Der Schein trügt – Deutliches Rentenplus für Senioren

Endlich mal was Positives - Das Problem Rente

Der Schein trügt – Deutliches Rentenplus für Senioren

Zu den aktuellen Medienberichten über die Rentenanpassung im kommenden Jahr erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Aber auch die heute prognostizierten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Rentenerhöhung aufgrund eines Statistikeffekts eine Ausnahme bleiben dürfte. Zudem wird sich künftig der Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel negativ auf die Anpassungen auswirken. Und insbesondere die Folgen der politischen Entscheidung, das Rentenniveau abzusenken, sind noch nicht absehbar.“ Sozialverband Deutschland e.V.

Den gut 20 Millionen Senioren im Land winkt im kommenden Jahr ein rekordverdächtiges Plus bei ihren Altersbezügen. Mit einer vermeintlichen Großzügigkeit der Bundesregierung hat das freilich nichts zu tun. Grundsätzlich folgt die Rentenanpassung der Entwicklung der Löhne. Und die haben ordentlich zugelegt. Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass auch die Ruheständler an der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Land teilhaben. Schließlich mussten sie in der Vergangenheit auch ökonomische Flauten mit gleich drei Nullrunden in Folge „bezahlen“. Begünstigend wirken noch andere Faktoren: So hat sich etwa die Zahl der Beitragszahler dynamischer entwickelt als die der Senioren. Womit allerdings auch jetzt schon feststeht, dass es in den Folgejahren so rasant nicht mehr weitergehen wird. Denn die Beschäftigtenzahlen dürften einstweilen kaum noch steigen. Allein schon wegen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Die gute Botschaft der Rentenexperten sollte das aber nicht schmälern. Lausitzer Rundschau

Niemand sollte den Rentnern von heute die kräftige Rentensteigerung 2016 missgönnen. Erstens haben die Generationen dafür hart gearbeitet, zweitens folgt die Erhöhung der gesetzlichen Rentenformel. Mit Bescherung hat das nichts zu tun, sondern mit einfacher Arithmetik. Gleichzeitig sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass die fetten Jahre bald vorbei sein werden. Die Rücklagen in der Rentenversicherung werden schmelzen, Beitragserhöhungen sind nur noch eine Frage der Zeit. Schuld daran ist die Rentenpolitik der Bundesregierung, die mit der abschlagfreien Rente den falschen Anreiz gesetzt hat in einer Zeit, in der längere Lebensarbeitszeiten nahezu unumgänglich geworden sind, und deren Mütterrente viel Geld kostet, ohne dass die finanzielle Not vieler Empfängerinnen gelindert wird. Vorruheständlern und Müttern sei ihre Rente gegönnt, aber das Geld dafür müsste aus dem Steuertopf kommen und nicht aus der Rentenkasse. Die Zeche für die verfehlte Rentenpolitik zahlen die heutigen Beitragszahler. Und je jünger die sind, umso größer wird ihre spätere Notlage. Von Georg Winters Rheinische Post

Doch der Schein trügt. Ja, es stimmt, die gute Konjunktur und die entspannte Lage am Arbeitsmarkt haben der Rentenkasse geholfen. Aber ansonsten schlagen sich in der Momentaufnahme viele Sondereinflüsse nieder: eine ausgesetzte Beitragssenkung 2014, eine zu niedrige Entlastung der Arbeitnehmer 2015, die Kompensation eines negativen Statistikeffekts. Wer wissen will, wie die Lage tatsächlich ist, der muss nur das Finanztableau fürs nächste Jahrzehnt anschauen: Schon 2021 sind die Reserven fast aufgebraucht. Von da an klettert der Beitragssatz in Richtung 22 Prozent. Dann rächen sich die Wahlgeschenke der Großen Koalition: Neun Milliarden Euro kosten Rente mit 63 und Mütterrente Jahr für Jahr. Unsere Kinder dürfen dafür zahlen. Mitteldeutsche Zeitung

Während nach der Jahrtausendwende unter dem Strich Menschen aus Deutschland abgewandert sind, betrug die Netto-Zuwanderung allein im letzten Jahr 500 000 Personen. Diese Menschen wurden in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft integriert, bei sinkenden Arbeitslosenzahlen. Ein positives Signal angesichts der großen Flüchtlingswelle? Klar ist: Die Integrationskraft des Arbeitsmarktes und die segensreichen Folgen der Zuwanderung für Beitragszahler wie für Ruheständler sollte niemand in der aktuellen Debatte vergessen. Stuttgarter Nachrichten

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