Neue Westfälische: Illegales Glücksspiel

Wildwuchs

Privat vor Staat – das wird vor allem von Liberalen vehement eingefordert. Beim Glücksspiel führt dieses manchmal durchaus richtige Prinzip allerdings in eine falsche Richtung. Mittlerweile überschwemmen private Anbieter den Markt. In den Städten und Gemeinden ist ein Wildwuchs entstanden, den niemand mehr kontrollieren kann. Tausende Menschen werden heute in dubiosen Spielstätten und Zockerbuden, die keinerlei Konzession haben, in die Sucht getrieben, oder sie treiben sich auf eine fatale Weise dort selbst hinein. Es gibt zu wenig Kontrollen, es fehlt in den Ordnungsämtern das Personal, um die weit verbreiteten Verstöße gegen das geltende Recht zu sanktionieren.

Aber es existiert insbesondere in Bezug auf die Sportwetten auch eine rechtliche Grauzone. Wie es aussieht, kann sie auch so schnell nicht abgeschafft werden. Wegen der Konzessionen für einige wenige private Anbieter sind Klagen anhängig – und die dauern. Ganz unschuldig an dieser unerquicklichen Entwicklung sind auch die staatlichen Wettanbieter wie Westlotto nicht. Weil sie lange Zeit viel zu wenig für den Verbraucherschutz getan und selbst hemmungslos fürs Glücksspiel geworben hatten, wurde ihnen das Monopol von den höchsten Richtern genommen und damit die Büchse der Pandora geöffnet. Sie wieder zu schließen ist nun fast unmöglich. Das “Glücksspielmonopol des Staates” – dieser Begriff klingt heute wie die Suche nach der verlorenen guten alten Zeit. Hubertus Gärtner

Neue Westfälische News Desk neue-westfaelische.de

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