Prügelknabe Lehrer

Gewalt gegen Lehrer steigt

Prügelknabe Lehrer

Es ist ein erschreckender Befund, dass eine zunehmende Anzahl von Schulleitern zugibt, selbst nicht sicher zu sein, ob sie Opfern unter ihren Lehrern angemessen helfen konnten. Das größte Hindernis dabei sind aus ihrer Sicht übrigens nicht uneinsichtige Schüler. Das Hauptproblem sind Eltern, die nicht zur Zusammenarbeit mit der Schule bereit sind. Das ist beschämend.
Wir dürfen die Lehrer nicht allein lassen. Statt einer Ausnahme muss es der Standard sein, dass Lehrer gemeinsam mit Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Psychologen im Team die Schüler fördern und betreuen – und auch aktive Elternarbeit betreiben.¹

Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter und Lehrer – alles Menschen, denen man vor noch gar nicht allzu langer Zeit mit Respekt begegnet ist. Und das völlig zu Recht. Denn sie leisten in ihren Berufen einen erheblichen Beitrag zum Funktionieren des Staates. Wenn Lehrer heutzutage bedroht, gejagt, geschlagen und psychisch fertiggemacht werden, dann stimmt etwas nicht in diesem Staat. Die vom Verband Bildung und Erziehung in Rheinland-Pfalz genannten Zahlen sind vor allem deshalb alarmierend, weil sie einen Anstieg der Missstände dokumentieren. Dabei sind die Schulen das Abbild einer Gesellschaft des zunehmenden Werteverfalls und der steigenden Rohheit in Sprache und Verhalten.

Um was geht es? In erster Linie um Respekt. Dabei verwundert, dass gerade die, die bei jeder Gelegenheit Respekt einfordern, genau die sind, die ihn anderen gegenüber vermissen lassen. Es ist im Kern eine Erziehungsfrage. Doch um ein Kind zu erziehen, ihm nachhaltig zu vermitteln, was richtig und was falsch ist, muss man es selbst wissen und dieses Wissen auch vorleben. Und hier hapert es zusehends. Es bleibt dabei: Die Schule ist kein Reparaturbetrieb für Versäumnisse im Elternhaus. Statt der „Du-brauchst-Dir-nix-gefallen-zu-lassen“-Mentalität wäre die Ermunterung, sich anderen Menschen gegenüber respektvoll und wertschätzend zu verhalten, die bessere Botschaft der Erziehenden.

Bildungspolitische Projekte wie „Schule gegen Gewalt und Rassismus“ sind gut gemeint, aber wirklich gut erst dann, wenn die dahinter steckenden Werte gelebt werden – und zwar flächendeckend und auch außerhalb der Schule.²

¹Mitteldeutsche Zeitung ²Thomas Ehlke – Allgemeine Zeitung Mainz

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