Parteienforscher Niedermayer sieht Schulz-Effekt skeptisch

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Parteienforscher Niedermayer sieht Schulz-Effekt skeptisch

Martin Schulz kann sie schlagen, das werden wir unter Beweis stellen.“ SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel erklärte: „Die Leute haben die Nase voll von Merkels ambitionsloser Politik. Sie wollen eine klare Haltung und die kriegen sie bei Martin Schulz.“ Die Union muss nach den Worten von CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit Geschlossenheit und Kampfgeist auf den jüngsten SPD-Aufschwung in Umfragen antworten. „Die Zahlen machen deutlich: Es geht um was, wir müssen geschlossen kämpfen“, sagte Tauber. Er reagierte damit auf den neuesten ARD-Deutschlandtrend, der die SPD nach der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten in steilem Aufwind zeigt. Der Tagesspiegel

Der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer hat sich skeptisch zu dem guten Abschneiden der SPD und ihres designierten Kanzlerkandidaten Martin Schulz im aktuellen ARD-Deutschlandtrend geäußert. „Das Ergebnis ist angesichts des aktuellen Hypes um Martin Schulz nicht überraschend. Ich bin skeptisch, dass die SPD diese Werte langfristig halten kann“, sagte Niedermayer der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Erst in etwa acht Wochen könne man genauer prognostizieren, inwiefern der sogenannte Schulz-Effekt anhalten und die SPD nach vorne bringen werde, sagte Niedermayer. „Ich halte es für realistisch, dass Martin Schulz die Umfragewerte für die SPD steigern kann. Aber ich glaube nicht, dass die Sozialdemokraten am Ende an der Union vorbeiziehen können“, sagte der Politikwissenschaftler der Freien Universität Berlin. Er wies zudem darauf hin, dass auch mit den aktuellen Ergebnissen kaum Regierungsmehrheiten jenseits der großen Koalition möglich seien. „Derzeit steht die SPD noch wie eine Eins hinter Schulz. Um die anfänglichen Umfrageerfolge aber zu verstetigen, muss er bei innenpolitischen Themen klare Positionen beziehen“, sagte Niedermayer. Und dann könne es auch innerhalb der Partei ersten Widerstand geben. Rheinische Post

ARD-DeutschlandTrend – Sonntagsfrage: Nominierung von Schulz stärkt SPD

In der Sonntagsfrage kommt die SPD auf 28 Prozent (+8 Punkte im Vergleich zum Vormonat). Das ist der beste Wert, der für die SPD im DeutschlandTrend in dieser Legislaturperiode bisher gemessen wurde.

Die Union kommt auf 34 Prozent (-3), bleibt in der Sonntagsfrage aber stärkste Kraft. Die Linke erreicht 8 Prozent (-1), die Grünen ebenfalls 8 Prozent (-1). Die FDP kommt auf 6 Prozent (+1) und die AfD auf 12 Prozent (-3).

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.506 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

In der Direktwahlfrage legt Martin Schulz im Verhältnis zu der Befragung in der vergangenen Woche kräftig zu. Wenn man den Bundeskanzler direkt wählen könnte, würden sich 50 Prozent für Martin Schulz entscheiden (+9 Punkte im Vergleich zu Ende Januar). 34 Prozent würden Angela Merkel wählen (-7 im Vergleich zu Ende Januar). 7 Prozent der Befragten geben an, dass keiner der beiden Politiker als Regierungschef in Frage kommt (-4 im Vergleich zu Ende Januar).

Die Benennung von Martin Schulz stärkt in der Bevölkerung den Wunsch nach einem Wechsel in der Bundespolitik. 50 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die nächste Bundesregierung SPD-geführt ist. 39 Prozent sind der Auffassung, dass die nächste Bundesregierung von CDU/CSU geführt sein soll.

Momentan wird über Zusammensetzungen einer künftigen Regierungskoalition diskutiert. Die Fortführung des schwarz-roten Bündnisses aus CDU/CSU und SPD fänden 43 Prozent gut bzw. sehr gut für Deutschland (-5 im Vergleich zu November 2016). Eine Regierung aus Union und Grünen wird von 36 Prozent der Befragten bevorzugt (+/-0). Eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke fänden 33 Prozent der Befragten gut oder sehr gut für Deutschland (+/-0), ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP 31 Prozent (kein Vergleichswert im November 2016). Dass Union, Grünen und FDP die Regierung stellten, fänden 28 Prozent gut bzw. sehr gut (-4).

Befragungsdaten

– Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren – Fallzahl: 1.006 Befragte, Sonntagsfrage: 1.506 Befragte – Erhebungszeitraum: 30.1. bis 31.1.2017, Sonntagsfrage 30.1. bis 1.2.2017 – Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI) – Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Dual Frame – Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte * bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50% – WDR Presse und Information – ARD Das Erste

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