Düsseldorf will Cannabis legalisieren

Illegaler Cannabisanbau in kleinen Plantagen

Es gibt gute Gründe gegen eine Freigabe von Cannabis als Genussmittel. Vielleicht gibt es aber noch bessere Argumente dafür. Jedes Lager führt in diesem Streit renommierte Experten ins Feld. Die Stadt Düsseldorf hat Fachleute aller Disziplinen zusammengeholt, um das Thema öffentlich zu erörtern.

Düsseldorf will Cannabis legalisieren

Ein vorbildliches Verfahren: Jeder kann sich nun selbst ein Bild machen. Es kamen Politiker zu Wort, Ärzte, Kriminologen und Ökonomen. Die Stadt will herausfinden, ob es Lösungen im Umgang mit Cannabis gibt, die besser funktionieren als ein plattes Verbot, und damit endlich das Geschäftsmodell krimineller Drogendealer zerstören. Die Abgabe von Cannabis in lizenzierten Abgabe-Stellen kann eine solche Lösung sein. Wenn es gelänge, die juristischen Hürden aus dem Weg zu räumen, wäre eine Modell-Studie mit einer begrenzten Anzahl von Teilnehmern ein wirksames Mittel, um das zu testen. Schön wäre es allerdings, wenn man das Projekt gemeinsam mit anderen Städten in NRW umsetzen würde, um sich die erheblichen Kosten für eine solche Studie teilen zu können. Rheinische Post

Kinder- und Jugendärzte: „Jugendliche werden Opfer verfehlter Drogenpolitik!“ Die Stadt Düsseldorf will in einem Modellprojekt die legale Abgabe von Marihuana testen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist empört.

Dr. Josef Kahl, Düsseldorfer Kinder- und Jugendarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): „Auch wenn die Stadt plant, dass nur Volljährige in Apotheken Cannabis kaufen dürfen, gefährdet sie mit diesem Vorhaben Jugendliche. Cannabis ist eine gefährliche Droge, die Verharmlosung und Legalisierung steht im Gegensatz zu allen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Gedanke der Primärprävention in der Gesundheitspolitik wird mit dem Düsseldorfer Plan völlig konterkariert. Bis jetzt ist Cannabis in Deutschland noch immer keine Alltagsdroge, wir müssen aufpassen, dass wir uns das nicht kaputtmachen. Wenn die Apotheken Cannabis abgeben dürfen, weichen wir auch den Jugendschutz auf. Es ist ein Leichtes für Jugendliche, volljährige Freunde vorzuschicken und sich die Droge besorgen zu lassen.

Bei Alkohol und Nikotin erleben wir das auch. Trotz eines klaren Verkaufsverbotes von hochprozentigem Alkohol an Jugendliche, trotz Ausweiskontrolle haben wir das Problem des Komasaufens bei Jugendlichen – auch in Düsseldorf. Und jedes Wochenende sehen wir in den Rettungsstellen deutscher Kliniken Jugendliche mit akuter Alkoholvergiftung. Wer die Freigabe von Cannabisprodukten an Erwachsene fordert, riskiert, dass wir zukünftig mehr drogenkranke Jugendliche und nicht weniger haben. Wir brauchen mehr Jugendschutz und nicht weniger!“

Die Fakten:
– Cirka jeder vierte Jugendliche in Deutschland hat schon einmal Cannabis konsumiert, jeder zehnte Jugendliche hiervon raucht täglich und ist mit den herkömmlichen Therapieangeboten schwer zu erreichen.
– Cannabis stört insbesondere die Hirnreifung bei jungen Menschen und kann zu unheilbaren kognitiven Defiziten führen, ist also für Jugendliche besonders gefährlich. Der Trend zu immer reineren Cannabisprodukten mit sehr hohem THC-Gehalt verschärft die Gefahr. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Zoff ums Kiffen

Soll und darf Kiffen erlaubt sein? Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis wird derzeit wieder leidenschaftlich geführt. Immer mehr Experten sagen: Die abschreckende Wirkung des Verbots ist nicht erkennbar: „Zoff ums Kiffen – Wie sinnvoll ist die Freigabe von Cannabis?

In vielen deutschen Bundesländern wird der Besitz von Haschisch und Cannabis unter sechs Gramm und zum Eigenverbrauch nicht strafverfolgt. Parallel dazu dürfen ausgewählte Patienten auch in Deutschland mittlerweile THC-Produkte auf Rezept nehmen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe, CDU, kündigte im Februar dieses Jahres eine Gesetzesänderung an, die die Verwendung von Cannabis als Medizin erleichtert: Demnach sollen in Zukunft die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Mehr als 120 Strafrechtsprofessoren in Deutschland fordern inzwischen ebenfalls die Legalisierung von Cannabis. ZDF Presse und Information

Polizei entdeckt Cannabisplantage nur durch Zufall

Eigentlich war die Ratinger Polizei damit beschäftigt, den Besitzer von zwei frei laufenden Hunden zu ermitteln, welche Zeugen im Bereich Schwarzbach aufgegriffen und der Polizei übergeben hatten. Diese Ermittlungen führten die Beamten schon am Donnerstagnachmittag des 01.12.2016 auf ein ländliches Anwesen nicht weit vom Fundort der Hunde entfernt.

Dort wurde die Polizei dann gleich in mehrfacher Hinsicht fündig. Zum ersten traf sie dort tatsächlich auf den 50-jährigen Hundehalter. Bei der Überprüfung des Ratingers stellte sich dann aber heraus, dass gegen diesen ein Haftbefehl zur Durchsetzung einer Geldstrafe vorlag. Weiterhin nahmen die Einsatzkräfte am Einsatzort überdeutlich den starken Geruch von Cannabis wahr. Bei einer Überprüfung des Anwesens konnten daraufhin, auf dem Gelände, in Nebengebäuden und im Wohnhaus des 50-Jährigen verteilt, mehrere professionell eingerichtete Cannabisplantagen aufgefunden werden. Alle Räume waren komplett mit speziellen Beleuchtungseinrichtungen sowie besonderen Be- und Entlüftungsvorrichtungen ausgestattet. Sämtliche Fenster waren zugeklebt und verdunkelt, so dass eine Einsicht von außen nicht möglich war. Rund 900 Cannabispflanzen, in verschiedenen Wachstumsphasen wurden aufgefunden, genauso wie über 1.300 Gramm bereits geerntetes und getrocknetes Marihuana. Sämtliche Drogen, Pflanzen und technischen Einrichtungen wurden sichergestellt.

Den bereits einschlägig polizeibekannten Beschuldigten nahm die Ratinger Polizei an Ort und Stelle vorläufig fest und übergab diesen an die örtliche Kriminalpolizei, welche ein Strafverfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz und weitere Ermittlungen gegen den Ratinger einleitete. Um die Unterbringung seiner Hunde kümmerte sich das von der Polizei sofort benachrichtigte Ordnungsamt, welches die Tiere des Beschuldigten an Familienangehörige des 50-Jährigen übergab.

Nach Abschluss der ersten polizeilichen Ermittlungen wurde der 50-jährige Beschuldigte aus Ratingen dann am Freitagmittag des 02.12.2016 einem Haftrichter vorgeführt, der noch am gleichen Tag einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Ratinger erließ. Kreispolizeibehörde Mettmann

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