Sicherheitslücke bei Computern und Handys alarmiert Verbraucherschützer

Bundesverband fordert Beweiserleichterungen im Haftungsrecht

Sicherheitslücke bei Computern und Handys alarmiert Verbraucherschützer

Die Hersteller sorgten bei ihren Prozessoren für mehr Rechenpower, indem sie später benötigte Informationen vorab abriefen. Schnelligkeit ging zulasten von Sicherheit. Hochgeschwindigkeit ist jedoch gerade in der digitalen Welt der Schlüssel zu den Zukunftsverheißungen der Industrie: dem autonom fahrenden Auto oder der künstlichen Intelligenz in den Amazon- oder Apple-Lautsprechern. Allesamt sind sie Datenstaubsauger, deren Leistungsfähigkeit entscheidend von schnellen Prozessoren abhängt. Wenn Unternehmen – egal ob Chiphersteller oder Automobilfirmen – um Marktanteile kämpfen, wird dies auch in Zukunft auf Kosten von Sicherheitsbedenken gehen. Es gelten die Gesetze aus der analogen Welt: Mehr Freiheit bedeutet in manchen Fällen weniger Sicherheit. Stuttgarter Nachrichten

Sicherheitslücke bei Computerchips

Droht ein Datenklau-GAU? Müssen Abermillionen Computer-, Laptop- und Smartphonenutzer gezielte Hackerattacken fürchten? Als Normalnutzer darf man an dieser Stelle ruhig einmal sagen: keine Ahnung. Zu viel Technik im Spiel für den Durchschnitts-User. „Keine Ahnung“, müssen aber auch leider zu viele Sicherheitsexperten und Fachleute bei den Chipherstellern antworten, wenn sie nach den konkreten Risiken und den schon eingetretenen Schäden gefragt werden. Zu berücksichtigen sind mehrere Fakten – wobei der, dass eines der beiden Angriffsszenarien („Spectre“) genauso heißt wie die Verbrecherorganisation aus den James-Bond-Filmen, noch der humorvolle Teil der Geschichte ist. Fakt 1: Die globale Sicherheitslücke existiert offenbar schon seit Jahrzehnten, möglicherweise wurde sie bereits zigfach ausgenutzt. Das sollte generell zum Nachdenken anregen, von wie viel Computer-Intelligenz – auf die wir offensichtlich doch nicht so viel Einfluss haben, wie wir gerne hätten – wir uns eigentlich leiten und bestimmen lassen.

„Ohne“ geht es nicht mehr, aber jeder Anwender sollte stets kritisch prüfen, inwieweit er selbst durch sein Nutzerverhalten seine Sicherheit riskiert. Fakt 2: Normal-User können im Prinzip nur eines tun: Immer schön die angebotenen Updates installieren – auch wenn es manchmal nervt – und ansonsten (vorerst) nicht in Panik verfallen. Fakt 3: Richtig gefährlich kann es offenbar für Cloud-Dienste und Rechenzentren werden. Das ist tatsächlich beunruhigend. Fakt 4: Wo viele Verlierer sind, ist immer auch ein Gewinner: Brian Krzanich, Chef des betroffenen Chipherstellers Intel, hat ein dickes Aktienpaket noch rechtzeitig vor dem Kurs-Absturz abgestoßen. Auch das ist ein Fall für Fachleute, diesmal allerdings von der Börsenaufsicht. Christian Matz – Allgemeine Zeitung Mainz

Bundesverband fordert Beweiserleichterungen im Haftungsrecht-„Hersteller investieren nicht genug in Sicherheit“

Die Sicherheitslücke in Computerchips von Milliarden Geräten alarmiert die Verbraucherschützer. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ warf der Sprecher des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) Otmar Lell den Herstellern vor, präventiv nicht ausreichend in die Sicherheit ihrer Produkte zu investieren. Den Gesetzgeber forderte der Experte auf, Beweiserleichterungen im Haftungsrecht einzuführen, damit Verbraucher nicht auf Schäden sitzen blieben.

„Wenn ein Problem offenkundig wird, versuchen die Hersteller Schadensminimierung mit dem geringstmöglichen Aufwand – und möglicherweise zulasten der Verbraucher“, kritisierte Lell. Insofern zeige sich in der aktuellen Affäre um anfällige Mikrochips auch eine auffällige Parallele zum Dieselskandal: „Auch dort sollten Softwareupdates das Problem lösen, mit weiterhin unklaren Auswirkungen für die Konsumenten“, so der Verbraucherschützer. Neue Osnabrücker Zeitung

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