Städtetags-Hauptgeschäftsführer Dedy rechnet mit Problemen bei Notbetreuung von Kindern

Lehrerverbände zu Corona-Krise: Lehrkräfte sind bereit, ihren Beitrag zu leisten

Städtetags-Hauptgeschäftsführer Dedy rechnet mit Problemen bei Notbetreuung von Kindern

Der Hautgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, hat um Verständnis für anfängliche Probleme in den Kommunen bei der Notbetreuung von Kindern geworben, deren Eltern in „systemrelevanten Berufen“ arbeiten. „In den ersten Tagen wird es hier sicher noch ruckeln. Denn wir müssen Bescheinigungen der Arbeitgeber für bestimmte Berufsgruppen erhalten, dass Eltern am Arbeitsplatz unbedingt gebraucht werden“, sagte Dedy der „Saarbrücker Zeitung“.

Die Städte würden aber eine funktionierende Notbetreuung realisieren. Wichtig seien genaue Angaben der Länder zu den Berufen, damit die Kommunen einheitlich vorgehen könnten, erläuterte Dedy.

Konflikte erwartet der Städtetags-Funktionär auch mit Eltern, die im Zuge der Corona-bedingten Schul- und Kita-Schließungen keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten haben. „Ganz ohne Reibungen kann das nicht laufen“. Helfen müssten diesen Eltern besonders die Arbeitgeber, sagte Dedy. „Sie sollten jetzt, wo immer möglich, flexibel reagieren. Sie sollten zum Beispiel mehr Arbeit von zu Hause ermöglichen oder Überstundenausgleich gewähren“. Gefragt sei jetzt pragmatisches Handeln. „Das wollen wir in den Städten auch so handhaben“, versprach Dedy.¹

In einer gemeinsamen Erklärung zur Corona-Krise in Deutschand erklären die Vorsitzenden der Lehrerverbände unter dem Dach des dbb beamtenbund und tarifunion, Udo Beckmann, Jürgen Böhm, Gerlinde Kohl, Susanne Lin-Klitzing und Eugen Straubinger: „Die Lehrkräfte stehen angesichts der Schulschließungen bereit, ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten.“

In Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen ist für alle Lehrkräfte klar, dass es nun gilt, so viel Betreuung wie nötig und so viel Lernunterstützung wie möglich zu gewährleisten. Die Kultusministerien können auf die Bereitschaft der Lehrkräfte zählen.

Dafür braucht es – wie in einigen Bundesländern bereits in Angriff genommen – klare Regeln und Anweisungen für Lehrkräfte, Schulleitungen, Schülerinnen und Schüler und Eltern. Gerade in einer derartigen Krisensituation endet die Dienstpflicht der überwiegend verbeamteten Lehrerschaft nicht. Diese muss aber klar und transparent ausgestaltet werden.

„Eine wichtige Frage ist zum Beispiel, nach welchen Kriterien die Kolleginnen und Kollegen ausgesucht werden, denen die Notbetreuung der jüngeren Schülerinnen und Schüler, deren Eltern in systemrelevanten Berufen gebraucht werden, zugemutet werden kann? Hier erwarten wir klare Handlungsanweisungen der Ministerien an die Schulleitungen und deren volle Unterstützung sowie den Schutz der Kolleginnen und Kollegen, die selbst zur Risikogruppe gehören bzw. selbst kleine Kinder zu betreuen haben“, so die Vorsitzenden der Lehrerverbände unter dem Dach des dbb.²

Die Lehrerverbände unter dem Dach des dbb sind:
Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB)
Deutscher Philologenverband (DPhV)
Katholische Erziehergemeinschaft Deutschlands (KEG)
Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)

¹Saarbrücker Zeitung ²dbb – beamtenbund und tarifunion

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