Strom: Großhandelspreise bleiben niedrig, aber Verbraucher zahlen mehr denn je

Keine Entspannung beim Strompreis, Gaspreis auf Vorjahresniveau

Strom: Großhandelspreise bleiben niedrig, aber Verbraucher zahlen mehr denn je

Strom ist an der Börse nach wie vor sehr günstig. Im Durchschnitt kostet eine Megawattstunde im Mai 19,43 Euro. Im Vergleich zur Preisspitze im September 2008 kaufen Stromanbieter aktuell um 78 Prozent günstiger ein. Der Wert im Mai liegt nur knapp über dem Vormonat April (16,35 Euro).*

Ganz anders das Bild bei den Verbraucherpreisen. Schon zu Beginn des Jahres hatten 677 Stromgrundversorger ihre Preise um durchschnittlich 6,8 Prozent erhöht. Ein Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 5.000 kWh zahlt im Mai durchschnittlich 1.649 Euro – so viel wie nie.**

Deutlich weniger als in der Grundversorgung zahlen Stromkunden bei alternativen Anbietern. Im Durchschnitt der zehn günstigsten Alternativanbietern zahlt ein Musterhaushalt im Mai für 5.000 kWh 1.369 Euro. Das sind rund 17 Prozent weniger als in der Grundversorgung.

„Alternative Stromanbieter reagieren deutlich schneller auf Preisnachlässe an der Börse und geben diese eher an die Endkunden weiter“, sagt Lasse Schmid. „Am einfachsten senken Verbraucher ihre Stromrechnung durch einen Wechsel zu einem günstigen Alternativanbieter.“

Der Anteil am Strompreis, den Versorger maßgeblich beeinflussen können – aus Beschaffung, Vertrieb und Marge – beträgt nur rund 23 Prozent. Der Rest entfällt auf Steuern, Umlagen oder Netzgebühren. Daher können Verbraucher nicht auf große Preissenkungen hoffen.

Anbieterwettbewerb senkt Strompreis – Gesamtersparnis von 311 Mio. Euro im Jahr

Die Tarife der alternativen Stromversorger sind deutlich günstiger als die Grundversorgung. So sparten Verbraucher innerhalb eines Jahres insgesamt 311 Mio. Euro. Das ergab eine repräsentative Studie der WIK-Consult, einer Tochter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK).***

Verbraucher, die Fragen zu ihrem Stromtarif haben, erhalten bei den CHECK24-Energieexperten an sieben Tagen die Woche eine persönliche Beratung per Telefon oder E-Mail. Über das Vergleichsportal abgeschlossene oder hochgeladene Energieverträge sehen und verwalten Kunden im Haushaltscenter.

*Quelle: Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE, Day Ahead Auktion, Nominale volumengewichtete Durchschnittspreise, nicht inflationsbereinigte Preise; Datenquelle: EPEX SPOT; letztes Update: 14.5.2020

**Der CHECK24-Strompreisindex berücksichtigt pro Netzgebiet den Preis des Grundversorgungstarifs, den jeweils günstigsten Tarif des Grundversorgers sowie den je günstigsten Tarif der zehn preiswertesten Alternativanbieter. Die Preisberechnung basiert auf dem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Musterhaushalts (5.000 kWh) und erfolgt einmal im Monat. Die Gewichtung wird jährlich anhand des Monitoringberichts der Bundesnetzagentur angepasst.¹

Weidel: Ökostrom-Planwirtschaft lässt Strompreis in der Corona-Krise explodieren

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.on warnt, die EEG-Umlage auf den Strompreis werde im kommenden Jahr „durch die Decke schießen“, weil ein Überangebot an Wind- und Solarstrom einer bedingt durch die Corona-Krise deutlich gesunkenen Nachfrage gegenübersteht.

Die Umlage, die die höheren Produktionskosten für sogenannten „Ökostrom“ zum tatsächlichen Marktpreis für Strom ausgleicht, könnte von derzeit 6,74 Cent pro Kilowattstunde auf über 8 Cent steigen.

Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag Alice Weidel:

„Aus der ‚Kugel Eis‘, die die EEG-Umlage mal jeden Haushalt im Monat kosten sollte, ist längst eine Eisbombe geworden. Die absehbare neuerliche Preisexplosion veranschaulicht die ganze Absurdität der Ökostrom-Planwirtschaft. In Wahrheit ging es dabei nie um Ökologie, ‚Klimaschutz‘ oder andere vorgeschobene hehre Ziele: Es geht vor allem darum, die Bürger abzukassieren, um die leistungslose Profitmaximierung der ‚Ökostrom‘-Lobby und ihrer Klientel zu bedienen.

Das Nasenwasser einer symbolischen Senkung der EEG-Umlage, mit der die Bundesregierung die Haushalte im Gegenzug zur CO2-Besteuerung entlasten wollte, verkehrt sich ins Gegenteil. Auch die EEG-Umlage, mit einem Anteil von 21 Prozent die größte staatlich verursachte Abgabe auf den Strompreis noch vor der Umsatzsteuer, wird ebenfalls weiter steigen. Zusammen mit der CO2-Steuer zahlen die Bürger also doppelt für die ‚Klimaschutz‘-Ideologie der Bundesregierung, die von grün-linken Lobbyisten getrieben wird.

Während die Strompreise für europäische Wettbewerber auch durch die deutsche Ökostrom-Überproduktion sinken, zahlen deutsche Haushalte und viele Unternehmen die mit Abstand höchsten Strompreise in Europa. Leidtragende sind vor allem Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen, Mittelständler, Gastronomen und kleine Gewerbetreibende, die schon von den Folgen des Corona-Shutdowns besonders schwer getroffen sind und um ihr Überleben kämpfen.

Das ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch ordnungspolitisch grotesk und widersinnig. Die logische Konsequenz daraus ist nicht die Umstellung der EEG-Umlage auf ein durch allgemeine Steuern finanziertes Modell, sondern ihre ersatzlose Abschaffung.“²

¹CHECK24 GmbH ²AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag

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