44 Prozent der Deutschen wollen trotz Corona Urlaub machen

In der Corona-Zeit suchen die Deutschen online deutlich häufiger nach Urlaub zu Hause - Griechenland liegt vor Mallorca

44 Prozent der Deutschen wollen trotz Corona Urlaub machen

Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der DEVK Versicherungen zeigt, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Urlaubsplanung der Deutschen hat. Die meisten Befragten haben ihre Reisepläne geändert. Sie verbringen den Sommer jetzt entweder in Deutschland oder bleiben ganz zu Hause. Allen, die ins Ausland wollen, empfiehlt die DEVK eine Auslandsreise-Krankenversicherung.

Mitte Juni hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung für die meisten Länder aufgehoben. Dennoch verbringen gut die Hälfte der Deutschen die Sommerferien voraussichtlich zu Hause. Ein Viertel der Befragten will im eigenen Land Urlaub machen. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der DEVK Versicherungen mit mehr als 2.000 Befragten. Immerhin 16 Prozent verreisen innerhalb der EU. 35 Prozent bevorzugen dabei Südeuropa – d.h. Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien und Spanien. Auch die mitteleuropäischen Länder, wie Luxemburg, Österreich, Polen oder Ungarn sind beliebte Ziele (23 Prozent – ohne Deutschland).

Junge Leute trauen sich ins Ausland

Vor allem junge Leute bis 24 Jahre sind dem Ausland positiv gewogen: 27 Prozent wollen diesen Sommer Urlaub innerhalb der EU machen, 8 Prozent wollen sogar ins außereuropäische Ausland reisen. Im Gesamtdurchschnitt wagen das nur 3 Prozent aller Befragten. Die ältere Generation ab 45 Jahre geht dagegen kein Risiko ein und bleibt lieber mehrheitlich zu Hause. Bei den über 55-Jährigen geben das 56 Prozent an. Auch Frauen sind vorsichtiger und bleiben in Deutschland (22 Prozent) oder ganz zu Hause (56 Prozent). Bei den Männern sind es nur 45 Prozent, die den Sommer zu Hause verbringen.

Berge und Meer locken Touristen

Für diejenigen, die in Deutschland Sommerurlaub machen, ist Bayern mit 17 Prozent das Top-Reiseziel. Mecklenburg-Vorpommern musste sich mit 16 Prozent knapp geschlagen geben. Insgesamt machen die Deutschen gerne Urlaub im Norden: Je 11 Prozent der Befragten reisen nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Starke Touristenmagneten dürften hier die Küsten an Nord- und Ostsee sein.

Auch schon vor der Corona-Krise haben deutsche Urlauber ihr Heimatland als Reiseziel bevorzugt. Laut der jährlichen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ist Deutschland nach wie vor Urlaubsreiseziel Nummer eins: 26 Prozent der Deutschen sind 2019 demnach im eigenen Land verreist – ähnlich viele wie diesen Sommer. Auf Platz zwei landete im Vorjahr Spanien mit 12,7 Prozent, gefolgt von Italien mit 8,7 Prozent.

Corona stellt Pläne auf den Kopf

Doch dieses Jahr ist vieles anders: Knapp die Hälfte der Befragten haben ihre Reisepläne aufgrund der Corona-Krise geändert. 32 Prozent geben an, außerplanmäßig zu Hause zu bleiben. 16 Prozent haben das ursprüngliche Reiseziel verworfen und verbringen ihren Urlaub jetzt woanders. Immerhin 27 Prozent werden ihre Reise wie geplant antreten.

Versichert reisen

Nicht nur bei der Urlaubsplanung gehen die Befragten auf Nummer sicher: Wer trotz Corona in den Urlaub fährt, macht sich besonders Gedanken um die richtige Absicherung. Für 24 Prozent der Befragten ist die Reiserücktrittsversicherung entscheidend. Sie zahlt allerdings nicht, wenn man aus Sorge über die Auswirkungen der Pandemie den Urlaub nicht antreten will. Aber sie übernimmt die Stornierungskosten, wenn Reisende oder nahe Angehörige z. B. an Corona erkranken.

Nicht überraschend: 22 Prozent finden eine Auslandsreise-Krankenversicherung wichtig. Denn wer außerhalb Deutschlands erkrankt oder einen Unfall hat, ist damit medizinisch gut abgesichert. Mit der Auslandsreise-Krankenversicherung der DEVK sind Reisende im Ausland als Privatpatienten versichert. Im Krankheitsfall übernimmt sie die Kosten für medizinische Leistungen und kümmert sich um den Krankenrücktransport, wenn dieser medizinisch notwendig ist. Auch bei einer Erkrankung mit dem Corona-Virus zahlt die DEVK – sogar dann, wenn Versicherte in ein Land gereist sind, für das eine Covid-19-bezogene Reisewarnung des Auswärtigen Amts besteht. Bis zum 60. Geburtstag kostet der Versicherungsschutz pro Person nur 8,30 Euro im Jahr.¹

Ferien auf Balkonien, am Badesee oder an Nord- und Ostsee: Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Suchanfragen rund um den Urlaub in heimischen Gefilden deutlich zugelegt. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Online-Visibility-Management-Plattform SEMrush. Die Experten haben die deutschlandweiten Google-Suchanfragen von Juni 2016 bis Mai 2020 ausgewertet. Die Suchanfragen nach „Urlaub in Deutschland“ stiegen von 18.100 monatlichen Eingaben im Mai 2019 auf 135.000 im Mai 2020 und damit auf mehr als Siebenfache. Ebenfalls 135.000 Anfragen verbuchte die Suchbegriffkombination „Ostsee Urlaub“ im Mai 2020, was eine Steigerung von 170 Prozent innerhalb eines Jahres bedeutet. „Nordsee Urlaub“ legte im selben Zeitraum von 33.100 Eingaben auf 74.000 zu und hat sich damit etwas mehr als verdoppelt. Nach „Urlaub zu Hause“ und „Urlaub daheim“ wurde im Mai 2020 rund neun- bzw. 14-mal so häufig gesucht wie im Mai 2019. Bei „Urlaubsorte Deutschland“ beträgt die Steigerung 360 Prozent.

Griechenland gewinnt – Mallorca verliert

Den allgemeinen Begriff „Urlaub“ gaben die Deutschen in diesem Mai um 33 Prozent weniger ein als im Jahr zuvor – ein Indiz dafür, dass die Reisefreudigkeit in Zeiten von Corona insgesamt weniger groß ist. Der Suchbegriff „Urlaub Europa“ hingegen kommt auf eine Steigerung von 60 Prozent. Und auch „Griechenland Urlaub“ legte zu – von 49.500 Anfragen im Vorjahr auf 60.500 im Mai 2020 und damit um rund 20 Prozent. Rückläufig sind die Zahlen hingegen für die liebste Urlaubsinsel der Deutschen: Mit 49.500 Anfragen im Mai 2020 nach „Mallorca Urlaub“ beträgt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 33 Prozent. Auf vergleichsweise hohem Niveau mit 74.000 Anfragen steht im Mai 2020 die Kombination „Türkei Urlaub“, hier beträgt der Rückgang zum selben Monat im Vorjahr 18 Prozent.

Süddeutsche suchen verstärkt nach Urlaub an der Nordsee

Im Vergleich der Eingaben der Bewohner der unterschiedlichen Bundesländer über die vergangenen vier Jahre hinweg fällt auf, dass die Eingabehäufigkeit des Schlagworts „Bayern“ insgesamt stark angestiegen ist – in vielen Bundesländern unabhängig von ihrer geografischen Lage um 300 oder sogar 400 Prozent. Dies könnte ein Hinweis auf die steigende Beliebtheit des Freistaats als Urlaubsland sein. Der Suchbegriff „Nordsee Urlaub“ wird vor allem in den südlichen Bundesländern häufiger eingegeben als vier Jahre zuvor. In Bayern beträgt der Zuwachs 238 Prozent, in Baden-Württemberg 313 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass es die Süddeutschen im Urlaub nun auch häufiger in den Norden zieht.

„Die Entwicklung der Suchanfragen zeigt deutlich, dass sich die Vorlieben der Deutschen aufgrund der Corona-Pandemie geändert haben und ein großer Teil von ihnen den Urlaub im eigenen Land verbringen will“, erklärt Fernando Angulo, Head of Communications bei SEMrush.

Methodik

SEMrush analysierte, wie häufig die Bundesbürger nach Begriffen rund um das Thema Urlaub zu Hause, in Deutschland und Europa suchten. Dazu wurde für den Zeitraum von Juni 2016 bis Mai 2020 die Häufigkeit der Eingabe der jeweiligen Schlagwörter bei Google erhoben.²

¹DEVK Versicherungen ²SEMrush

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