Flüchtlingspolitik: Mehrheit lehnt EU-Türkei-Abkommen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen ab

Flüchtlinge: Mehrheit zweifelt an Integration in den Arbeitsmarkt

Der Deal mit der Türkei, der Recep Tayyip Erdogan zum reich entlohnten Türsteher Europas macht, wird hierzulande allen Ernstes als humanitäre Alternative zu den Alleingängen der Staaten an der Balkanroute verkauft. Und die Millionen, die in türkischen, jordanischen, libanesischen, afrikanischen Lagern sitzen, müssen sehen, wo sie bleiben.

Flüchtlingspolitik: Mehrheit lehnt EU-Türkei-Abkommen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen ab

Wenn die EU mit der Zuwanderung weiter so restriktiv umgeht, wird sie nur erreichen, dass die Fluchtbewegungen sich unkontrollierbar immer neue Wege bahnen. Die meisten EU-Partner sind offensichtlich nicht bereit, sich dieser Erkenntnis zu öffnen und über eine großzügige, geregelte Aufnahme zu reden.

Die deutsche Regierung müsste erneut in Vorleistung treten, sozusagen als Treuhänderin des humanitären europäischen Anspruchs. Aber stattdessen tritt der EU-Türkei-Deal in Kraft. Und in der Ägäis geht das humanitäre Europa baden. Frankfurter Rundschau

56 Prozent der Deutschen halten das Abkommen, das die Europäische Union im März mit der Türkei geschlossen hat und mit dem die Zahl der nach Europa kommenden Flüchtlinge reduziert werden soll, für eher schlecht. 39 Prozent bewerten das Abkommen eher gut. Das hat eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends im Auftrag der ARD-Tagesthemen am Montag und Dienstag ergeben. Im März waren die Deutschen bei der Bewertung des Vorhabens zur Vereinbarung noch gespalten: 46 Prozent sagten damals, sie fänden eine solche Vereinbarung eher gut, 49 Prozent fanden sie eher schlecht.

Die Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei begann Anfang der Woche. Ob dieses Abkommen dazu führen wird, dass die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, tatsächlich sinkt, sehen die Bürger skeptisch. 40 Prozent meinen es werden weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, 41 Prozent erwarten, dass es gleich viele Flüchtlinge sein werden. Dass das Abkommen dazu führt, das mehr Flüchtlinge zu uns kommen, glauben 14 Prozent.

Befragungsdaten
– Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
– Fallzahl: 1.005 Befragte
– Erhebungszeitraum: 4.4.2016 bis 5.4.2016
– Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
– Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame
– Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50% (WDR Presse und Information)

Flüchtlinge: Mehrheit zweifelt an Integration in den Arbeitsmarkt

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Die meisten Befragten (58 Prozent) bezweifeln, dass ein großer Teil der Flüchtlinge in den nächsten Jahren bei uns in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. 38 Prozent glauben, dass das gelingen wird (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden „weiß nicht“). Besonders große Zweifel melden hier die Anhänger der AfD (89 Prozent) und der Linken (67 Prozent) an. Generell sind 38 Prozent der Meinung, dass für die Eingliederung der Flüchtlinge in Deutschland zu wenig getan wird, 37 Prozent halten den Aufwand für gerade richtig, und 17 Prozent finden, es wird zu viel getan. Gleichzeitig bemängeln 51 Prozent fehlenden Integrationswillen seitens der Flüchtlinge, nur 25 Prozent glauben, dass sich die hier lebenden Flüchtlinge ausreichend um ihre Integration bemühen, und ein vergleichsweise hoher Anteil (24 Prozent) kann das nicht beurteilen.

Mehrheit hält Flüchtlingszahl für verkraftbar

Wie im März, und anders als in den Monaten davor, hält mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge für verkraftbar, 40 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Die Arbeit der Kanzlerin im Bereich Flüchtlinge und Asyl wird von 55 Prozent gut geheißen, 40 Prozent finden sie schlecht. Von den CDU/CSU-Anhängern unterstützen 76 Prozent Merkels Flüchtlingspolitik, 21 Prozent äußern Kritik.

EU-Türkei-Abkommen: Skepsis bezüglich sinkender Flüchtlingszahlen

Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei über die Rückkehr, Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen wird weiterhin von den meisten Deutschen (69 Prozent; März: 64 Prozent) abgelehnt, nur 23 Prozent ( März: 27 Prozent) befürworten es. Auch verbinden nur 38 Prozent mit diesem Abkommen die Erwartung, dass jetzt deutlich weniger Flüchtlinge nach Europa kommen werden als letztes Jahr, 58 Prozent glauben das nicht. ZDF Presse und Information

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