Buchhändler nehmen Pirinçcis Titel aus dem Programm

Publizisten gegen Akif Pirinçci-Boykott

Buchhändler nehmen Pirinçcis Titel aus dem Programm

Nach der „Pegida“-Rede von Akif Pirinçci in Dresden haben Amazon, Buch-Großhändler und Buchketten reagiert. Nach Recherchen der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) haben sie die Werke des Autors aus dem Programm genommen. Bei Amazon.de ist kein Titel von Pirinçci mehr erhältlich. Bei den Buchhandels-Ketten „Mayersche“ und „Thalia“ sind die Bücher weder in den Filialen noch in den Online-Shops zu finden. „Derzeit sehen wir von einer aktiven Präsentation der Titel des Autors in unseren Buchhandlungen und im Online-Shop ab“, sagte eine Sprecherin von Thalia der Redaktion. Ein Sprecher der Mayerschen begründete den Schritt mit Pirinçcis „Pegida“-Rede. Zudem haben auch die drei deutschen Großhändler KNV, Umbreit und Libri die Werke aus dem Programm genommen, wie der Sprecher der Mayerschen bestätigte. Rheinische Post

Publizisten gegen Akif Pirinçci-Boykott

Akif Pirinçci hat mit seiner Pegida-Rede für helle Empörung gesorgt. Als Reaktion darauf boykottieren nun Verlage und Buchhändler seine Werke. Die Wochenzeitung Junge Freiheit hat Journalisten und Publizisten zu dem Fall befragt: David Berger, Nicolaus Fest, Alan Posener, Michael Klonovsky, Philipp Gut, u.a. sind der Meinung: Man muß Pirinçci nicht mögen, um die Maßnahmen gegen ihn abzulehnen. JUNGE FREIHEIT – Wochenzeitung für Debatte –

So, so, Pegida-Chef Lutz Bachmann tun die unsäglichen Äußerungen seines Einpeitschers Akif Pirinçci auf einmal leid. Hat er denn vorher nicht gelesen, was der Moslem- und Schwulenhasser so von sich gibt? Stets bejubelt von seinen Fans, die sich an seinem Hass und seiner Vulgärsprache berauschen. Nein, Bachmann wusste ganz genau, wen er da zum Pegida-Jahrestag eingeladen hatte. Und er weiß auch genau, dass die von der Bewegung immer wieder versicherte Abgrenzung zum rechtsradikalen Rand der Gesellschaft spätestens seit Montag für jeden offensichtlich Makulatur ist. Deshalb versucht er nun zu retten, was nicht mehr zu retten ist.

Diese Eskalation war seit Langem abzusehen. Der Tonfall war in den vergangenen Wochen immer aggressiver geworden. Auf einschlägigen Internetseiten feuern sich die Islamhasser gegenseitig an; mehrere Online-Medien mussten wegen der Beleidigungen ihre Kommentarforen schließen. Pegida hat sich damit vollends selbst ins politische Abseits manövriert. Das geschieht der Bewegung zu Recht – der offene Diskurs jedoch leidet. Denn jenseits des Ausländerhasses gibt es viele Menschen, die mit Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik nicht einverstanden sind. Die notwendige Debatte allerdings ist in der aufgeheizten Atmosphäre kaum möglich. Das sollten all jene bedenken, die sich am nächsten Montag auf den Weg nach Dresden machen wollen. Ben Zimmermann Weser-Kurier

Ohren auf bei rechtsextreme Parolen

Die Forderung, Beschäftigte, die durch rassistische Parolen auffallen, fristlos zu entlassen, ist nicht neu. Und das Gesetz gibt Unternehmen dazu auch die Möglichkeit. So hat das Arbeitsgericht Mannheim die Klage eines Erziehers gegen seine fristlose Kündigung abgewiesen, weil es dessen rechtsradikales Gedankengut und die im Internet dokumentierte Gewaltbereitschaft als unzumutbar befand. Auch Bertelsmann machte mit dem Autor Akif Pirinçci nach dessen KZ-Ausspruch kurzen Prozess und sperrte dessen Bücher. Aber nicht immer ist der Fall so eindeutig. Das Bundesarbeitsgericht stellte sich hinter einen entlassenen Angestellten, der im Internet aus Wut gegen die Arbeitsbedingungen kurz ein KZ-Tor gezeigt hatte – allerdings ohne Bezug zum Arbeitgeber. Klar ist indes: Alle sollten wachsam sein und Neonazis enttarnen. Andrea Frühauf Neue Westfälische

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