Deutsche Bahn will über 700 Millionen Euro einsparen

Gewinn der Deutschen Bahn stark eingebrochen

Deutsche Bahn will über 700 Millionen Euro einsparen

Eine straffere Führung, schlankere Strukturen und mehr Fokus auf den Kunden sollen uns in die Lage versetzen, die sich rasant ändernden Herausforderungen in der Welt der Mobilität und Logistik erfolgreich zu meistern“, stellte DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube die Neuausrichtung des Unternehmens anlässlich der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz 2015 vor.

Das bisherige Ressort Technik und Umwelt wird neu zugeordnet. Dr. Grube: ,,Das bedeutet noch mehr Konzentration auf die Eisenbahn in unserem Heimatland, die zu Recht im Blickpunkt der deutschen Öffentlichkeit steht.“

Die Servicefunktionen und internen Dienstleistungen im Konzern werden neu geordnet und künftig in einem DB Global Service Center mit Fokus auf Transparenz, Kosten und Effizienz gebündelt. Und schließlich wird eine Option für eine Teilprivatisierung von DB Arriva und DB Schenker Logistics eröffnet, um die strategische Entwicklung zu stärken und zusätzliches Wachstum zu finanzieren.

Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen sind gegenüber der bisherigen Planung weitere Einsparungen von über 100 Millionen Euro in der Konzernzentrale verbunden, so dass zusammen mit bereits beschlossenen Maßnahmen bis 2020 über 700 Millionen Euro allein in der Zentrale und zentralen Funktionen eingespart werden. Diese Maßnahmen werden im zweiten Halbjahr erarbeitet und dem Aufsichtsrat zusammen mit der mittelfristigen Planung bis 2020 in seiner Sitzung am 16. Dezember 2015 vorgestellt.

Der Umsatz im ersten Halbjahr konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,3 Prozent (plus 266 Millionen Euro) auf 20 Milliarden Euro gesteigert werden, war aber auch durch positive Währungskurseffekte beeinflusst. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT bereinigt) ging um 18,2 Prozent (minus 198 Millionen Euro) auf 890 Millionen Euro zurück.

,,Ohne die streikbedingten Effekte in Höhe von 252 Millionen Euro wären wir auch beim EBIT leicht oberhalb des Vorjahres gewesen; das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir strukturelle Herausforderungen haben, die wir mit dem jetzt angestoßenen Wandel entschlossen angehen“, fügte Dr. Grube hinzu.

Dr. Alexander Hedderich, Vorstandsvorsitzender der DB Schenker Rail AG, wird sein Mandat zum 31. August 2015 niederlegen und den DB Konzern verlassen.

Aufsichtsrat der Deutschen Bahn billigt strukturelle und personelle Neuaufstellung des Unternehmens

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat weitreichenden strukturellen und personellen Veränderungen im Konzern zugestimmt.

Das Kontrollgremium gab grünes Licht für ein vom DB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rüdiger Grube vorgelegtes sechs Punkte umfassendes Maßnahmenpaket. Dr. Grube: „Wir handeln, weil ein verschärfter Wettbewerb, zunehmende Regulierung und zu schnell steigende Kosten derartige Veränderungen erfordern.“

Der Aufsichtsrat fasste den Beschluss, den Konzernvorstand zum 1. August 2015 um ein Viertel von derzeit acht auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Ein Teil, die Bereiche Technik, Systemtechnik sowie das Sicherheits- und Qualitätsmanagement, wird der Infrastruktur zugeordnet und steht unter der Leitung von Dr. Volker Kefer, der auch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt wird.

Ebenfalls erweitert wird das Ressort Personenverkehr und zwar zum Vorstandsressort „Verkehr und Transport“. Unter Leitung des bisherigen Vorstandsvorsitzenden der DB Fernverkehr AG, Berthold Huber, wird dem bisherigen Ressort die DB Schenker Rail AG mit dem Ziel hinzugefügt, die Eisenbahn in Deutschland zu stärken.

Die Wachstumsplattformen DB Arriva und DB Schenker Logistics werden künftig vom Finanzressort, also zusätzlich von Finanzvorstand Richard Lutz geführt. Im neu geschaffenen Ressort „Wirtschaft, Recht und Regulierung“ werden die Abteilungen Compliance, Recht und Sicherheit mit den Bereichen „Nationale und internationale Beziehungen“ zusammengelegt.

Zuständig dafür ist ab 1. August der neue Vorstand Ronald Pofalla, bisher Generalbevollmächtigter.

Ein weiterer zentraler Punkt der Neuausrichtung ist die angestrebte Auflösung der zweistöckigen Holdingstruktur. Ihr Vorstandsmandat legen zum 31. Juli 2015 Dr. Karl-Friedrich Rausch, Ulrich Homburg, Gerd Becht und Dr. Heike Hanagarth nieder (Reihenfolge nach Dauer der Vorstandszugehörigkeit). Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rausch ausdrücklich für seinen herausragenden Einsatz in den fast 15 Jahren, die er als Vorstand für die Deutsche Bahn gearbeitet hat“, erklärte Prof. Felcht. Deutsche Bahn AG

DasParlament

Kommentar verfassen