AfD: Datenkrake Corona-App soll gläsernen Bürger erschaffen

Datensicherheitsexperte kritisiert Abhängigkeit von US-Konzernen

AfD: Datenkrake Corona-App soll gläsernen Bürger erschaffen

Voraussetzung für den Erfolg der App ist die strikte Freiwilligkeit der Anwendung. Diese Freiwilligkeit schafft Vertrauen. Könnte man noch von Freiwilligkeit sprechen, wenn Arbeitgeber die Nutzung der App auf den Diensthandys anordnen oder wenn manche Staaten sie zur Bedingung der Visumerteilung machten? Die Bundesregierung hält aus heutiger Sicht ein Begleitgesetz zur Warn-App, das genau diese Freiwilligkeit schützen soll, für überflüssig. Das sollte nicht das letzte Wort bleiben.¹

Seit den frühen Morgenstunden kann die Corona-App heruntergeladen und installiert werden. Mithilfe der Anwendung sollen Infektionsketten laut Aussage der Bundesregierung schneller nachverfolgt werden können. Die Entwicklung kostete den Steuerzahler 20 Millionen Euro, laufende Kosten von mehreren Millionen Euro kommen hinzu.

Der stellvertretende Bundessprecher der Alternative für Deutschland, Stephan Brandner, kritisiert die Bereitstellung der Corona-App und bezeichnet sie als ersten Schritt in den Überwachungsstaat.

„Wer glaubt, dass diese Applikation ausschließlich dem Gesundheitsschutz im Zuge der Coronakrise dienen soll, der wird sehr bald enttäuscht werden. Für mich steht fest: die Regierung will die Angst der Menschen vor einer Ansteckung, die sie in den letzten Monaten verbreitet hat, ausnutzen, um Daten über das Verhalten der Bürger zu sammeln und wird diese Datenkrake immer weiter ausbauen – wenn man sie lässt. Aus der angeblich absoluten Freiwilligkeit der Nutzung, wie sie immer wieder von Seiten der Regierung propagiert wird, wird schon bald ein gesellschaftlicher Nutzungszwang werden, wenn nicht sogar Lockerungen von Einschränkungen an die Nutzung gebunden werden – schon allein deshalb, weil eine solche Nachverfolgung-App nur dann Sinn macht, wenn sie ein Großteil der Bevölkerung auch nutzt. Jedem sollte klar sein, dass den Regierenden nichts Besseres passieren kann, als gläserne, überall erfassbare Menschen vorzufinden. Mit dieser App kommt sie dem einen ganzen Schritt näher. Wir als Alternative für Deutschland werden hingegen auch zukünftig alles in unseren Möglichkeiten stehende tun, um weitere Auswüchse eines sich etablierenden Überwachungsstaates zu verhindern.“²

Datensicherheitsexperte Detlef Schmuck mahnt: „Wir sollten nie vergessen, dass Apple und Google der Bundesregierung das Technologiekonzept vorgeschrieben haben. Diese Abhängigkeit werden wir künftig immer stärker zu spüren bekommen. Dennoch kann man die App guten Gewissens installieren.“

Die Entwicklung der Corona-Warn-App ist ein gelungenes Beispiel für Software made in Germany, lobt der Datensicherheitsexperte Detlef Schmuck, Geschäftsführer der Hamburger TeamDrive GmbH. Die App stehe exemplarisch dafür, dass sich hohe Funktionalität und strikter Datenschutz verbinden lassen, wie es auch beim eigenen Cloud-Datendienst TeamDrive der Fall sei.

Detlef Schmuck lobt vor allem die Entstehungsgeschichte der neuen App in Deutschland. Auf Sicherheitsbedenken beim ursprünglichen Konzept sei die Bundesregierung eingegangen und habe mit einem neuen datenschutzfreundlicheren Ansatz in einem transparenten Entwicklungsprozess die jetzt verfügbare App bereitgestellt. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass uns das neue Konzept, egal wie gut es ist, von den US-amerikanischen Digitalkonzernen Apple und Google abhängig macht“, mahnt der Datensicherheitsexperte. Er fügt hinzu: „Unsere deutschen IT-Konzerne SAP und Telekom haben nur die Oberfläche entwickelt, die gesamte Kontakttechnologie und die Infrastruktur kommen aus den USA. Ohne die US-amerikanische Technologie wäre die vermeintlich deutsche App funktionslos.“

Detlef Schmuck befürchtet: „Bei der Corona-App haben Apple und Google ihre Dominanz unmissverständlich gemacht. Diese Abhängigkeit von den US-Digitalgiganten werden wir künftig immer stärker zu spüren bekommen.“ Er nennt selbstfahrende Autos als Beispiel der nahen Zukunft: „Wir werden sicherlich unsere Straßenverkehrsordnung an die Voraussetzungen und Vorgaben aus den USA anpassen müssen, weil die US-Digitalkonzerne ihre automobile Selbstfahrtechnologie mit Sicherheit nicht an der deutschen Straßenverkehrsordnung ausrichten werden.“

Der Hamburger Unternehmer warnt deutsche Firmen, so weit wie möglich Abstand von US-Digitalanbietern zu nehmen, um ihre Betriebe nicht in eine ähnlich gefährliche Abhängigkeit zu bringen. „Wer seine Firmendaten der Cloud eines US-Anbieters anvertraut, unterliegt den Regeln der US-Konzerne. Ebenso wie Apple und Google jederzeit die Funktionsfähigkeit der deutschen Corona-App von heute auf morgen sperren könnten, ebenso können alle US-Konzerne ihre Regeln über Nacht ändern. Selbst wenn es dazu keinen Anlass gibt, unterliegen diese Firmen der US-Gesetzgebung, können also jederzeit von der US-Regierung zu Maßnahmen gezwungen werden. Das war bislang nur Spekulation, doch die Corona-App ist sozusagen der Sündenfall, bei dem die US-Digitalwirtschaft der Bundesregierung die Regeln diktiert hat. Die Tatsache, dass die App am Ende gelungen ist, ändert nichts an dieser unverhohlenen Machtdemonstration.“

TeamDrive gilt als „sichere Sync&Share-Software made in Germany“ für das Speichern, Synchronisieren und Sharing von Daten und Dokumenten, weil sie den Hochsicherheitsanforderungen gem. Paragraph 203 Strafgesetzbuch für Berufsgeheimnisträger entspricht. Grundlage bildet eine durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die gewährleistet, dass nur der Anwender selbst die Daten lesen kann – weder TeamDrive noch irgendeine Behörde auf der Welt kann die Daten entschlüsseln. Dies ist seit Anfang 2020 sogar mit dem Datenschutzgütesiegel „EuroPriSe“ bestätigt. Diese technische und rechtsverbindliche Sicherheit wissen über 500.000 Anwender und mehr als 5.500 Unternehmen aus allen Branchen zu schätzen, von der Industrie über das Gesundheitswesen sowie Wirtschafts- und Steuerberatung bis hin zur öffentlichen Verwaltung. TeamDrive unterstützt Windows, Mac OS, Linux, Android und iOS.³

¹Stuttgarter Zeitung ²Alternative für Deutschland ³TeamDrive Systems GmbH

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