Ryanair-Kunden gehen nur noch aus Wut in die Luft

O'Learys neue Welt

Ryanair-Kunden gehen nur noch aus Wut in die Luft

Lange hat Ryanair-Chef Michael O’Leary in einer eigenen Welt gelebt. In einer Welt, in der Fluggäste seiner Meinung nach für Billigtickets über Scherben kriechen, in der man Gehaltsforderungen lächerlich nennt, in der man mit Standortverlagerungen droht, wenn einem die Ansprüche der Belegschaft lästig werden. Ein Gutes hat der Tarifstreit somit auf jeden Fall – O’Leary hat wenigstens einen Teil seiner schwer erträglichen Arroganz abgelegt.

Dazu hat er auch allen Grund. Denn Pilotenstreiks stellen das Geschäftsmodell von Ryanair in Frage. Eine Airline mag so preisgünstig sein, wie sie will – wenn der Geschäftsbetrieb nicht funktioniert, weil der Arbeitgeber seine Bediensteten teils unzumutbaren Arbeitsbedingungen aussetzt, bleiben die Kunden aus. Der Markt spielt den Piloten in die Hände, weil Flugzeugführer knapp und damit teurer werden. Ryanairs Problem: Es muss seinen Ruf als Billigflieger retten, dafür die Kosten niedrig halten, ohne die Piloten restlos zu vergraulen. Und wenn es die befriedigt, murren Investoren, die Rendite sehen wollen. Da kann man schon mal kleinlaut werden.¹

Streik bei Ryanair gutes Signal an andere Unternehmen

Der Europäische Gewerkschaftsbund sieht in dem bevorstehenden Streik bei Ryanair ein gutes Signal auch an andere Unternehmen.

Der stellvertretende Generalsekretär Peter Scherrer sagte am Donnerstag im Inforadio vom rbb, wenn sich Arbeitnehmer länderübergreifend zusammenschließen, könnten Unternehmen gewerkschaftliche Rechte nicht mehr einfach ignorieren. „Ich glaube, das ist für viele auch ein Zeichen in anderen Unternehmen, wo Arbeitnehmer gegeneinander ausgespielt werden.“

Wenn die Gewerkschaften bei Ryanair und „vielleicht auch bei Amazon“ Erfolg haben, werde das zu einem Umdenken führen: „Dann kommen wir endlich dahin, was wir haben wollen auf europäischer Ebene: Verhandlungen über Arbeitsbedingungen, Mindeststandards (…), belastbare Tarifverträge“, so Scherrer.²

Lohndumping bei Ryanair muss endlich gestoppt werden

Ryanair behauptet, dass der Streik illegal sei, weil er nicht 24 Stunden vorher angekündigt wurde. Ryanair versucht die mit dem deutschen Streikrecht wenig bewanderte Belegschaft mit solchen falschen Behauptungen zu verunsichern und einzuschüchtern. Das muss aufhören.

Ich erwarte von Ryanair, dass sie sofort aufhören das Streikrecht der Beschäftigten in Frage zu stellen. Es ist höchste Zeit, dass die Fluggesellschaft gute Tarifverträge mit den Gewerkschaften abschließt. Ich unterstütze Belegschaft in ihrem berechtigten Arbeitskampf.

DIE LINKE ist solidarisch mit den Beschäftigten an Bord, die seit Monaten für ihre Rechte streiken. Flugbegleiter und Piloten werden systematisch ausgebeutet. Ryanair muss kapieren, dass das nicht länger von den Beschäftigten toleriert wird. Der Konzern muss unter Druck gesetzt werden – die Streiks sind hierfür wichtig und notwendig. Das Bordpersonal bei Ryanair ist größtenteils bei irischen Leiharbeitsfirmen in sogenannten Flexi-Verträgen gebunden, die minimale Stundenzahlen bei schlechter Bezahlung vorschreiben. DIE LINKE unterstützt die Forderungen von ver.di und der Vereinigung Cockpit nach Löhnen und Tarifverträgen, die ihr Leben existenzsicher und planbar machen.

Billigfluglinien wie Ryanair bereichern sich auf Kosten der Beschäftigten und der gesamten Menschheit. Wenn Fliegen weniger kostet als eine Tageskarte für den Nahverkehr, befeuert das den Klimawandel massiv. Dabei sind nicht Familien, die einmal im Jahr eine Flugreise unternehmen, das Problem, sondern Konzerne wie Ryanair, die durch ihre Preisdrückerei immer mehr Menschen auf das umweltschädlichste Verkehrsmittel der Welt umsteigen lassen.

„Der Streik der Ryanair-Piloten ist nur zu berechtigt. Die rücksichtslose Lohndumping-Strategie von Ryanair-Chef O’Leary muss endlich gestoppt werden. Es ist ein Skandal, dass sich ein Konzern, der zuletzt einen Rekordgewinn von 1,5 Milliarden Euro eingefahren hat, weigert, mit den Gewerkschaften über eine angemessene Bezahlung seiner Piloten und Flugbegleiterinnen zu verhandeln. Leidtragende dieser Dumping-Strategie sind auch die Flugreisenden, denn sie geht zunehmend auch zu Lasten der Qualität und der Sicherheit an Bord“, erklärt Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum heutigen europaweiten Streik der Piloten bei der Fluggesellschaft Ryanair. Meiser weiter:

„Ich wünsche den Piloten von Ryanair viel Erfolg. Wenn sie und die Flugbegleiterinnen bei Ryanair bessere Arbeitsbedingungen für sich erkämpfen, ist das gut für die ganze Branche. Denn nur so kann die zerstörerische Negativspirale gestoppt werden, die dazu führt, dass immer weitere Fluggesellschaften die Dumpingstrategie von Ryanair kopieren.

Auch die Bundesregierung ist in der Verantwortung, gegen die riskanten Dumping-Strategien im Flugverkehr endlich vorzugehen. Warum zum Beispiel nicht die Start- und Landerechte auf Flughäfen an die Bedingung knüpfen, dass Airlines arbeitsrechtliche Mindeststandards wie das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einhalten?“³

Ryanair steht am Mittwoch vor einem Streik – Passagiere müssen entschädigt werden

Nach einem turbulenten August steht Ryanair ein ähnlich aufreibender September bevor. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat am Mittwoch einen 24-stündigen Streik angekündigt. Davon betroffen sind alle Ryanair Flüge aus Deutschland.

Der Streik dauert von Mittwoch 03:01 Uhr bis Donnerstag 2:59 Uhr deutscher Zeit. Diese Maßnahme wird ergriffen, da laut VC bei den Verhandlungen mit Ryanair bisher keine Fortschritte erzielt wurden. Außerdem fügt die Gewerkschaft hinzu, dass die Vereinbarungen, die mit den italienischen und irischen Ryanair-Piloten getroffen wurden, den deutschen Mitarbeitern nicht helfen, da zentrale Fragen der Arbeitsbedingungen und Bezahlung nicht berücksichtigt seien.

„Da wir bereits lokale Verträge und eine bessere Bezahlung angeboten haben, gibt es keine Rechtfertigung für weitere Störungen und daher fordern wir unsere deutschen Piloten auf, an diesem Mittwoch zu arbeiten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Ryanair.

„Bei dem von Ryanair angeschlagenen Ton ist es kein Wunder, dass inzwischen sieben weitere Gewerkschaften, die Kabinenbesatzungen aus fünf Ländern vertreten, im September mit weiteren Streiks drohen“, so Marius Stonkus, CEO des Flugentschädigungs-Spezialisten Skycop.

Eine zentrale Frage ist natürlich, ob Passagiere eine Entschädigung erhalten, wenn ihr Flug im Rahmen dieses Streiks gecancelt wird. In der Regel gilt gemäß der EU-Verordnung 261/2004, dass ein Flug, der später als 14 Tage vor dem Abreisedatum annulliert wurde, entschädigt werden muss. Fluggesellschaften machen hier jedoch gerne geltend, dass sie gemäß Artikel 5 Absatz 3 der Verordnung nicht zahlen müssen, wenn die Störung aufgrund außergewöhnlicher Umstände erfolgt, die auch bei Ergreifen aller erdenklichen Maßnahmen nicht hätten vermieden werden können. Dazu gehören unter anderem auch Streiks.

Die Rechtsexperten von Skycop weisen darauf hin, dass der europäische Gerichtshof im April im Fall TUIfly sogar „wilde Streiks“ der Mitarbeiter von Fluggesellschaften – im Gegensatz zu etwa Fluglotsen – für nicht „außerhalb der Kontrolle einer Fluggesellschaft“ erklärte.

„Bei Ryanair scheint die Situation noch einfacher zu sein: Erstens handelt es sich hier nicht um spontane Streiks sondern um angekündigte Aktionen, zweitens dreht sich der Streit um die Bezahlung, was einer der häufigsten Fälle von Streitigkeiten mit Gewerkschaftsvertretern ist. Die Staatliche Agentur für Flugsicherheit in Spanien, die britische Zivilluftfahrtbehörde und andere Institutionen sind sich einig in der Bewertung, dass solche Streiks nicht als außergewöhnlich zu betrachten sind. Wenn Sie also ein Ryanair-Fluggast sind, der aufgrund von Flugverspätungen oder Ausfällen im Zusammenhang mit Streiks der Mitarbeiter der Airline gestrandet ist, sollten Sie auf jeden Fall eine Anfrage auf Entschädigung bei Skycop einreichen“, so Skycop CEO Stonkus.

Das Unternehmen Skycop steht für Flugpassagiere und ihr Recht auf Entschädigungszahlungen bei Flugausfällen nach EU-Recht ein.

Skycop berechnet nur bei erfolgreicher Entschädigungszahlung eine Provision. Skycop bearbeitet momentan europäische Entschädigungsansprüche in Höhe von drei Millionen Euro. Über die globale Onlineplattform www.skycop.com können Entschädigungsansprüche für ausgefallene, verspätete oder überbuchte Flüge unkompliziert von Passagieren auf der ganzen Welt angemeldet werden.

Skycop und sein Team aus Experten mit über 10 Jahren Erfahrung in den Branchen Luftfahrt, Recht und Kreditmanagement hat sich zum Ziel gesetzt, für Gerechtigkeit zwischen Airline und Fluggast zu sorgen und denjenigen zu helfen, die dabei ihrer persönlichen Rechte beraubt wurden.⁴

¹Georg Winters – Rheinische Post ²Rundfunk Berlin- Brandenburg ³Partei Die Linke im Bundestag ⁴SKYCOP | WORDUP Public Relations

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