Union, SPD und Grüne lehnen neue Pauschale fürs Homeoffice ab

NRW-Konzerne setzen im Zusammenhang mit Lockdown wieder mehr auf Homeoffice

Union, SPD und Grüne lehnen neue Pauschale fürs Homeoffice ab

Die Hoffnung vieler Arbeitnehmer, ihre Arbeitsecke im Homeoffice von der Steuer absetzen zu können, droht zu platzen. Union, SPD und Grüne leisten Widerstand gegen die von Gewerkschaften, Steuerexperten und der FDP vorgeschlagene Homeoffice-Pauschale. Sie könne „dem Verkäufer, der Erzieherin und der Krankenschwester nicht erklären, warum sie leer ausgehen“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Antje Tillmann, dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Viele der kleinen Leute arbeiten in Jobs, in denen sie gar kein Homeoffice machen können“, sagte auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding, der Zeitung. „Warum sollten diese das Nachsehen haben, wenn andere entlastet werden?“

Der Finanzausschuss des Bundestags will sich voraussichtlich am Mittwoch mit dem Thema beschäftigen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Deutsche Steuergewerkschaft, der Bund der Steuerzahler und die FDP wollen Arbeitnehmern im neuen Jahressteuergesetz eine steuerliche Pauschale von 50 Euro im Monat einräumen, damit diese ihre Zusatzkosten für das Arbeiten zuhause von der Steuer absetzen können. Das würde vor allem den Beschäftigten helfen, die kein eigenes Arbeitszimmer haben. „Ich stelle mir eine einfache Pauschale vor, mit der Arbeitnehmer ihre Zusatzausgaben für Strom, Wasser, Heizung, Telefon, Internet und sonstige Ausgaben steuerlich geltend machen können, auch wenn sie kein Arbeitszimmer haben, sondern nur eine Arbeitsecke im Wohnzimmer frei räumen oder am Küchentisch arbeiten“, sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Katja Hessel (FDP), dem „Tagesspiegel“.¹

Nachdem der Staat die Unternehmen dazu aufforderte, wegen der steigenden Pandemiefälle wieder mehr auf Homeoffice zu setzen, schicken die meisten Konzerne in NRW tatsächlich wieder deutlich mehr Mitarbeiter ins Heimbüro. Das zeigt eine Umfrage der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ bei den 15 Unternehmen Bayer, Eon, Ergo, Evonik, Henkel, Lanxess, LEG, Metro, Post, RWE, Targobank, Telekom, Thyssenkrupp, Uniper und Vodafone. Kein Unternehmen hat weniger als die Hälfte der Mitarbeiter im Homeoffice, berichten die Unternehmen. Bayer Ergo, Henkel und Thyssenkrupp melden Werte von mindestens 60 Prozent Heimarbeit mit steigender Tendenz.

Werte von rund 70 Prozent melden LEG und Targobank. Evonik erhöht die Zahl der Homeoffice-Mitarbeiter von rund 50 Prozent im Sommer auf rund 80 Prozent, die Deutsche Post, RWE und Telekom berichten, sie würden die Zahl der Beschäftigten im Homeoffice soweit wie möglich hochfahren, was wohl so wie im Frühjahr weit über 80 Prozent bedeuten wird. . „Wir stellen unseren Mitarbeitern frei, in den kommenden Wochen vollständig im Homeoffice zu arbeiten, sofern dem keine dringenden Gründe entgegenstehen“, so die Telekom-Linie.

Bei Vodafone ging die Homeoffice-Quote im September zwar kurz unter 95 Prozent, aber jetzt liegt sie wieder bei diesem Wert. Beim Energiekonzern Uniper sind nur 100 der 2500 Verwaltungsmitarbeiter real im Büro, rund 96 Prozent arbeiten also zu Hause.²

¹Der Tagesspiegel ²Rheinische Post

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