Lehrergewerkschaften besorgt über steigende Zahl von Straftaten an NRW-Schulen

Schulen brauchen mehr Hilfe gegen Gewalt

Lehrergewerkschaften besorgt über steigende Zahl von Straftaten an NRW-Schulen

Die großen NRW-Lehrergewerkschaften GEW und VBE haben sich besorgt über die steigende Zahl von Straftaten an den Schulen gezeigt und mehr Unterstützung aus der Politik angemahnt. „Gewalt an Schulen, auch gegenüber Lehrkräften, war lange ein Tabu-Thema“, sagte VBE-Landeschef Stefan Behlau der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Die Zunahme der Straftaten mache deutlich, wie wichtig Vorbeugung sei. „Es ist überfällig, dass die Politik Schulen die nötige Unterstützung bietet.

Wir brauchen flächendeckend Schulpsychologen, Sozialarbeiter und weiteres pädagogisches Unterstützungspersonal“, so Behlau. Auch die Landesvorsitzende der GEW, Dorothea Schäfer, forderte in der WAZ den Einsatz von zusätzlichen Schulpsychologen. Die Lehrer benötigten für Gewaltprävention mehr Unterstützung. Insgesamt würden die Sitten an den Schulen rauer, Respektlosigkeiten nähmen zu. „Die Hemmschwelle sinkt“, warnte Schäfer. Sie erkennt einen fatalen Trend, über soziale Medien wie Facebook andere Menschen zu kritisieren und zu beleidigen.

Es häuften sich im Internet auch die beleidigenden Kommentare mit Schulbezug. Hintergrund der Gewerkschafts-Forderungen ist die Nachricht, dass die Zahl der Straftaten an NRW-Schulen laut Landeskriminalamt im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent gestiegen ist. Besonders die Gewaltdelikte haben danach zugenommen. Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Schulen brauchen mehr Hilfe gegen Gewalt

Die steigende Zahl von Straftaten in Schulen lässt aufmerken, insbesondere die zunehmende Gewalt: Denn wenn es 2017 6200 Strafanzeigen wegen Körperverletzung im Klassenraum oder auf dem Pausenhof gab, ist das nur die Spitze des Eisberges. Die meisten Opfer von Prügelattacken trauen sich nicht, ihre Peiniger anzuzeigen – die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Nur bei besonders schweren Straftaten wie Messerattacken oder Vergewaltigungen ist davon auszugehen, dass die Behörden von den meisten Taten erfahren. Was ist zu tun? Die Gesellschaft als Ganzes muss klarmachen, dass Gewalt im Alltag und erst recht in Schulen nichts zu suchen hat.

Die Schulen brauchen mehr Psychologen und Sozialarbeiter, um schwierige Schüler besser integrieren zu können. Lehrer und Eltern müssen mehr hinschauen: Opfern muss zugehört, zu Strafanzeigen sollte angeregt werden. Und der Staat sollte klare Kante gegen Jugendgangs zeigen – der Gewaltkult unter manchen jungen Männern mit Migrationshintergrund kann nicht hingenommen werden. Für Hysterie gibt es dennoch keinen Anlass: Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten ein relativ gewaltloses Land geworden. Das muss so bleiben. Rheinische Post

Die Schulen sind nicht das Problem, aber sie müssen es ausbaden. Mehr Straftaten, mehr Gewalt, mehr Verstöße gegen das Waffengesetz, deutlich mehr Vergewaltigungen – die offizielle LKA-Statistik für NRW ist erschütternd. Mag sein, dass die Schulwelt im ländlichen Raum noch etwas friedlicher daher kommt, aber der allgemeine Trend ist beängstigend. Und die Folgen daraus? Klar, mehr Schulsozialarbeiter und Psychologen würden helfen.

Sie könnten den jungen Menschen vermitteln, dass Gewalt die falsche Strategie ist, um Probleme zu lösen. Sie könnten besonders aggressive Schüler frühzeitig herausfiltern. Sie könnten den jungen Menschen veranschaulichen, wie wichtig Respekt ist. Warum sie? Weil viele Familien diese Aufgabe offenbar nicht mehr erfüllen. Und weil immer mehr Menschen glauben, dass es sich bei den sogenannten sozialen Medien um rechtsfreie Räume handelt, in denen nach Lust und Laune gepöbelt und beleidigt werden darf. Dort entsteht die Saat für Gewalt. Schüler brauchen Vorbilder – aber keine schlechten. Westfalenpost

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