Muslime als Heimatbotschafter? Heimatförderung auch für Islamvereine in NRW

Heino als Heimatbotschafter des Landes NRW

Muslime als Heimatbotschafter? Heimatförderung auch für Islamvereine in NRW

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) will ihr Heimat-Förderprogramm auch für islamische Kulturvereine öffnen. „Natürlich können sich auch islamische Kulturvereine um die Heimatpreise und die Fördergelder bewerben, die das Heimatministerium ausloben wird“, sagte Scharrenbach im Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Die erste Heimatministerin des Landes hatte vor wenigen Tagen eine Rekordsumme von 113 Millionen Euro für die Förderung von Heimatprojekten in NRW angekündigt.

Ihren interkulturellen Ansatz begründete Scharrenbach so: „Wir fördern, was Menschen verbindet und fragen auch, was verbindet uns mit anderen Ländern.“ In ihrer Partei stößt Scharrenbachs Vorgehen nicht nur auf Gegenliebe. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte dazu: „Dass ausgerechnet unter der Überschrift ,Heimatförderung‘ jetzt auch islamische Kulturvereine unterstützt werden können oder sollen, ist doch sehr irritierend.“

Man wundert sich schon ein wenig, wie lange über Horst Seehofers sprachwissenschaftlichen Exkurs unter dem Motto „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ diskutiert wird. Inhaltlich ist dazu eigentlich alles geschrieben. Zum Beispiel im Grundgesetz. Wie die hier lebenden Muslime gehört auch ihre Religion zu diesem Land. Religionsfreiheit gilt auch für Muslime. Viel wichtiger ist, dass konkrete politische Lösungen für die Defizite bei der Integration gefunden werden. Der Innenminister sollte klären, wie Familien identifiziert werden, in denen Väter und Brüder ihre Töchter und Schwestern nach Scharia-Regeln „erziehen“ wollen.

Wie können Schulen auf Bedrohungen durch junge Muslime reagieren, die jüdische Kinder als „Ungläubige“ verfolgen, wie in Berlin geschehen? Wie lässt sich die Finanzierung von Moscheen durch ausländische Staaten stoppen? Wie werden wir Imame los, die Fanatismus predigen, oder kriminelle Clans, die unsere Sozialsysteme ausnutzen? All das muss auf den Tisch. Aber warum sollen nicht gleichzeitig auch Muslime, die den Rechtsstaat ehren und sich in Köln, Krefeld oder Kleve längst zu Hause fühlen, Heimatbotschafter werden wie Heino und Hannelore? Michael Bröcker –  Rheinische Post

Holdrio, duwiduwidi, holdria

Nein, diese Überschrift ist kein Fehler, also kein Buchstabensalat eines übermüdeten Autors. Nein. Es ist der Refrain von „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Eines dieser Volkslieder, Ende des 18. Jahrhunderts komponiert, das die Nazis für ihre Zwecke verfremdet haben. Genauso wie das Lied „Wenn alle untreu werden“, verewigt im SS-Liederbuch. Nein, dafür kann Heino nichts. Heino ist kein Nazi. Es sind halt einige Lieder, die zu seinem Repertoire gehören, die vor seiner Zeit in braune Soße getunkt wurden. Kritiker sprechen hingegen von seiner einfältigen Haltung zu völkischem Liedgut.

Ganz falsch ist das nicht. Sei es drum. Jetzt ist Heino Heimatbotschafter der Landesregierung. Warum? Und der 79-Jährige schenkt der Heimatministerin Lieder dieser Art. Warum? Weiß Ministerin Scharrenbach, was sie tut? Offenbar nicht. Vor der Wahl wird populär die Einrichtung eines Heimatministeriums versprochen, nach der Wahl weiß die Landesregierung nicht, wie sie seine Arbeit begreifen soll. Ohne inhaltliche Substanz und Zielsetzung dümpelt die Heimat vor sich hin. Fehlt noch ein Mutmacher: Caramba, Caracho, ein Whisky. Joachim Karpa – Westfalenpost

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