Hartz IV ist verantwortlich an Armut in Deutschland

Armut nachhaltig und ernsthaft bekämpfen

„Ein auskömmlicher Mindestlohn ist aber nur einer von weiteren nötigen Schritten auf dem Weg zu guten Arbeitsbedingungen und einer Neuordnung des Arbeitsmarktes. Prekäre Beschäftigung muss durch weitere Maßnahmen bekämpft werden. Dazu gehören unter anderem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit, die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung sowie die Überführung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige […]

Hartz IV ist verantwortlich an Armut in Deutschland

„Ein auskömmlicher Mindestlohn ist aber nur einer von weiteren nötigen Schritten auf dem Weg zu guten Arbeitsbedingungen und einer Neuordnung des Arbeitsmarktes. Prekäre Beschäftigung muss durch weitere Maßnahmen bekämpft werden. Dazu gehören unter anderem die Abschaffung der systematischen Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit, die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung sowie die Überführung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Bundesregierung ist hier komplett untätig und überlässt Millionen Menschen ihrem Schicksal. Zudem müssen die sozialen Sicherungssysteme so ausgestaltet sein, dass sie Armut verhindern, insbesondere auch für Kinder. Das Hartz IV-System muss endlich durch eine sanktionsfreie, menschenwürdige Mindestsicherung ersetzt werden.“ – DIE LINKE

Bettler Armut made by SPD

Armutsbekämpfung in Nordrhein-Westfalen – Vages Versprechen

Neue Westfälische – Mit seinen Ergebnissen zur jüngsten Armutsentwicklung dürfte der Paritätische Wohlfahrtsverband kaum jemanden überrascht haben. Fast 40 Prozent der alleinerziehenden Eltern in Deutschland sind relativ einkommensarm, meldete vor Jahresfrist schon das IW Köln, ein den Arbeitgebern nahestehendes Wirtschaftsforschungsinstitut. Überdies klingen Meldungen im Ohr, wonach immer mehr Menschen im Rentenalter auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Zahlreiche Frauen mittleren Alters, auch das hat sich herumgesprochen, droht Altersarmut. Bereits heute sind Hunderttausende Frauen im Alter von über 65 Jahren auf 391 Euro im Monat angewiesen. Trotzdem muss das beschämende Resultat der Analyse all jene betrüben, die es mit der Gerechtigkeit ernst meinen in diesem Land.

Denn inzwischen hat sich die steigende Armut anscheinend vollends losgelöst von der wirtschaftlichen Entwicklung. So hat die relative Not nicht nur im Krisenjahr 2009 zugenommen, sondern auch in nachfolgenden Jahren des ökonomischen Wachstums. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihre rot-grüne Landesregierung haben der Armut in NRW mehrfach den Kampf angesagt. Konzepte zur Schulsozialarbeit oder dem Sozialticket sind bisher jedoch wenig erfolgreich. Präventive Politik verfolgt einen edlen Ansatz. Ihre Rendite bleibt indes nur ein vages Versprechen. Von FLORIAN PFITZNER, DÜSSELDORF, neue-westfaelische.de

Bildung gegen Armut

Rheinische Post – Die Tonlage im Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist seltsam. Man kann nicht pauschal von steigender Armut in Deutschland sprechen, nur weil es einen höheren Anteil an Menschen gibt, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdienen. Denn wenn in fünf Jahren dieses mittlere Einkommen (eines Singles) von knapp 1320 Euro auf fast 1500 Euro gestiegen ist, verdienen mehr Menschen mehr Geld. Statistisch gibt es zwar mehr Menschen, die nicht einmal auf 60 Prozent dieses mittleren Einkommens kommen – aber ärmer als früher sind sie nicht. Der Bericht bestätigt aber, dass soziale Ungleichheit ein großes Problem bleibt. Denn wenn sich die Mehrzahl der Menschen mit weit unterdurchschnittlichen Einkommen in den Städten, im Ruhrgebiet und in Ostdeutschland findet, nützt es wenig, dass der prosperierende Süden den nationalen Durchschnitt anhebt. Was ist zu tun? Einfach Hartz-IV anzuheben, wäre falsch. Der Staat muss viel mehr in Ausbildung und Bildung investieren. Es gibt keine bessere Versicherung gegen Armut und Ungleichheit. – Von Reinhard Kowalewsky

3 Meinungen zu "Hartz IV ist verantwortlich an Armut in Deutschland". Wie lautet Ihre?

  1. Andy   Samstag, 21. Februar 2015, 10:48 um 10:48

    Bedenklich finde ich auch Ansichten, wie sie in der ‚Welt‘ zum Thema geäußert werden. Dort reden man über die gestiegene Kaufkraft durch die negative Inflation. Tatsächlich sind aber besonders in den Bereichen Heizöl und Kraftstoffe die Preise gesunken (um 19,2 %). Das ist ein Posten, von dem ein ALG2-Empfänger nicht viel anfangen kann, denn die gesunkenen Heizkosten entlasten zwar die Kommune, stärken aber nicht die Kaufkraft aus dem Regelsatz, weil der Posten darin nicht enthalten ist. Kraftstoffe benötigt er nicht, da er sich kein Kraftfahrzeug leisten kann. Strom, Gas und andere Brennstoffe sind um 5,7 % im Preis gesunken. Da wäre allenfalls der Strom aus dem Regelsatz zu zahlen, und wir haben ja bereits festgestellt, dass hier der Regelsatz ohnehin viel zu niedrig ist. Außerdem passt der Anbieter nicht den Kundenpreis an den Börsenpreis an. Mit – 3,2 % folgt dann Obst. Hier muss man dann mal sehen, ob das auch auf die Discounter zutrifft, bei denen sich Ärmere eindecken müssen, grundsätzlich kauft man mit ALG2 aber eher selten Obst, sondern eher energiereiche Nahrungsmittel wie Pasta.
    Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind aber nur um 1 % im Preis gesunken, während die Preise für Alkohol und Tabak um 2,2 %, Gesundheitspflege um 1,1 %, Bekleidung und Schuhe um 1,1 %, andere Waren und Dienstleistungen um 0,8 %, Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör um 0,6 % gestiegen sind. Für Arme, besonders ALG2-Empfänger dürfte sich also nichts verbessert haben…

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  2. peter-deutsch   Samstag, 21. Februar 2015, 8:10 um 8:10

    @Andy , sie haben die „Lage“ richtig eingeschätzt ! Auch halte ich eine Verfälschung der Tatsachen für gegeben wenn man bei der Armutsberechnung vom mittleren Einkommen ausgeht und NICHT vom NETTO des mittleren Einkommens … eine „Steigerung“ von hier 180 Euro ( siehe oben ) im Brutto hat kaum Effekte auf das Netto weil die Abgabenlast proportional über Steuern , steigende Ausgabepositionen steigt … bei manchen eine Null/Null Entwicklung !

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  3. Andy   Freitag, 20. Februar 2015, 22:36 um 22:36

    Die Rheinische Post enttäuscht wohl am meisten mit ihren Schlussfolgerungen… Das mag Dummheit oder die weit verbreitete Ignoranz sein… Wären die in Deutschland lebenden Bürger alle vollzeitbeschäftigt, fehlten inzwischen ca. 13 Millionen Arbeitsplätze… Da hilft Bildung nicht weiter, das versteht selbst der Dümmste… Die, die es nicht verstehen, sind eben noch dümmer als der Dümmste oder sie wollen auch weiterhin den künstlich geschaffenen Niedriglohnsektor bestehen lassen… Eine sinnvollere Schlussfolgerung wäre, eine 30-Stunden-Woche einzuführen, einen höheren Mindestlohn ohne Ausnahmen einzuführen, Vermögen und hohe Einkommen stärker zu besteuern, eine verpflichtende Bürgerversicherung zu etablieren, …

    Es ist auch völlig sinnlos, Arbeitslosen zu mehr Bildung zu raten, wenn man selbst mit seiner Bildung nichts anzufangen weiß… Da kommt dann solch Gedankengut auf, wie das des Autors der RP… Bildung für alle, kostenlos und absolut chancengleich, JA! Aber anzunehmen, dass man damit das Erwerbslosenproblem bekämpfen kann ist schon fast infantil…

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