Wolfgang Kubicki (FDP): Neues von der Taubernuss

CDU-General attackiert FDP-Chef Lindner: Nackte Existenz

Wolfgang Kubicki (FDP): Neues von der Taubernuss

CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber gab der „Bild am Sonntag“  und meinte: „Ich bezweifle, dass es Herr Lindner mit seinem jetzigen Stil in den Bundestag schafft. Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt. Der Grund, warum die FDP damals aus dem Bundestag geflogen ist, war nicht die CDU, sondern sie selbst. Und mit seinem selbstherrlichen Auftreten tut Herr Lindner gerade alles dafür, dass sie es wieder nicht schafft.“

Überteuerte Maßanzüge“ gegen „Taubernuss“: Gut acht Monate vor der Bundestagswahl liefern sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber und die FDP einen überraschenden Schlagabtausch. Überraschend deshalb, weil beiden Parteien doch als mögliche Koalitionspartner gelten. Dem nicht gerade als Lautsprecher bekannte Tauber ist offenbar der Kamm geschwollen, als er den auf smart getrimmten Auftritt des FDP-Chefs auf dem traditionellen Drei-Königs-Treffen der Liberalen vernahm. Dort hatte Lindner die Berliner Regierung massiv attackiert und sich zum neuen Fürsprecher der deutschen Mitte ernannt. Selbstbewusst und visionär – sagen seine Anhänger. Überheblich und opportunistisch – so seine Gegner. Für die FDP geht es 2017 um Alles oder Nichts. Das weiß Lindner nur zu genau. Er sucht die gezielte Provokation, um Öffentlichkeit zu schaffen. Und Tauber lässt sich provozieren, schießt ebenso überzogen zurück. Lindner mag ein Blender sein, ein Gauland-Double ist er sicher nicht. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Er wird hart werden. Am Ende geht es für die CDU um die Macht. Für die FDP um die nackte Existenz. Jörg Rinne – Neue Westfälische

Mit Vernunft den Bauch erreichen

Für ihn macht sogar einer wie Wolfgang Kubicki, schleswig-holsteinischer FDP-Chef und kameraverliebter Talkshow-Veteran, gerne das Vorprogramm. Die Rede ist von Christian Lindner. Sein Auftritt beim Dreikönigstreffen der Liberalen am Freitag war bemerkenswert. Bemerkenswert kämpferisch und rhetorisch bemerkenswert gut. Der junge Parteivorsitzende ist der Star der freien Demokraten. Er macht in Jeans und Turnschuhen eine genauso gute Figur wie im Anzug. er versteht es, den Ton zu treffen zwischen neoliberaler Kälte und sozialer Kuschelrhetorik. Doch ob ein Lindner reicht, um die FDP zurück in den Bundestag zu führen, muss sich erst noch zeigen.

Der Schleswig-Holsteiner Kubicki kann seinem Parteichef mit einem guten Ergebnis bei den Landtagswahlen im Mai immerhin Rückenwind geben. Bei der Abstimmung in Nordrhein-Westfalen eine Woche später steht Lindner als Spitzenkandidat selbst in der Verantwortung, bevor es im Herbst zur großen Nagelprobe kommt.

Die Ausgangslage für die FDP ist klar. Sie muss die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, sonst droht der Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Der von Lindner eingeschlagene Kurs kann zum Erfolg führen. Weltoffen, ohne die negativen Nebenwirkungen von Migration und Globalisierung zu negieren. Regeln durchsetzen, ohne den Bürger rund um die Uhr zu überwachen. Religion oder Herkunft nicht überhöhen, Politik für Jüngere statt Wahlgeschenke für Ältere. Solche Positionen können Anhänger finden in diesen Tagen, in denen mancher Regierende sich von Terrorgefahr und populistischer Angstmacherei treiben lässt. Allzuoft wirken die Antworten hilflos oder sie spielen Feinden von Demokratie und Toleranz in die Hände.

Doch differenzierte Lösungen auf komplexe Fragen lassen sich nicht unbegrenzt bewerben. In emotional geprägten Zeiten muss selbst eine Politik der Vernunft auch den Bauch der Wähler treffen. Und hier wird es auf einen ankommen, der mit 38 Jahren noch sehr jung ist im großen Politikbetrieb: auf Christian Lindner. Schwäbische Zeitung

Zu den Äußerungen des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber über den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner erklärt der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki:

„Mit seinen unverschämten Äußerungen hat sich Herr Tauber als ernstzunehmender Gesprächspartner endgültig disqualifiziert. Es zeigt einerseits die Nervosität der CDU vor den kommenden Wahlen, andererseits, wie tief diese Partei inzwischen gesunken ist. Wer einfordert, dass der Rechtsstaat die geltenden Gesetze auch durchsetzt, wird in die rechte Ecke gestellt.

Die CDU offenbart damit ein gebrochenes Verhältnis zum Recht. Dies ist auch nicht verwunderlich, war es doch die noch amtierende Bundeskanzlerin, die unter Bruch europäischer Verträge und deutschen Asyl- und Ausländerrechts die unkontrollierte Zuwanderung hunderttausender Menschen erst ermöglichte und die Illusion nährte, alle, die zu uns gekommen sind, hätten auch ein dauerhaftes Bleiberecht.

Bis heute weigert sich die CDU dagegen, ein Zuwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen, das uns die Kontrolle zurückgeben würde über den Zuzug nach Deutschland. Der CDU-Generalsekretär ist und bleibt eine Taubernuss.“ FDP

DasParlament

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