NRW-SPD steht vor Kampfkandidatur um Fraktionsvorsitz – Ärger um Vorgehen bei Besetzung von Spitzenposten

Sebastian Hartmann soll neuer Chef der NRW-SPD werden

NRW-SPD steht vor Kampfkandidatur um Fraktionsvorsitz – Ärger um Vorgehen bei Besetzung von Spitzenposten

Die NRW-SPD stellt sich neu auf. Dabei gilt der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann nach Informationen der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen als aussichtsreichster Kandidat für den Vorsitz des mitgliederstärksten Landesverbandes. „Es gibt einen geordneten Prozess“, sagte Hartmann dem Blatt, „aber ich freue mich darüber, dass in der Frage mein Name fällt.“

Der noch amtierende Chef der NRW-SPD, Michael Groschek, ist laut informierten Kreisen auf Hartmann zugegangen, um ihn für seine Nachfolge zu gewinnen. Hartmann, Vorsitzender der SPD-Mittelrhein, habe sich in den drängenden Erneuerungsfragen der Partei gut eingebracht, heißt es. Der 40-jährige SPD-Politiker warb im Gespräch für einen „Programmentwurf, der über die Legislaturperiode hinausgeht“. Mutige Visionen sollten in der SPD einhergehen mit konkreter Verantwortungsübernahme.

Die neue Führung der NRW-SPD soll bei einem vorgezogenen Landesparteitag am 23. Juni in Bochum gewählt werden. Neue Westfälische

Nadja Lüders soll neue Generalsekretärin der NRW-SPD werden

Bei der Suche nach neuem Führungspersonal für die NRW-SPD kristallisieren sich laut der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vier Namen für die Spitzenpositionen heraus. Neben Sebastian Hartmann, der neuer Landeschef werden soll, gilt für den Posten des Fraktionsvorsitzenden Marc Herter als aussichtsreichster Kandidat. Neue NRW-Generalsekretärin soll Nadja Lüders werden, Vorsitzende des wichtigen Unterbezirks Dortmund. Als aussichtsreichste Kandidatin für den Posten der Parlamentarischen Geschäftsführerin im Landtag gilt die Bau- und Verkehrsexpertin Sarah Philipp. Der Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen, wichtige Gremien müssen noch zustimmen.

Michael Groschek hat sich selbst stets als Übergangskandidaten bezeichnet. Der Chef der Landes-SPD ließ sich nach der historischen Wahlniederlage in NRW nur für einen Zeitraum von zwei Jahren wählen. Noch kürzer fiel die Amtszeit von Fraktionschef Norbert Römer aus. Sein Mandat läuft Ende Mai aus. Mit dem 61-jährigen Groschek und dem 71-jährigen Römer treten zwei Sozialdemokraten ab, die für die alte Ruhrgebiets-SPD stehen. Die Anfänge ihres politischen Engagements fielen in eine Zeit, in der die SPD mit absoluten Mehrheiten unbehelligt in Düsseldorf regieren konnte.

Und in der das Ruhrgebiet die Herzkammer auch der Bundes-SPD war. Diese Zeiten sind längst vorbei. Ihre Kern-Klientel ist der SPD weitgehend abhandengekommen. Daher gilt es, den Prozess der Erneuerung schleunigst voranzutreiben. Es ist gut, dass Groschek erkannt hat, dass er dafür nicht der Richtige ist. Die SPD kann es sich nicht leisten, weitere wertvolle Monate verstreichen zu lassen, ohne dass die Parteireform entscheidend vorankommt. Groscheks Schritt war überfällig. Kirsten Bialdiga – Rheinische Post

In der NRW-SPD kündigt sich eine Kampfkandidatur um den Vorsitz der Landtagfraktion an. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ muss den Wunschkandidat von Amtsinhaber Norbert Römer, der bisherige Fraktionsgeschäftsführer Marc Herter aus Hamm, mit mindestens einem Gegenkandidaten rechnen. Der frühere NRW-Justizminister Thomas Kutschaty aus Essen kündigte im Gespräch mit der Zeitung indirekt eine Kampfkandidatur an: „Die Abgeordneten werden Ende Mai eine Auswahl treffen. Ich fände es nicht schlimm, wenn Sie dabei die Auswahl unter mehreren Kandidaten hätten.“

Nachdem die Pläne der Parteispitze für ein künftiges Personaltableau vor Ostern bekannt geworden waren, mehrt sich nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Partei und Fraktion die Kritik an dem „intransparenten Verfahren“. „Dieses Vorgehen geht vielen auf die Nerven. Da sind Leute am Werk, die aus der Pleite bei der Landtagswahl nichts gelernt haben“, sagte ein SPD-Landtagsabgeordneter vom Niederrhein. Er rügte, dass die Mitglieder einer Kommission, die Vorschläge für die Nachfolge von Parteichef Michael Groschek erarbeiten soll, aus den Medien von den Plänen erfahren hatten. Kölner Stadt-Anzeiger

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