Hat der griechische Finanzminister den Stinkefinger gezeigt?

GÜNTHER JAUCH: Keine Anzeichen für Fälschung bei Ausschnitt aus Varoufakis-Video

Hat der griechische Finanzminister den Stinkefinger gezeigt?

Seit gestern Abend häufen sich die Medienanfragen zu den Vorwürfen des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, ein in der Sendung GÜNTHER JAUCH gezeigtes Video, das ihn zeigt, sei manipuliert worden. Die Redaktion von GÜNTHER JAUCH lässt weiterhin durch mehrere Netzexperten die Echtheit dieses Videos prüfen.

Yanis Varoufakis

Nach bisherigem Kenntnisstand kann die Redaktion von GÜNTHER JAUCH aber keinerlei Anzeichen von Manipulation oder Fälschung in dem während der Live-Sendung gezeigten Video feststellen. In dem betreffenden Ausschnitt ist Varoufakis bei einem Vortrag im Jahr 2013 in Zagreb zu sehen: „My proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting – just like Argentina did – , within the Euro, in January 2010, and stick the finger to Germany and say: „Well, you can now solve this problem by yourself.“ Während dieser Aussage ist Varoufakis im Video zu sehen, wie er den Mittelfinger zeigt.

In der Sendung am Sonntagabend hat Varoufakis mehrfach geäußert, dass er den Finger nicht gezeigt habe und die Bilder manipuliert seien.

Varoufakis-Video laut Experten-Einschätzung nicht manipuliert

Der am Sonntagabend in der Sendung GÜNTHER JAUCH gezeigte Videoausschnitt von einem Auftritt des heutigen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis beim Subversive Festival in Zagreb am 15. Mai 2013 enthält nach Aussage verschiedener Medienexperten und Netzforensiker keinerlei Hinweis auf eine Manipulation oder Fälschung und könne als authentisch eingestuft werden.

Varoufakis hatte in der Sendung am Sonntagabend mehrfach geäußert, dass er den Mittelfinger nicht gezeigt habe und die Bilder manipuliert seien: „That video was doctored! I never gave the finger. I’ve never given the finger ever. This was doctored.“

Thomas Gloe, Geschäftsführer von „Dence, Fälschungserkennung bei digitalen Bildern, Videos und Audio“ bestätigte der Redaktion GÜNTHER JAUCH nach einer ersten Sichtung des Materials, dass das Video „plausibel und authentisch“ aussehe.

Diese Einschätzung teilen auch die Netzanalysten von „storyful“. Die Langversion des Videos sei zudem vom Konferenzveranstalter in Zagreb selbst über dessen offiziellen Twitter-Kanal verbreitet worden: „Storyful found no evidence to suggest the video had been doctored.“

Auch der Video-Analyst „Conflict Reporter“ bestätigte der Redaktion, dass er das Material „zu 99,9 Prozent für authentisch“ halte. Für eine Fälschung gebe es keinerlei Indizien: „Kein neues Licht, keine veränderten Kamerawinkel, keine Schnitte – es gibt keinen Hinweis auf eine Manipulation.“ Zudem sei die gesamte Körperlichkeit von Varoufakis passend zur Geste. „Das Gesagte passt zum Gezeigten. Da hätte man ja sonst noch die Lippenbewegungen bearbeiten müssen“, so der „Conflict Reporter.“

Zudem äußerte sich einer der Mitveranstalter des Festivals, Igor Stiks, gegenüber der Redaktion GÜNTHER JAUCH dahingehend, dass er das Video für nicht manipuliert halte. Stiks bestätigt den Auftritt von Varoufakis bei der Veranstaltung und die Verwendung der Mittelfinger-Geste als Antwort auf eine Publikumsfrage, spricht sogar von einer zweiten Sequenz, in der Varoufakis den Mittelfinger zeige.

In einem Gespräch sagte auch Marko Kostanic, Moderator der damaligen Buchpräsentation von Yanis Varoufakis beim Subversive Festival, gegenüber der Redaktion, dass er nicht an eine Fälschung des Videos glaube: „I don’t remember the gesture (it was two years ago) neither am I a technical expert, but I think that the video isn’t fake.“

Simone Bartsch,

DasParlament

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