Postbank ab 1. November mit neuem Kontomodell

Seltsame Strategie

Postbank ab 1. November mit neuem Kontomodell

Seltsame Strategie

Aber die Art und Weise, wie die Postbank ihre Kunden zur Kasse bittet, ist nicht zu verstehen. Wenn junge Leute von den Gebühren für das Konto befreit werden, macht das vielleicht Sinn; nicht aber, dass Kunden mit einem höheren Geldeingang bevorzugt werden. Die Raiffeisenbank Gmund kassiert Strafzinsen von den Reichen, wenn sie (zu) viel Geld auf dem Konto parken – verkehrte Bankenwelt. Christine Hochreiter – Mittelbayerische Zeitung

Postbank ab 1. November mit neuem Kontomodell

Die Postbank verändert zum 1. November 2016 ihre Girokonto-Welt für Privatkunden und führt ein neues Preismodell ein. Je nach Nutzungsverhalten stehen Konten zur Verfügung, die sich über Preis und Leistung differenzieren.

Sämtliche Girokunden profitieren weiterhin vom vielfach preisgekrönten Online-Banking, einer flächendeckenden Bargeldversorgung an mehr als 9.000 Automaten, 5.500 Standorten und deutschlandweit von einem engmaschigen Netz von Filialen, die auch samstags geöffnet haben, sowie vom 24-Stunden-Telefonbanking.

Preise in Abhängigkeit von der Nutzung

Kern der neuen Kontowelt bleibt das Postbank Giro plus Konto, das künftig 3,90 Euro/Monat kosten wird. Aktuell kostet dieses Produkt 5,90 Euro bei einem Geldeingang unter monatlich 1.000 Euro. Oberhalb dieser Grenze ist das Konto derzeit kostenlos.

Neu ist das Postbank Konto Giro direkt für Kunden, die ihre Bankgeschäfte bevorzugt online, per Selbstbedienungsterminal in der Filiale oder per computergestütztem Telefonbanking tätigen. Die Postbank bietet dieses Konto künftig für 1,90 Euro/Monat an.

Weiterhin kostenloses Konto ab 3.000 Euro Geldeingang

Das Komfort-Konto Postbank Giro extra plus wird wie bisher 9,90 Euro monatlich kosten und beinhaltet zahlreiche Inklusivleistungen. Ab einem Geldeingang von 3.000 Euro/Monat ist dieses Konto kostenlos.

Abgerundet wird das Angebot vom Postbank Giro start direkt Konto, das für Kunden bis 22 Jahre kostenlos bleibt.

Kunden haben selbst die Wahl, welchen Preis sie künftig zahlen

Susanne Klöß, Vorstand Produkte bei der Postbank, sagte: „Wir wollen als Postbank auch in Zukunft als eine leistungsstarke Online- und Filialbank für unsere Kunden da sein. Das Marktumfeld mit insbesondere dem Niedrigzinsniveau macht es uns aber immer schwerer, mit dem Girokonto Geld zu verdienen. Klar ist, dass unsere Dienstleistungen einen Wert und damit einen Preis haben. Mit der Neuordnung unserer Kontowelt schaffen wir eine faire Balance zwischen den Interessen unserer Kunden einerseits und denen unserer Aktionäre andererseits. Unsere Kunden haben abhängig von der Nutzung selbst die Wahl, welchen Preis sie künftig für ihr Postbank Girokonto zahlen.“

Rund 5,3 Millionen Postbank Girokunden werden derzeit per Brief über die neue Kontowelt und die Preismodelle informiert. Die Kunden haben dann die Wahl, in ihrem bisherigen Konto zu bleiben oder in ein anderes zu wechseln.

Detaillierte Informationen zur neuen Girokonto-Welt der Postbank finden sich unter www.postbank.de/kontowelt. Alexander Adler – Postbank

Postbank Studie: Deutsche wollen Online-Banking und Filiale

60 Prozent ihrer Bankgeschäfte erledigen die Deutschen online. An der Bedeutung der Filiale ändert das jedoch kaum etwas. Denn wenn es um ausführliche Informationen zu einem Bankprodukt geht, möchten Kunden die Filiale nicht missen. 82 Prozent geben an, auch das Beratungsgespräch vor Ort zu suchen. Die Aufgeschlossenheit für neue digitale Formen der Beratung ist dennoch deutlich erkennbar. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Postbank Studie 2016 „Der digitale Deutsche und das Geld“.

Der Trend zum Online-Banking ist generationenübergreifend. Sowohl die Digital Natives (18 bis 34-Jährige) als auch die Digital Immigrants (über 34-Jährige) erledigen rund 60 Prozent ihrer Bankgeschäfte online. Dabei werden die Online-Bankgeschäfte nicht ausschließlich am heimischen PC getätigt. Fast jeder Zweite nutzt eine Banking-App – meist die, die von der eigenen Bank bereitgestellt wird.

Traditionelle Bank vor Ort weiter gefragt

Trotz des digitalen Wandels schätzen die Deutschen ihren persönlichen Kontakt zum Bankberater und möchten auf die Serviceleistungen vor Ort nicht verzichten. Die Filiale bleibt für Kunden die Hauptanlaufstelle, wenn es um ausführliche Informationen zu Bankprodukten geht. Dabei gehören die persönliche Beratung, ein dichtes Filialnetz – neben Datenschutz und möglichst vielen Geldautomaten – zu den wichtigsten Leistungskriterien in den Augen der Kunden.

Der Vergleich der Altersgruppen zeigt: Besonders großen Wert auf die persönliche Anlaufstelle vor Ort legen ausgerechnet die Digital Natives. So ist 84 Prozent von ihnen ein dichtes Filialnetz wichtig. Bei den Älteren sagen das 73 Prozent. Diese Vorliebe für den persönlichen Kontakt vor Ort mag überraschen. Wer besonders technikaffin ist, informiert sich über Bankprodukte in Blogs, Finanz-Apps und sozialen Medien, könnte man meinen. Die Studie zeigt aber, dass die jüngeren Deutschen die persönliche Beratung in der Filiale mit 86 Prozent den digitalen Angeboten vorziehen. Zum Vergleich: Bei den Älteren sind es 81 Prozent.

Persönlich vor digital bei den Jüngeren

Auch der Rat von Familie, Freunden und Bekannten steht bei den jungen Deutschen im Vergleich zu den Älteren hoch im Kurs. Auf Platz zwei der wichtigsten Informationsquellen zu Bankprodukten steht bei den Digital Natives deshalb das persönliche Umfeld. Die Digital Immigrants hingegen würden sich zunächst auf der Internetseite der Hausbank oder über Vergleichsportale informieren, bevor sie das persönliche Umfeld zu Rate ziehen.

„Die Herausforderung der Zukunft ist die richtige Balance. Denn die Deutschen wollen beides – ihre Bank soll sowohl digital als auch persönlich für sie da sein“, sagt Philip Laucks, Chief Digital Officer der Postbank. „Einerseits steigen die Ansprüche an die digitalen Angebote, andererseits möchten Kunden ihre Bank auch in ihrer Nähe wissen.“

Digitalisierung der klassischen Beratung

Viele Banken haben bereits begonnen, einzelne Bereiche der klassischen Beratung zu digitalisieren. Diesen Entwicklungen stehen die Deutschen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Jeder zweite Bundesbürger ist offen für Erklärvideos. Online-Finanz-Seminare, so genannte Webinare, würden vier von zehn Deutschen in Erwägung ziehen. Ein Viertel der Befragten würde Co-Browsing mit dem Bankberater oder Video-Beratung per Webcam nutzen und ein Fünftel sich sogar von einem Roboter Finanztipps geben lassen.

Für die sichere Authentifizierung nutzen Deutsche biometrische Verfahren, sofern angeboten, bislang noch zurückhaltend. „Die Deutschen zeigen sich aber prinzipiell offen für neuartige Sicherheitsverfahren wie Fingerabdruck, Augen-Iris-Scan oder Gesichtserkennung. Die größte Zustimmung findet die Legitimation mittels Fingerabdruck. Manches, wie beispielsweise der Handvenen-Scan, wird aber vorerst Zukunftsmusik bleiben“, sagt Philip Laucks von der Postbank.

Hintergrundinformationen zur Postbank Studie 2016 „Der digitale Deutsche und das Geld“

Mit der Studie „Der digitale Deutsche und das Geld“ untersucht die Postbank nach 2015 zum zweiten Mal, wie sich die Bedürfnisse und das Verhalten der Deutschen durch die Digitalisierung verändern – und was das für die Bank der Zukunft bedeutet. Für die Studie wurden insgesamt 3.122 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragt, darunter mehr als 700 Vertreter der Digital Natives (18- bis 34-Jährige). Tim Rehkopf – Postbank

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