Neue NRW-Umweltministerin holt sich Tipps von Amtsvorgängerin Christina Schulze Föcking

NRW hätte vermeintlichen Hackerangriff gegen Schulze Föcking geheim halten sollen

Neue NRW-Umweltministerin holt sich Tipps von Amtsvorgängerin Christina Schulze Föcking

Die neue nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser CDU) hält nichts von einzelnen Straßensperrungen für bestimmte Dieselfahrzeuge wie in Hamburg. „Ich bin sehr skeptisch. Streckensperrungen über 450 Meter sind sicher keine Lösung“, sagte sie der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Mit ihrer zurückgetretenen Amtsvorgängerin Christina Schulze Föcking (CDU) befinde sie sich in regelmäßigem Austausch. „Sie gibt mir den einen oder anderen Tipp. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Thematisch haben wir ja einen ähnlichen Erfahrungshorizont“, sagte Heinen-Esser, die sehr schockiert ist über die Hasskommentare gegen ihre Vorgängerin.

„Es besorgt mich sehr, wenn Aktivisten mit persönlichen Beleidigungen und Diffamierungen unterwegs sind. Ich habe Plakate im Internet gesehen mit Fotos von Christina Schulze Föcking, die wie Fahndungsplakate gestaltet sind. Hier sind die Grenzen des Zulässigen und Zumutbaren deutlich überschritten. Das geht gar nicht“, betonte Heinen-Esser. Den bevorstehenden Untersuchungsausschuss im Landtag wegen des vermeintlichen Cyberangriffs auf das Privathaus der Familie Schulze Föcking, der sich als Bedienungsfehler entpuppte, blickt Heinen-Esser entspannt entgegen. „Wenn die Opposition einen solchen Ausschuss möchte, ist das ihre Entscheidung. Ich würde mich freuen, wenn bei der Opposition auch die Sachthemen wieder stärker in den Fokus rücken würden“, sagte die Ministerin.

Forensik-Experte: NRW hätte vermeintlichen Hackerangriff gegen Schulze Föcking geheim halten sollen

Aus kriminalistischer Sicht war falsch, dass die NRW-Landesregierung den vermeintlichen Hacker-Angriff auf Ex-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking schon am Tag nach der Attacke bekanntgab. Das sagt der Cybersecurity-Experte Frank Hülsberg. „Wenn wir einen digitalen Angriff vermuten, gehen wir genau andersrum vor als die Landesregierung in diesem Fall“, sagt der Partner der Wirtschaftsprüfungsfirma Warth & Klein Grant Thornton. Hülsberg beschreibt, wie Unternehmen mit solchen Problemen umgehen: „Ein solcher vermuteter Angriff wird extra geheim gehalten. Dann legen wir digitale Lockvögel aus, genannt Honeypots, und können so möglicherweise den Angreifer wegen seiner digitalen Spuren identifizieren bzw. zurückverfolgen. Natürlich werden sensible Daten gleichzeitig gezielt geschützt. Wenn ich dagegen einen vermuteten digitalen Angriff öffentlich anspreche, erschwere ich ja nur das Identifizieren möglicher Täter.“ Rheinische Post

Laschet hat ein dickes Problem

Die ein Jahr junge Regierung Laschet hat ihre erste ernstzunehmende Krise. Dass der angebliche Hackerangriff in den Privaträumen der zurückgetretenen Umweltministern Christina Schulze Föcking sich im Nachhinein als bloßer Wlan-Bedienfehler herausgestellt hat – geschenkt. Aber die Staatskanzlei hat seinerzeit aus Verdachtsmomenten Fakten konstruiert und damit die Opposition zu einer Solidaritätsadresse für eine Ministerin bewogen, die im Fokus der Kritik stand.

Das ist keine Kleinigkeit. Die Staatskanzlei verschaffte Schulze Föcking durch völlig deplatzierten Alarmismus eine Atempause. Noch gravierender ist, dass die Regierung die Öffentlichkeit nicht zügig aufklärte, als sich der vermeintliche Hackerangriff als Luftnummer entpuppte. Wer derart fahrlässig mit der Wahrheit umgeht, muss sich nicht wundern, wenn aus einem lauen Lüftchen ein Sturm wird. Armin Laschet hat jetzt ein dickes Problem. Ein Untersuchungsausschuss wäre nur konsequent. Jan Jessen – Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

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