Der Klopapier-Rechner: So lange reicht der Vorrat in der Quarantäne wirklich

Appell gegen Hamsterkäufe

Der Klopapier-Rechner: So lange reicht der Vorrat in der Quarantäne wirklich

Viele Menschen hamstern in der Corona-Krise Klopapier. Doch wie viel Toilettenpapier benötigt man wirklich, um die Quarantäne zu überstehen? Reichen die Vorräte oder sollte man tatsächlich ein wenig einkaufen? Auf einer Internetseite kann das nun ausgerechnet werden. Zudem finden sich einige Tipps, wie man den Vorrat strecken kann, und welche Alternativen es zum Toilettenpapier gibt.

Unter www.blitzrechner.de/toilettenpapier/ kann berechnet werden, wie lange der Vorrat an eigenem Klopapier wirklich hält. Dafür muss nur beantwortet werden, wie viele Rollen im eigenen Besitz sind und wie das individuelle „Nutzungsverhalten“ ist. Danach zeigt der Rechner an, wie lange das Toilettenpapier voraussichtlich reichen wird. Wer mag, kann auch den Expertenmodus nutzen. Hier können Angaben wie Dauer der Quarantäne, Blätteranzahl und genauer Verbrauch verfeinert werden.

„In den meisten Fällen wird der eigene Bedarf massiv überschätzt und das Toilettenpapier reicht noch erstaunlich lange. Wir hoffen mit dem Rechner ein aktuelles Problem auf humorvolle Art und Weise zu lösen. Mit einem Augenzwinkern wollen wir die Menschen daran erinnern, dass es in den allermeisten Fällen nicht nötig ist, Klopapier zu hamstern.“, so Tim Lilling, Projektleiter vom Rechenportal blitzrechner.¹

Präsident des Bundesamts für Katastrophenhilfe sieht die Nahrungsmittelversorgung nicht gefährdet: „Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig“

Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, rät von Hamsterkäufen ab. „Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig“, sagte er im Interview mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Natürlich könne es mal vorkommen, dass es keine Backhefe oder kein Mehl gebe. „Grundsätzlich ist die Lebensmittelversorgung jedoch nicht gefährdet“, sagte er. Es gebe im Moment auch „keine Planung, die staatlichen Nahrungsmittelreserven in irgendeiner Form anzutasten“.

Unger empfiehlt den Bürgern, lieber alle paar Tage einen größeren Einkauf zu machen als jeden Tag in den Supermarkt zu gehen. „Denn dort trifft man jedes Mal auch Menschen“, sagte er. „Im Moment sollte man vor allem darauf achten, soziale Kontakte zu reduzieren.“

Mit Blick auf die Knappheit von Schutzkleidung für medizinisches Personal und Atemschutzmasken sagte Unger, eine der Erfahrungen aus der Corona-Krise werde sicher sein, „dass wir uns besser für den Fall einer Pandemie oder einer Epidemie ausstatten müssen“. Aber es werde auch schon jetzt nachgesteuert, fügte er hinzu: Der Krisenstab des Bundesinnenministeriums, in dem auch das Bundesamt vertreten ist, habe sehr frühzeitig beschlossen, die nationale Produktion hochzufahren, nicht nur bei Schutzkleidung, sondern auch bei Beatmungsgeräten. „Solche Hersteller im Land zu haben, ist in so einer Krisensituation enorm wichtig“, sagte Unger.²

¹Blitzrechner ²Der Tagesspiegel

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