NRW-Linken-Politikerin Demirel bescheinigt Kraft „Armutszeugnis“

NRW-AfD-Chef Pretzell: AfD in Nordrhein-Westfalen wird künftig anderen Kurs als Bundespartei verfolgen

Nach dem TV-Duell zwischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Herausforderer Armin Laschet hat die NRW-Linken-Politikerin Özlem Alev Demirel bedauert, dass Kraft nicht an eine Zukunft der Linken im Landtag glaubt. Unter dem Strich aber wird dieses Duell für den Wahlausgang am 14. Mai nicht entscheidend sein.

NRW-Linken-Politikerin Demirel bescheinigt Kraft „Armutszeugnis“

„Es gibt die reale Gefahr, dass Rechtspopulisten in den Landtag kommen können – und sie arbeitet sich an den Linken ab“, sagte die Spitzenkandidatin ihrer Partei im phoenix-Interview. „Ich finde, das ist ein Armutszeugnis für Frau Kraft. Ich lade sie trotzdem ein, mit uns gemeinsam gegen soziale Ungleichheit vorzugehen.“

Kraft hatte in dem TV-Duell am Dienstagabend auf die Frage nach einer möglichen rot-roten Koalition geantwortet, sie gehe nicht davon aus, dass die Linken es überhaupt ins nordrhein-westfälische Parlament schaffen. phoenix-Kommunikation

Wenn das TV-Duell zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet eines bewiesen hat, dann das: Am persönlichen Umgang dieser beiden Spitzenpolitiker wird die Bildung einer Großen Koalition in NRW nicht scheitern. Phasenweise hätte das Duell glatt als Probe für ein Düsseldorfer Duett durchgehen können. Als Herausforderer war CDU Spitzenkandidat Armin Laschet zwar zum Angriff gezwungen, doch zumeist blieb es beim Bemühen. Das wirkte erstaunlich defensiv angesichts der mauen Regierungsbilanz von Rot-Grün. Anders gesagt: Welche Vorlagen braucht ein Oppositionsführer eigentlich noch, um den Sturm auf die Staatskanzlei zu wagen? Ein Christian Lindner hätte mehr aus einem solchen Aufeinandertreffen gemacht. Doch für ein ultimatives »Sie oder ich!« ist Armin Laschet einfach nicht der Typ.

Gut möglich, dass für ihn das Fernsehduell mindestens so viel Risiko wie Chance bedeutete. Hinzu kommt, dass der CDU-Spitzenkandidat bei den hoch emotionalen Themen Flüchtlings- und Integrationspolitik seit vielen Jahren einen Kurs vertritt, der eine Strategie der kühlen Abschottung schlicht unglaubwürdig machen würde. Umgekehrt hätte sich Hannelore Kraft als Amtsinhaberin eine größere Gelassenheit leisten können, als sie es bisweilen tat. Unübersehbar war, dass sich die Ministerpräsidentin stärker als ihr Kontrahent ins Duell hineinarbeiten musste. Und was ihre Anhänger später blumig als politische Leidenschaft und große Freude am Wahlkampf deuteten, könnte auf manchen Zuschauer durchaus auch als arrogant bis pampig gewirkt haben. Nicht zum ersten Mal dokumentierte die Kümmerin Kraft vor laufenden Kameras eine erstaunliche Dünnhäutigkeit bei Kritik.

Unter dem Strich aber wird dieses Duell für den Wahlausgang am 14. Mai nicht entscheidend sein. Und das nicht nur wegen der schwachen Fernsehquote – ganze 650000 Zuschauer verfolgten in NRW die einstündige Sendung im WDR. Sondern allein wegen des frühen Termins: Wenn ein TV-Duell Bedeutung haben sollte, müsste es deutlich dichter am Wahltag liegen. So aber wirkt das Ganze reichlich ritualisiert. Denn erst jetzt geht der Wahlkampf in NRW doch in seine heiße Phase. Entschieden ist nichts: Die Quote der unentschlossenen Wähler ist hoch, die Schwankungsbreite der von den Meinungsforschern erhobenen Prognosen groß. Und womöglich gibt auch der Ausgang der Wahl in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag dem Rennen in NRW noch einmal einen neuen Spin. Vor allem aber: Von drei bis sechs Parteien scheint im neuen NRW-Landtag vieles möglich. Mehr denn je kommt es dieses Mal auf das Abschneiden von FDP, Grünen, Linkspartei und AfD an. Grund genug, sich heute die WDR-Wahlarena mit allen sieben Spitzenkandidaten anzuschauen. Westfalen-Blatt

NRW-AfD-Chef Pretzell: AfD in Nordrhein-Westfalen wird künftig anderen Kurs als Bundespartei verfolgen

Nachdem sich die AfD-Delegierten auf dem Parteitag in Köln geweigert hatten, den von der Vorsitzenden Frauke Petry vorgeschlagenen Kurs zu beschreiten, scheinen die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern verhärtet. „Wir verfolgen in Nordrhein-Westfalen einen anderen, realpolitischeren Kurs als die Bundespartei – personell wie inhaltlich“, äußerte sich der NRW-Landesvorsitzende der AfD, Marcus Pretzell, im Fernsehsender phoenix . Das bundesweite Abschneiden der Partei hänge davon ab, inwieweit das Spitzenteam miteinander harmoniere. „Wir schauen mal, welche Figur die künftig machen“, äußerte Pretzell Skepsis. AfD-Bundeschefin Frauke Petry schlug nach ihrer gestrigen Abstimmungsniederlage versöhnliche Töne an. „Die Partei ist noch nicht soweit, man muss ihr Zeit geben. Sie wird in den kommenden Monaten erkennen, dass gewisse Entscheidungen zu treffen sind“, so Petry in Köln.

Der sachsen-anhaltinische AfD-Landesvorsitzende André Poggenburg wandte sich gegen die Auffassung, in seiner Partei gebe es nun Auseinandersetzungen. „Es gibt nicht zwei Richtungen, die sich nicht miteinander vertragen.“ Poggenburg zeigte sich überzeugt, dass seine Partei nach zwei, drei Legislaturperioden auch Regierungsverantwortung übernehmen werde. „Irgendwann werden wir regieren – es fragt sich nur, aus welcher Position heraus.“ AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen glaubte nicht, dass seine Rede am Samstag der Co-Vorsitzenden Petry geschadet habe. „Ich gebe ihr nicht den Laufpass.“ Meuthen sah es allerdings als gewisses Problem an, dass jetzt beide Bundesvorsitzenden nicht im Spitzenteam der Partei vertreten seien. „Das ist sehr ungewöhnlich und es fällt mir schwer, aber ich habe meinem Landesverband in Baden-Württemberg mein Wort gegeben“, so Meuthen. phoenix-Kommunikation

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