Düsseldorfs Oberbürgermeister will stärker mit Köln kooperieren

Thomas Geisel (SPD) erwägt Zusammenarbeit der Flughäfen und will das olympische Dorf für Düsseldorf

Düsseldorfs Oberbürgermeister will stärker mit Köln kooperieren

Um die Engpässe am Düsseldorfer Flughafen zu beheben, erwägt Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) eine Kooperation mit dem Airport Köln/Bonn. „Die Idee vom Flughafen Rheinland mit den beiden Standorten Düsseldorf und Köln hätte Charme. Besonders weil die beiden Flughäfen sich gut ergänzen würden, Düsseldorf als Business-Airport und Köln mit seinem hohen Cargo-Angebot“, sagte Geisel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Insbesondere könne so verhindert werden, dass der Airline-Marktführer Lufthansa beide Standorte gegeneinander ausspiele. Köln hat noch Flugrechte frei, Düsseldorf hingegen platzt aus allen Nähten.

Eine Kapazitätsausweitung zieht sich seit Jahren hin. Auf die Frage, ob Düsseldorf bei einem Verkauf des Bundesanteils am Köln/Bonner Flughafen zuschlagen würde, sagte Geisel: „Das würden wir uns auf jeden Fall genau anschauen.“ Für die mögliche Austragung der Olympischen Spiele hat Geisel konkrete Pläne für eine Aufgabenteilung beider Städte. „Düsseldorf bietet sich wegen seiner zentralen Lage an, denkbar wäre ein olympisches Dorf zum Beispiel auf dem Gelände der alten Bergischen Kaserne“, sagte Geisel. Ein mögliches neues Stadion könne er sich im Gegenzug in Köln vorstellen.

Flughafen Köln/Bonn will Frachtvolumen bis 2030 fast verdoppeln – Anwohner befürchten mehr Lärm

In Köln/Bonn soll nach den Plänen des Flughafenchefs Johan Vanneste bald deutlich mehr Fracht umgeschlagen werden. „Die strategische Ausrichtung des Airports hat zum Ziel, das Frachtvolumen von 838 000 Tonnen im Jahr 2017 auf 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 2030 zu erhöhen“, sagte Vanneste am Rande einer Tagung der Logistikbranche in Köln. Ziel sei eine Erweiterung des Geschäftsmodells. Erwartet wird vor allem ein Wachstum in der Express-Fracht. Das sind Pakete, die binnen 24 oder 48 Stunden mit dem Flugzeug befördert werden. „Das ist für uns eine große Motivation, weiter intensiv daran zu arbeiten, die Lärmbelastungen für Anwohner weiter zu minimieren, etwa durch lärmabhängige Entgelte und durch finanzielle Anreize für die Airlines, die leises Fluggerät einsetzen“, so ein Sprecher des Flughafens. Der Flughafen geht davon aus, dass die Zahl der Flüge durch die Erhöhung des Frachtaufkommens nur minimal steigen werde. Hintergrund ist, dass die Airlines immer größere Flugzeuge einsetzen

Die Fluglärmgegner sind wegen der Expansionspläne dennoch besorgt. „Wir glauben nicht, dass eine Verdoppelung der Fracht ohne mehr Flüge möglich ist“, sagt Petra Hemptenmacher aus dem Vorstand der Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn. Selbst wenn die Airlines größere Flugzeuge einsetzten, werde das den Lärm in der Nachbarschaft des Flughafens nicht reduzieren, weil größere Jets lauter seien als kleinere. „Dass der Flughafen als Frachtdrehkreuz für die Region so wichtig ist, ist eine Milchmädchenrechnung. Denn hier werden Waren etwa aus Lissabon eingeflogen und nach Madrid weitertransportiert, für regionale Produkte hat das keine Bedeutung“, sagt Hemptenmacher.¹

Das Flugjahr 2018 war von Problemen geprägt. Doch an welchem deutschen Flughafen gab es die meisten Verspätungen und -ausfälle? Das weltweit führende Fluggasthelfer-Portal, AirHelp, hat den Flugverkehr an 13 der größten deutschen Flughäfen im gesamten Jahr 2018 analysiert und hat dabei extreme Unterschiede in der Pünktlichkeit zwischen den jeweiligen Airports festgestellt.

Mehr als ein Drittel aller Flüge unplanmäßig

Demnach waren rund 33,9 Prozent aller Starts am Fraport in Frankfurt am Main im Jahr 2018 verspätet oder fielen ganz aus. Damit verzeichnete der größte Flughafen des Landes die schlechtesten Pünktlichkeitswerte aller analysierten Flughäfen. Dahinter folgen der Flughafen München, an dem 30 Prozent aller Flüge nicht nach Plan starteten und der Flughafen Köln/Bonn, an dem 29,9 Prozent aller Flüge verspätet waren oder gecancelt wurden. Auch am Hamburger Airport hoben 2018 über ein Viertel aller Flüge nicht wie geplant ab.²

¹Kölner Stadt-Anzeiger ²AirHelp Limited

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