Streiks bei Lufthansa auf dem Rücken der Fluggäste – Wie Passagiere jetzt zu ihrem Recht kommen

Flughafenverband warnt vor Millionenschaden durch Streiks bei Lufthansa-Konzern

Streiks bei Lufthansa auf dem Rücken der Fluggäste – Wie Passagiere jetzt zu ihrem Recht kommen

Tausende Passagiere sind gezwungen, ihre Reisepläne zu ändern. „Mit dem bereits 14.Streik in Folge wird der Arbeitskampf erneut auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen. Eine vernünftige Lösung ist überfällig, damit der Luftverkehr in Deutschland schnell wieder voll funktioniert“, erklärt Eve Büchner, die Gründerin von refund.me. Was Passagiere jetzt wissen sollten Kunden, deren Flug von den Streikmaßnahmen betroffen sein wird, können ihren Flug kostenlos über die Webseite der Lufthansa sowie den Kundenservice umbuchen oder stornieren.

Haben Passagiere bei Flugannullierung immer Anspruch auf eine Entschädigungszahlung? Nein – in dieser Situation nicht, da es sich um einen von einer Gewerkschaft vorangekündigten Streik handelt. Eine Ausnahme gibt es: der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern. Wenn zum Beispiel die Hotline nicht erreichbar ist oder keine Mitarbeiter vor Ort sind, muss die Airline auch bei Streik entschädigen. „Passagiere sollten auf ihre Rechte pochen und sich von der Fluglinie nicht vorschnell zurückweisen lassen“, empfiehlt Sandra Rosenberg, COO von refund.me. Muss die Airline für Ersatzbeförderung sorgen? Ja – die Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, eine angemessene Ersatzbeförderung für ihre Passagiere zu organisieren. Diese sollten möglichst auf ein Angebot der Fluggesellschaft warten, bevor sie sich eigenhändig um einen alternativen Transport bemühen. Gegebenenfalls werden auch Transportgutscheine, zum Beispiel für die Bahn, ausgestellt. Wer kommt für Zusatzkosten auf?

Besonders ärgerlich ist es, wenn Fluggäste bereits ihre Reise angetreten haben und sie aufgrund des Streiks an einem fremden Ort unterbrechen müssen. Passagiere sollten darauf bestehen, dass die Fluggesellschaft eine Unterkunft organisiert und für Verpflegungskosten aufkommt. In der Regel wird dies über Übernachtungsgutscheine oder Gutscheine für Essen und Getränke am Flughafen geregelt. Haben Passagiere zusätzliche Kosten selbst getragen, sollten sie sich um eine Rückzahlung bei der Airline bemühen. Über refund.me Als globaler Dienstleister unterstützt das 2012 von der Unternehmerin Eve Büchner gegründete Start-up refund.me Flugpassagiere und Geschäftsreisende bei der Durchsetzung ihrer Entschädigungsansprüche für Verspätungen, Flugausfälle, verpasste Anschlussflüge und Umbuchungen entsprechend der EU Verordnung (EG) 261/2004. 2014 lobte die Financial Times das Unternehmen in ihrem „Innovative Lawyers Report“ als „legal industry pioneer“. refund.me ist für Passagiere aus mehr als 145 Länder aktiv und hat Ansprüche gegenüber mehr als 350 Fluggesellschaften mit einer Erfolgsquote von 98 Prozent durchgesetzt.

Weiterer Streikaufruf der Vereinigung Cockpit

Lufthansa nimmt mit vollkommenem Unverständnis zur Kenntnis, dass die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit noch vor Beginn des Streiks am Mittwoch bereits den nächsten für Donnerstag ankündigt. Damit wird dem Unternehmen und insbesondere seinen Kunden ein weiteres Mal großer Schaden durch die Vereinigung Cockpit zugefügt. Der Streikaufruf wurde auf der Internetseite der Gewerkschaft für den Donnerstag von 00:01 bis 23:59 Uhr verkündet. Betroffen sind erneut alle Lang- und Kurzstreckenflüge ab Deutschland.

Lufthansa wird umgehend die Vorbereitungen für die operative Bewältigung aufnehmen, um ihren Kunden möglichst bald Planungssicherheit zu geben. Bereits am Mittwoch müssen 876 Flüge ausfallen, darunter 51 Langstreckenflüge. Lufthansa bedauert und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, die dadurch für ihre Fluggäste entstehen.

Die Verlängerung des Streiks ist eine weitere Eskalation durch die VC, die zu noch mehr Verunsicherung bei unseren Kunden führt. Lufthansa hat der Gewerkschaft angeboten, gemeinsam eine Schlichtung anzurufen. Denn dieser Tarifkonflikt kann nur gelöst werden, wenn gemeinsam ein Kompromiss erarbeitet wird. Wenn sich die Gewerkschaft dieser Suche nach einer Lösung verschließt, verursacht sie jetzt einen vermeidbaren Schaden für alle betroffenen Kunden und für die 115.000 Kolleginnen und Kollegen der Lufthansa Group.

Die Group Airlines Eurowings, Germanwings, SWISS, Austrian Airlines, Air Dolomiti und Brussels Airlines werden nicht bestreikt. Flüge von und nach Deutschland, die von Group Airlines durchgeführt werden, sind von dem Streikaufruf ebenfalls nicht betroffen. Der Flugbetrieb an den Hubs Zürich, Wien und Brüssel findet planmäßig statt.

Lufthansa bittet alle Kunden, sich vor der Anreise zum Flughafen vorsorglich auf LH.com über den Status ihres Fluges zu informieren. Außerdem informiert Lufthansa alle Fluggäste, die ihre Kontaktdaten im Kundenprofil hinterlegt haben, per E-Mail oder SMS über etwaige Streichungen. Zudem können sich Kunden in Deutschland unter der kostenfreien Service-Hotline unter 0800 850 60 70 informieren. Deutsche Lufthansa AG

ADV-Hauptgeschäftsführer: Flughäfen immer häufiger Schauplatz für Tarifkonflikte

Osnabrück. Der Streik der Lufthansa-Piloten und des Kabinenpersonals bei Eurowings kann nach Schätzungen des deutschen Flughafenverbandes ADV einen Millionenschaden bei den Airports verursachen. ADV Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass Flughäfen immer häufiger Schauplatz von Tarifauseinandersetzungen seien. „Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel und geht weit über das vertretbare Maß hinaus“, so Beisel. Die zunehmenden Streiks schadeten dem Flughafenstandort Deutschland und dem Image des Luftverkehrs. Die Airports bewegten sich ohnehin in einem „sehr angespannten wirtschaftlichen Umfeld“. Streikbedingte Flugausfälle würden für die Standorte „unnötige zusätzliche Belastungen“ bedeuten.

Am Dienstag musste die Eurowings-Gruppe etwa jeden siebten Flug streichen, weil Kabinenpersonal streikte. Etwa 4100 Passagiere waren davon betroffen. Am Mittwoch will die Lufthansa 876 Flüge ausfallen lassen. Hintergrund ist ein angekündigter Arbeitsausstand der Piloten. Einen Eilantrag der Lufthansa dagegen hatte das Arbeitsgericht Frankfurt am Dienstagabend abgewiesen. Neue Osnabrücker Zeitung

Streiks bei Eurowings und Lufthansa: Tausende Passagiere betroffen

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