N24-Emnid-Umfrage zur SPD: Zwei Drittel der Deutschen hält Schulz für schlechten SPD-Chef

SPD im Umfragekeller

N24-Emnid-Umfrage zur SPD: Zwei Drittel der Deutschen hält Schulz für schlechten SPD-Chef

Doch die Worte des Vizekanzlers und Architekten der bisherigen GroKo sind kaum von Relevanz. Obwohl einer der erfahrensten Großkoalitionäre, gehört er dem SPD-Sondierungsteam nicht an. Der Außenminister wird versteckt. Aus Angst, seine Mitwirkung könnte als Weichenstellung in Richtung GroKo gewertet werden. Doch in Verhandlungen ist Angst der schlechteste Ratgeber. Und sie macht sich, wie die Umfragen zeigen, auch beim Wähler nicht gut. Straubinger Tagblatt

Die SPD sortiert sich auf ihrem Parteitag neu und streitet über die Rolle ihres Vorsitzenden Martin Schulz. Aber wie finden die Wähler den SPD-Chef? Wer könnte den Job besser machen? Und wie vernünftig sind die SPD-Bedingungen für eine Neuauflage der Großen Koalition?

In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage bewerten nur 31 Prozent der Befragten Martin Schulz als eher guten SPD-Chef. 45 Prozent finden, er sei ein eher schlechter Parteivorsitzender. Bei den SPD-Wählern ergibt sich ein anderes Bild: Dort finden 60 Prozent „ihren“ Parteichef Martin Schulz eher gut, nur 29 Prozent der sozialdemokratischen Anhänger finden ihn schlecht. Insgesamt meinen 32 Prozent der Deutschen, Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel wäre der derzeit am besten geeignete SPD-Vorsitzende. Martin Schulz folgt auf dem zweiten Platz mit 22 Prozent Zustimmung, vor Olaf Scholz (14 Prozent) und Andrea Nahles (9 Prozent).

Das SPD-Zustimmungsprozedere zur GroKo finden 49 Prozent der Deutschen grundsätzlich gut, weil sie es für basisdemokratisch halten. Aber es gibt auch Kritik an der Legitimierung der Großen Koalition durch Parteitag, Parteikonvent und schließlich eine Mitgliederbefragung. 33 Prozent der Bürger dauert das zu lange, 29 Prozent finden das Prozedere schlecht, weil am Ende nur SPD-Mitglieder über die GroKo abstimmen dürfen. 23 Prozent befürchten, die SPD-Führung werde durch die Zwischenlegitimierungen in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeengt. Quelle N24/Emnid. N24 Programmkommunikation

Nüchterne Gespräche statt Inszenierung – Angela Merkel dürfte froh darüber sein. Die Kanzlerin hatte fast zeitgleich ein Theaterstück aufzuführen, das an Brisanz mit dem Auftritt des Sozialdemokraten mithalten konnte. Merkel musste auf dem CSU-Parteitag Horst Seehofer hochleben lassen, jenen Mann, der sie an gleicher Stelle vor zwei Jahren wegen des Flüchtlingsstreits wie ein Schulmädchen abgekanzelt hatte. Immerhin: Merkel meisterte die Situation souverän. Vielleicht sollte es Schulz zur inneren Entspannung auch mal mit der Raute probieren. Thomas Fricker – Badische Zeitung

Kauder appelliert an SPD: „Es ist jetzt keine Zeit für Experimente“

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat an die SPD appelliert, keine Experimente in den Gesprächen mit der Union über eine mögliche Fortsetzung der großen Koalition zu machen. „Wir leben in sehr anspruchsvollen Zeiten – was die Lage in Deutschland angeht, aber vor allem international. Wir brauchen deshalb gerade in den nächsten Jahren eine Regierung auf einer absolut verlässlichen Basis. Das ist eine Koalition“, sagte Kauder der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Er mahnte: „Es ist jetzt keine Zeit für Experimente.“ Der SPD-Parteivorstand habe am Freitag eine „staatspolitisch richtige Entscheidung“ getroffen, Sondierungsverhandlungen mit CDU und CSU aufzunehmen. In fairen und vertrauensvollen Gesprächen müssten die drei Parteien nun alles daransetzen, eine stabile Regierung zu bilden. Er sei fest davon überzeugt, dass das trotz unterschiedlicher Auffassungen zu schaffen sei. SPD-Chef Martin Schulz hatte gesagt, seine Partei wolle über „eine möglichst stabile Regierung“ sprechen. Die Union will aber nur über eine große Koalition sprechen und nicht über andere Modelle wie die Tolerierung einer Minderheitsregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) oder eine sogenannte Kooperations-Koalition („Koko“) mit wechselnden Mehrheiten im Bundestag. Rheinische Post

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