hat sich als Drama jetzt neunmal abgespielt, weil die Grundlagen einer Tarifvereinbarung von der Bahn nicht geschaffen wurden. Ich habe in meinem Leben viele Tarife verhandelt, ein derart unprofessionelles Vorgehen habe ich noch nicht erlebt.“ Rundfunk Berlin Brandenburg

Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde – Keine Vorbedingungen

Zum Ergebnis des Rechtsgespräches mit der GDL erklärt DB-Personalvorstand Ulrich Weber: „Wir sind sehr erleichtert. Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde. Nun haben wir endlich die Chance, Ruhe in unsere Betriebe zu bekommen.

Seit Wochen habe ich, haben wir als Bahn eine Schlichtung über alle Sachthemen gefordert. Jetzt haben wir es geschafft, jetzt ist es endlich so weit. Ja, das ist sehr spät, aber nicht zu spät. Eine Gesamtschlichtung ist noch kein endgültiger Durchbruch, aber nun haben wir eine echte Chance uns zu verständigen.

Ab Mittwoch 27. Mai beginnen wir, drei Wochen soll die Schlichtung dauern. Es gibt die Option, eine Woche zu verlängern. Seitens der DB haben wir den früheren Brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck benannt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ist der Schlichter für die GDL. Wir gehen in diese Schlichtung so, wie wir bisher auch verhandelt haben: Ohne Vorbedingungen. Wir bleiben dabei, dass es keine Mitarbeiter erster und zweiter Klasse geben darf. Daran rütteln wir nicht, weil wir als Arbeitgeber für 200.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen in Deutschland in der Verantwortung stehen.

Wie Sie wissen, finden ja heute Nachmittag hier in Berlin die möglicherweise entscheidenden Verhandlungen mit der EVG statt. Sie können davon ausgehen, dass wir heute Nacht nichts mit der GDL verabredet haben, beziehungsweise nichts der GDL zugesagt haben, was die heutigen Verhandlungen mit der EVG belasten wird.

Natürlich weiß ich nicht, wie es heute, heute Abend, heute Nacht, mit der EVG ausgehen wird. Aber ich hoffe sehr, dass wir auch morgen über einen guten und erfolgreichen Tag für die DB berichten können, dass wir das auch mit der EVG heute im Laufe des Tages hinbekommen.“ Deutsche Bahn AG

DasParlament

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