IS-Terroristen planten offenbar Anschlag in Düsseldorf

Den Fahndungsdruck erhöhen

IS-Terroristen planten offenbar Anschlag in Düsseldorf

Die Aufdeckung der Terrorzelle macht überdeutlich, dass unsere Sicherheit alltäglich in Gefahr geraten kann. Der Fahndungserfolg ist aber zugleich ein Indiz dafür, dass die Sicherheitsbehörden hinter den Kulissen offenbar einen ziemlich guten Job machen. Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

Nach Düsseldorfer Anschlagsplänen drängt Union auf schnelle Verabschiedung neuer Antiterror-Gesetze

Nach der Aufdeckung des geplanten Islamisten-Anschlages auf die Düsseldorfer Altstadt drängt die Union im Bundestag auf eine schnelle Verabschiedung neuer Antiterror-Gesetze. „Die rechtzeitige Festnahme der drei Islamisten zeigt, dass unsere Sicherheitsbehörden aufmerksam sind und gewissenhaft und gut vernetzt arbeiten“, sagte Unions-Innenexperte Stephan Mayer (CSU) der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Es wäre falsch, jetzt in Panik und Hysterie zu verfallen, sagte Mayer. „Umso wichtiger ist es jedoch, dass wir schnell die parlamentarischen Beratungen zum neuen Anti-Terror-Paket voranbringen, weil dadurch insbesondere auch die internationale Zusammenarbeit des Bundesamtes für Verfassungsschutz erleichtert werden soll.“.

Freiheit und Offenheit brauchen Schutz

Oft haben wir geschrieben: Der Terror kommt näher. Nun ist er da. Als Planung zwar. Aber doch direkt vor der Haustür. Düsseldorf, Heinrich-Heine-Allee. Das logistische Herz der Landeshauptstadt. Es gibt wohl kaum einen Bewohner, der diese Straße nicht schon überquert hat. Es sollte ein Anschlag im „Mumbai-Style“ sein, wie die Sicherheitsexperten die perfide Taktik euphemistisch nennen. Mehrere Angreifer an mehreren Orten mit möglichst vielen Toten. Die Heine-Allee ist jedes Wochenende Startort für Tausende, die ausgelassen feiern, lachen und flirten wollen. Sie wollen die Freiheit des Feierabends genießen.

Genau das haben die hasserfüllten Islamisten im Visier. Für sie ist Leben in Freiheit eine Todsünde. Man denkt an Bataclan, den Konzertsaal im Vergnügungsviertel in Paris, der erst vor einem halben Jahr im Mittelpunkt eines islamistisch motivierten Anschlags stand. Was nun? Zunächst einmal ruhig bleiben. Wenn zutrifft, was der Generalbundesanwalt gestern so überraschend konkret öffentlich gemacht hat, waren die Pläne zwar weit gediehen. Aber die Tatwerkzeuge, Sprengstoffgürtel und Granaten, nicht gefertigt. Die Sicherheitsbehörden kamen den mutmaßlichen Terroristen vorher auf die Schliche. Dafür gebührt den Fahndern und Ermittlern Dank und Respekt. Das ist es auch, was zu tun ist. Freiheit braucht Schutz. Der islamistische Terror ist perfide, feige, er trifft immer Zivilisten. Nur eine möglichst gute Präventionsarbeit des Sicherheitsapparats kann den Terror bremsen, eindämmen lässt er sich nie. Kompetenzgerangel, politische Taktiererei oder Pfennigfuchser dürfen einem wirksamen Sicherheitsapparat in Zeiten des Terrors nicht im Wege stehen.

Es sieht so aus, als ob die Behörden von der französischen Justiz über das Bundeskriminalamt bis zur Düsseldorfer Polizei gut zusammengearbeitet haben. Vertraulich, und am Ende wohl auch wirksam. Das muss so bleiben. Was wir noch brauchen, ist ein Aufstand der Muslime gegen die Islamisten. Viel energischer, viel klarer, als das bisher der Fall ist. Und wenn es stimmt, dass die mutmaßlichen Terroristen die Flüchtlingsroute über Griechenland und den Balkan nutzten, um zielstrebig und unerkannt nach Deutschland zu kommen, muss das die Politik alarmieren. Das Asylrecht wurde verschärft, aber wir wissen immer noch nicht, wer wirklich zu uns gekommen ist und wo er oder sie sich gerade aufhalten. Das ist besorgniserregend. Eine stärkere Überprüfung der Flüchtlinge ist deshalb keine rechte Hetze, sondern rechtsstaatliche Notwendigkeit. Freiheit braucht Schutz. Auch die Willkommenskultur braucht diesen Schutz. Rheinische Post

Den Fahndungsdruck erhöhen

Wie sicher ist es in Frankreich, wenn sich ab dem 10. Juni dort vier Wochen lang die europäische Fußballwelt trifft, um ihr Meisterteam zu ermitteln? Diese Frage scheint die Öffentlichkeit aktuell am meisten umzutreiben. Bis heute. Da wird bekannt, dass es konkrete Hinweise auf eine geplanten Anschlag islamistischer Terroristen gibt, der in der Düsseldorfer Altstadt geplant gewesen sein soll. Wären die laut den Ermittlungen bereits seit 2014 bestehenden Pläne des islamistischen Terrornetzwerks Islamischer Staat (IS), dass sich zwei Selbstmordattentäter in einer vielbesuchten U-Bahn-Station in die Luft gesprengt hätten Wirklichkeit geworden, hätte Deutschland wohl ein blutiges Drama erlebt. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen.

Und die Sicherheitsbehörden arbeiten grenzübergreifend daran, dass dies so bleibt. Ebenso, wie sie alle Kraft darauf verwenden, in Frankreich eine für alle Beteiligten sichere Fußball-Europameisterschaft zu gewährleisten. Die jüngsten Erkenntnisse, die bei Vernehmungen in Frankreich gewonnen wurden, zeigen mehrerlei: Die Gefahr terroristischer Anschläge der islamistischen Szene ist in Europa zur täglichen Realität geworden. Der Bedarf, den internationalen Fahndungsdruck auf potenzielle Täter zu erhöhen, ist deshalb mehr denn je gegeben. Dazu gehört auch ein zügiger Datenaustausch aller Ermittler über Staatsgrenzen hinweg. Aber: Die freiheitliche Gesellschaft darf sich durch die Gefahr nicht paralysieren lassen. Denn dies ist das Ziel aller Terroristen. Matthias Bungeroth, Neue Westfälische

IS-Anschlag in Düsseldorf vereitelt: drei Festnahmen

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