Hasselfeldt sieht Belastungsgrenze in Bayern „überschritten“

Flüchtlingszahlen sind ein Ansporn zur Hilfe

Hasselfeldt sieht Belastungsgrenze in Bayern „überschritten“

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sieht Bayern angesichts des Flüchtlingsandrangs überfordert und hat mehr Solidarität der anderen Bundesländer eingefordert. „Die Belastungsgrenze in Bayern ist erreicht, teilweise auch deutlich überschritten“, sagte Hasselfeldt der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagausgabe). „Angesichts der anhaltend hohen Zahl von Flüchtlingen in Bayern und insbesondere München appelliere ich an die anderen Bundesländer, unbürokratisch zu helfen und Bayern deutlich mehr Flüchtlinge abzunehmen.“ Hasselfeldt forderte auch „schnellstmöglich den Zustrom“ zu begrenzen und dafür zu sorgen, „dass wieder weniger Menschen zu uns kommen“. Es müsse alles dafür getan werden, dass die Außengrenzen der EU gesichert würden und die Länder unterstützt werden, „an deren Grenzen die Flüchtlinge als erstes ankommen“. Hier sei besonders die EU gefordert. Rheinische Post

Europaministerin Beate Merk ruft internationale Staatengemeinschaft zu Solidarität mit Flüchtlingen auf

Europaministerin Dr. Beate Merk ruft die internationale Staatengemeinschaft zur Solidarität mit Flüchtlingen auf. Merk: „Die humanitäre Katastrophe in Syrien und der Flüchtlingsstrom aus dieser Region ist nicht nur ein europäisches Problem. Wir haben es hier mit einer Herausforderung für die gesamte Weltgemeinschaft zu tun. Auch besonders leistungsfähige Staaten wie die USA müssen angesichts der humanitären Katastrophe jetzt sofort deutlich mehr Flüchtlinge als bisher aufnehmen“.

Merk: „Flüchtlingsansturm ist Herausforderung für gesamte Weltgemeinschaft“

„Bayern schultert gerade in diesen Tagen und Stunden eine gewaltige Aufgabe und tut alles Menschenmögliche, damit Flüchtlinge sicher und gut versorgt in Deutschland unterkommen können. Auf Dauer sind aber Bayern, Deutschland und all die Länder, die bisher schon viele Menschen aus Syrien aufgenommen haben, mit dieser Aufgabe überfordert. Andere EU-Länder müssen jetzt endlich ihren Teil der Verantwortung übernehmen und Flüchtlinge aufnehmen. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit in Europa. Aber auch die restliche Welt darf ihre Augen nicht vor der Flüchtlingskatastrophe verschließen. Die Weltgemeinschaft muss sich jetzt zusammentun, um diese Aufgabe zu schultern“, so die Europaministerin.

„Auch USA muss deutlich mehr Flüchtlinge insbesondere aus Syrien aufnehmen“

„Die wichtigsten Staaten der Welt, allen voran die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, sind jetzt gefordert, gemeinsam alle Anstrengungen um eine politische Lösung des Syrienkonflikts zu unternehmen. Gerade nach der Einigung über das iranische Atomprogramm sollten die USA und Russland nach Lösungen auch für Syrien suchen. Solange die Region instabil ist, wird der Flüchtlingsstrom nicht abreißen“, so die Ministerin.

„Ich appelliere zudem an die USA als einen führenden globalen Akteur im Nahen Osten, erheblich mehr Flüchtlinge als bisher beabsichtigt aufzunehmen. Aber ich sehe auch die arabischen Golfstaaten und Russland hier in der Pflicht“, so Merk. Mitteilungen Bayerische Staatsregierung

Flüchtlingszahlen sind ein Ansporn zur Hilfe

Jeden Tag überschlagen sich die Zahlen: Allein am gestrigen Dienstag sind 5000 Flüchtlinge in München angekommen und 3500 in NRW. Fürs ganze Jahr wurden 800 000 Menschen vorhergesagt, seit gestern gilt auch diese Zahl bei Politikern wie NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) als überholt, weil zu niedrig. Viele Bürger in diesem Land lassen sich aber von Zahlen nicht schrecken, sondern sehen sie vielmehr als Ansporn zu helfen. In einigen Kommunen ginge heute ohne die ehrenamtlichen Kräfte nichts mehr, so viele wollen beim Aufbau von Betten, bei Behördengängen oder Deutschunterricht helfen.

In manchen Orten ist die Welle der Hilfsbereitschaft so heftig, dass die offiziellen Stellen die Anfragen und Angebote kaum bewältigen können, wenn sie nicht mehr Personal bekommen. Die Hilfe ist gut und gut gemeint, darf aber die offizielle Arbeit für Flüchtlinge nicht beeinträchtigen. Wer aber die Facebookseiten der Initiativen beobachtet, ist überrascht, wie schnell Bitten erfüllt und wie zielgerichtet Probleme gelöst werden. Nach Diskussionen um ausländerfeindliche Hetze im Internet macht das soziale Netzwerk mit dieser Arbeit seinem Namen wieder alle Ehre – zum Glück. Rheinische Post

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