Sensoren helfen, die Welt zu verstehen

Der Schokoriegel für mehr Sicherheit

Haushaltsgeräte werden über Sensoren im Schokoriegel-Format mit dem Internet verbunden. Die Sensoren messen beispielsweise die Temperatur, die auch unterwegs über das Smartphone abgefragt werden kann.

Sensoren helfen, die Welt zu verstehen

Wer schon mal aus Versehen das Bügeleisen angelassen hat, kann sich über die Erfindung eines Start-ups freuen. Haushaltsgeräte werden über Sensoren im Schokoriegel-Format mit dem Internet verbunden. Die Sensoren messen beispielsweise die Temperatur, die auch unterwegs über das Smartphone abgefragt werden kann.

Die Zukunft beginnt neben dem Museum. Zumindest in Berlin, Tempelhofer Ufer. 300 Meter entfernt vom Technik-Museum hat sich das Start-upRelayr“ angesiedelt. Die neueste innovative Erfindung des Jungunternehmens: „Wunderbar“. Ein Produkt, das schon beim ersten Blick an eine Tafel Schokolade erinnert. Der Unterschied: Die Erfindung enthält keine süße Köstlichkeit. Sondern zahlreiche Sensoren, die beispielsweise Bewegung, Temperatur, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit messen. Diese Sensoren lassen sich kabellos mit Alltagsgeräten, beispielsweise Waschmaschinen oder Kühlschränken, verbinden – und zwar über das Internet. Ein anschauliches Musterbeispiel für das „Internet der Dinge“.

„Sensoren helfen, die Welt zu verstehen“

Relayr-Mitgründer Jackson Bond ist vom langfristigen Erfolg seiner Erfindung überzeugt: „Die von den Sensoren übermittelten Daten helfen uns, die Welt zu verstehen. Sie helfen uns, unsere Kinder zu schützen. Und sie helfen uns, uns vor uns selbst zu schützen, wenn ich zum Beispiel an ein Bügeleisen denke, das ich in der Hektik in der Wohnung angelassen haben.“

Das heiße Bügeleisen ist der Klassiker. Wer künftig auf Nummer sicher gehen will, könnte auf einen Temperatur-Sensor wie aus der „Wunderbar“ zurückgreifen. Dieser wird außen am Bügeleisen angebracht. Gleichzeitig lässt sich über eine Internet-App eine Verbindung zum Smartphone herstellen. Die Temperatur des Bügeleisens wird jederzeit in der App angezeigt. Ist man unterwegs, kann beispielsweise eine Push-Nachricht den Nutzer daran erinnern, dass das Bügeleisen heiß und folglich noch an ist.

Alarm, wenn sich das Fenster öffnet

Als weiteres Beispiel nennt Bond einen Kühlschrank. Hier wird via Smartphone Alarm gegeben, wenn der Kühlschrank nicht richtig verschlossen wurde. Oder das Kellerfenster, an dem ein Bewegungssensor angebracht wurde. Meldet sich hier die App, wird mancher Nutzer die Polizei informieren, weil er Einbrecher im Keller vermutet.

Die „Wunderbar“ ist aber nicht nur für Privatkunden gedacht. Das Berliner Start-up hat mit seinem digitalen „Werkzeugkasten“ vor allem Entwickler und junge Unternehmen im Blick. Wie „Insulin Angel“ beispielsweise. Die Firma nutzt die „Wunderbar“, damit Diabetiker per App darüber informiert werden können, wo sich ihr Insulin befindet und ob es zu warm gelagert ist.

Revolution der Digitalisierung

Insgesamt hat Relayr bereits über 2.000 Exemplare seiner Erfindung verkauft. Zunehmend beschäftigen sich auch größere Unternehmen mit dem „Internet der Dinge“, weiß Jackson Bond. Ein Kunde ist die Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH. Bond spricht von der „Revolution der Digitalisierung“. Und meint: „Ganze Industriezweige werden mittlerweile auf den Prüfstand gestellt. Die Unternehmen fragen sich: Bin ich innovativ genug, bin ich schnell genug?“

Auch Relayr stellt sich ständig diese Frage. „Das Internet der Dinge ist so schnell über uns hinweggerollt, man kann kaum noch hinterher kommen“, sagt Bond. Auf die Frage, was denn ein Trend in fünf Jahren sein könnte, zuckt Bond nur mit den Schultern und meint: „Das ist für das Internet der Dinge eine gigantische Zeit.“ Mit seinem Start-up will Bond der Zeit aber auch künftig voraus sein.

Das Berliner Unternehmen „Relayr“ ist Gewinner des diesjährigen CODE_n Award. Der Preis wurde im März auf der Cebit in Hannover vergeben. Über 400 Start-ups hatten sich für die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben. Jackson Bond war im April Referent beim Innovationsforum 2015, einer Veranstaltung unter dem Dach des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Deutschen Innovationspreises. Deutsche Bundesregierung

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