Stromkunden müssen offenbar 600 Million Euro zu viel zahlen

Strom und Gas werden 2019 teurer

Stromkunden müssen offenbar 600 Million Euro zu viel zahlen

Die Verbraucher werden im kommenden Jahr offenbar rund 600 Millionen Euro zu viel für Strom bezahlen müssen. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtet, geht dies aus einer neuen Strompreis-Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Hintergrund sind demnach die von rund 430 Versorgern angekündigten Preiserhöhungen im Durchschnitt von 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Die angeführten höheren Beschaffungskosten ließen aber nur eine Preissteigerung von einem Cent pro Kilowattstunde zu, heißt es in der Marktanalyse des Leverkusener Energie-Fachmanns Gunnar Harms. Hochgerechnet auf den Strombedarf aller Haushalte mit insgesamt 120 Milliarden Kilowattstunden im Jahr „ergibt sich ein Betrag von circa 600 Millionen Euro, der von den Unternehmen insgesamt zu viel vereinnahmt wird“.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Sinken die Beschaffungskosten wie in den letzten Jahren, geben die Energieversorger das nicht oder nur unzureichend an ihre privaten Endkunden weiter.“ Würden sie dagegen steigen, „legen die Versorger noch ordentlich einen Schnaps oben drauf“. Mit dem Wechsel des Anbieters könne man unter Umständen „eine Menge Geld sparen“.¹

Der Strompreis hielt 2018 sein Rekordniveau. Von Januar bis Dezember sank er im Durchschnitt lediglich um 0,3 Prozent. Stromkunden zahlen aktuell durchschnittlich 1.422 Euro für 5.000 kWh, zu Jahresbeginn waren es 1.426 Euro.

2019 wird Strom noch teurer. Grund dafür sind vor allem die gestiegenen Beschaffungskosten für die Versorger. Das lässt sich schon jetzt bei den alternativen Stromanbietern ablesen. Diese kaufen ihr Stromkontingent z. B. kurzfristiger an der Leipziger Strombörse ein. Mit Beginn des neuen Jahres legen dann die Grundversorger nach: 454 von ihnen haben seit September Preiserhöhungen von durchschnittlich 5,1 Prozent angekündigt – in der Spitze um bis zu 20 Prozent. Bei den meisten Versorgern gilt die Erhöhung ab 1. Januar 2019.

„Verbraucher zahlen schon seit langem Rekordpreise für Strom“, sagt Dr. Oliver Bohr, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „2019 müssen sie sich auf weitere Preissteigerungen einstellen.“

Gaspreise steigen erstmals wieder, 299 Grundversorger passen Preise an

Der durchschnittliche Gaspreis ist für Verbraucher von Januar bis Dezember 2018 um zwei Prozent gestiegen. Aktuell zahlen Gaskunden für 20.000 kWh im Durchschnitt 1.214 Euro. Im Januar waren es 1.190 Euro.

Für 2019 zeichnet sich bei Gas ein ähnliches Bild ab wie bei Strom. Bereits jetzt sind bei Alternativanbietern die Preise gestiegen. 299 Grundversorger haben seit September Preiserhöhungen um durchschnittlich 8,5 Prozent angekündigt – in der Spitze um bis zu 21 Prozent.

„Der Gaspreis steigt schon seit einigen Monaten“, sagt Dr. Oliver Bohr. „Grund dafür sind vor allem die höheren Beschaffungskosten. Die Börsenpreise sind zwischen März und Oktober um rund 50 Prozent gestiegen.“

Anbieterwettbewerb senkt Strom- und Gaspreis – Gesamtersparnis von 481 Mio. Euro im Jahr

Die Tarife der alternativen Strom- und Gasversorger sind deutlich günstiger als die Grundversorgung. So sparten Verbraucher innerhalb eines Jahres insgesamt 311 Mio. bei Strom und 170 Mio. Euro bei Gas. Das ergab eine repräsentative Studie der WIK-Consult, einer Tochter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK).²

¹Saarbrücker Zeitung ²CHECK24

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