Flughafen Düsseldorf: Arbeitsplätze der Klüh-Reinigungskräfte sichern

168 Reinigungskräfte am Flughafen Düsseldorf bangen um Existenz

Sahra Wagenknecht : „Zusammen mit meinem Kreisverband der Linken in Düsseldorf unterstütze ich die Reinigungskräfte und ihre Gewerkschaft IG BAU in ihrem Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze.“ Am Donnerstag beginnen die Verhandlungen zwischen der IG BAU und der Firma Klüh über einen Sozialtarifvertraf für die Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen.

Flughafen Düsseldorf: Arbeitsplätze der Klüh-Reinigungskräfte sichern

Auch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat vor einer Kündigungswelle bei den Reinigungskräften auf dem Düsseldorfer Airport gewarnt. Insgesamt 168 Beschäftigten drohe die Entlassung, so die GebäudereinigerGewerkschaft. Reinigungskräfte am Flughafen Düsseldorf bangen um ihre Existenz – langjährige Erfahrung nicht einfach „wegwischen“.

Drohende Kündigungswelle wegen Firmenwechsel zum 31. Dezember

Viele von ihnen seien erfahrene Mitarbeiter und seit vielen Jahren auf dem Flughafen aktiv. Hintergrund ist die Neuausschreibung der Flughafen-Reinigung durch die Flughafen GmbH, die zu einem Firmenwechsel geführt hat. Nach Angaben der IG BAU wird der bisherige Dienstleister, die Firma Klüh Cleaning GmbH, seine Tätigkeit zum 31. Dezember einstellen. Für die Sauberkeit in den Terminals wird dann die Dr. Sasse AG verantwortlich sein.

Mahir Sahin von der IG BAU: „Nachdem das Flughafen-Aus feststeht, erhalten immer mehr Reinigungskräfte von den Klüh-Chefs ihre Kündigung. Nur weil die BetreiberFirma wechselt, verlieren engagierte Mitarbeiter ihren Job.“ Es dürfe nicht sein, dass der Firmenwechsel auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde.

„Die IG BAU fordert klipp und klar, dass die Reinigungskräfte auf dem Flughafen von der neuen Firma übernommen werden – und zwar zu den bisherigen Arbeitsbedingungen. Alles andere wäre ein Skandal“, so Sahin. Der Gewerkschaftssekretär forderte die Flughafen-Gesellschaft mit Nachdruck auf, sich für die Übernahme der Beschäftigten einzusetzen. Die Flughafen GmbH müsse als Auftraggeber ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden.  IG BAU

Am Donnerstag beginnen die Verhandlungen zwischen der IG BAU und der Firma Klüh über einen Sozialtarifvertraf für die Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen. Dazu erklärt Sahra Wagenknecht, Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzende der Linken:

„Es ist nicht akzeptabel, dass der Flughafen Düsseldorf Einsparungen gerade bei den gering verdienenden Reinigungskräften vornehmen will. Statt bei der Neuvergabe des Auftrags an die Reinigungsfirma Dr. Sasse darauf zu bestehen, dass die Beschäftigten zu den alten Bedingungen weiterarbeiten können, wie es der Praxis etwa bei der Auftragsneuvergabe an Sicherheitsunternehmen an Flughäfen entspricht, setzt die Geschäftsleitung des Flughafens Düsseldorfs bei den alten Beschäftigten auf Lohndumping oder Entlassung.“

Sahra Wagenknecht weiter: „Zusammen mit meinem Kreisverband der Linken in Düsseldorf unterstütze ich die Reinigungskräfte und ihre Gewerkschaft IG BAU in ihrem Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze. Ich erwarte vom Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel, dass er sich als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Flughafens für die Weiterbeschäftigung aller Reinigungskräfte einsetzt. Es muss eine Regelung gefunden werden, die die Arbeitsplätze zu den jetzigen Bedingungen sichert, entweder am Flughafen oder in einem anderen Projekt der Firma Klüh in Düsseldorf.“ Partei Die Linke im Bundestag

Firma Kötter verliert Flughafenauftrag in Halle/Leipzig

Inmitten der Diskussion um lange Wartezeiten an den Passagierkontrollen des Düsseldorfer Flughafens verliert das Essener Sicherheitsunternehmen Kötter einen lukrativen Auftrag. Wie die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ unter Berufung auf ein Schreiben an die Mitarbeiter berichtet, muss Kötter Airport Security zum 1. Januar 2018 die Personal- und Warenkontrolle am Flughafen Halle/Leipzig an den Düsseldorfer Konkurrenten Klüh abgegeben. Für die Firma Kötter ist es bereits der zweite Auftragsverlust innerhalb weniger Monate. Der Flughafen Köln/Bonn hatte den Vertrag mit den Essenern im April vorzeitig beendet, nachdem es dort unter anderem bei Schulungsmaßnahmen zu Unregelmäßigkeiten gekommen war.

Bei dem Auftragsverlust in Halle/Leipzig handelt es sich stattdessen um einen Auftragsverlust im Zuge einer Ausschreibung. Aus dem Schreiben an die Mitarbeiter geht hervor, dass bereits ein erstes Treffen zwischen den Unternehmen stattgefunden hat, bei dem sich beide Seiten für einen sogenannten Betriebsübergang ausgesprochen haben.

Dass Kötter freigewordene Kapazitäten dazu nutzen könnte, die angespannte Personalsituation am Flughafen Düsseldorf in den Griff zu bekommen, ist dagegen unwahrscheinlich. Ein Kötter-Sprecher sagte der „Rheinischen Post“: „Unsere gut ausgebildeten Kräfte bekommen ein Übernahmeangebot vom neuen Dienstleister.“ Für Düsseldorf hat das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Rekrutierungsoffensive gestartet. Dem Sprecher zufolge sollen im kommenden Jahr mehr als 200 neue Kräfte eingestellt werden. Bislang war von 150 die Rede gewesen. „Wir werden uns auf die Nachfragesituation besser einstellen als in diesem Jahr“, sagte der Sprecher. Rheinische Post

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