Streiktaktik der GDL hat sich inzwischen abgenutzt

Die GDL auf falschem Gleis

Streiktaktik der GDL hat sich inzwischen abgenutzt

Bereits Streik Nummer sieben vor zwei Wochen hat gezeigt, wie stark die wenig einfallsreiche Streiktaktik der GDL sich inzwischen abgenutzt hat. Die Deutsche Bahn, aber auch ihre Tochter-Unternehmen reagieren inzwischen schon beinahe routiniert mit nahezu verlässlichen Ersatzfahrplänen, die den Reisenden zumindest ein Grundangebot sichern. Ging etwa bei der Berliner S-Bahn noch während der ersten Warnstreiks so gut wie gar nichts, konnte sie beim GDL-Streik vor zwei Wochen rund ein Drittel aller regulären Züge fahren lassen – und am zweiten Streiktag sogar noch ein paar mehr. Von Thomas Fülling BERLINER MORGENPOST

Claus Weselsky

Klingt kurios, ist aber so: Weil sie spürt, dass ihr im Sommer durch das Gesetz zur Tarifeinheit die Ohnmacht droht, lässt die Lokführergewerkschaft GDL bis dahin die Muskeln spielen. Sie weitet die Streikdauer immer weiter aus, um das Maximale zu erreichen, bevor das Gesetz Minigewerkschaften beschneidet. Durch die angestrebte Zuständigkeit für andere Berufsgruppen und einen für die Mitglieder hohen Tarifabschluss will die GDL Pflöcke einschlagen, die nicht wieder entfernt werden können, und sich die Loyalität ihrer Klientel sichern.

Allein so ist zu erklären, warum die GDL das jüngste Angebot der Bahn von 4,7 Prozent mehr Lohn und einer Einmalzahlung von 1000 Euro ablehnte. Die Offerte lag nah an den von den Lokführern geforderten fünf Prozent mehr Geld.

Der scheinbar endlose Abnutzungskrieg zwischen der Bahn, die auf das Gesetz zur Tarifeinheit wartet, und der GDL wird auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen. Die werden schon zum achten Mal unter dem hanebüchenen Fingerhakeln leiden. Ihre Geduld ist überstrapaziert, »Weselsky« zum Unwort geworden. Weil das so ist, sollte die GDL aufhören, sich damit zu rühmen, sie informiere vor der nächsten Streikrunde stets rechtzeitig. Das klingt in den Ohren der Pendler wie Hohn. Westfalen-Blatt

Weselsky attackiert andere Gewerkschafts-Chefs

GDL-Chef Claus Weselsky hat in scharfen Worten die „Bosse“ anderer Gewerkschaften angegriffen. „Gewerkschaftsbosse machen es sich im System bequem“, sagte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft in einem Interview der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagsausgabe) und ergänzte: „Der Fisch stinkt vom Kopf“. Gewerkschaftsführer äußerten sich heute gerne zu allen politischen Dingen und vergäßen dabei ihren „Hauptjob“, sich für Arbeitnehmerinteressen stark zu machen. Dazu gehöre vordringlich auch, Mitglieder zu gewinnen: Es mache ihm Sorgen, dass nur noch 20 Prozent der deutschen Angestellten gewerkschaftlich organisiert seien. Die Arbeitgeber hätten es geschafft, „eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft als nicht mehr notwendig zu erklären“. Dem setzten die Gewerkschaften zu wenig entgegen. Neue Westfälische

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