Ausgemerkelt: FDP-Chef Lindner wirbt um AfD-Wähler

Kleinster Wahlsieger aller Zeiten

Dass die Große Koalition so miserabel abgeschnitten hat, liegt allerdings nicht nur an der CDU, dem allgemeinen Verdruss über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und ihrem wenig populären Spitzenkandidaten Frank Henkel. Es war auch Müllers leicht beleidigte, gerne bei anderen die Schuld suchende Art, die beide Regierungsparteien zusammen viele Prozentpunkte gekostet hat.

Ausgemerkelt: FDP-Chef Lindner wirbt um AfD-Wähler

Dieser Mangel an Mannschaftsgeist ist das größte Problem der Berliner SPD, das sie auch durch den Austausch von Koalitionspartnern kaum lösen wird. Rudi Wais – Badische Neueste Nachrichten

FDP-Chef Christian Lindner setzt für die kommenden Wahlen in NRW und im Bund darauf, frustrierte CDU-Wähler und AfD-Sympathisanten einzusammeln. „Wirtschaft, Bildung und eine seriöse Gegenposition zur Flüchtlingspolitik von Frau Merkel werden auch unseren NRW-Wahlkampf bestimmen“, sagte Lindner der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Die AfD-Wähler hätten rechts gewählt, um in Berlin eine umso linkere Regierung zu bekommen. „Das ist hoffentlich ein Warnsignal an alle Wähler in NRW, die nur aus Protest die AfD erwägen.“ Das Berliner Ergebnis wertete er als „Bestärkung für die FDP“. Rheinische Post

Diese heillos überschuldete Stadt wird unter ihren Möglichkeiten regiert und hat einen wenig charismatischen Bürgermeister, ihre Verwaltung ist überfordert und ihre Infrastruktur marode. Nein, es ist hier nicht von Bremen die Rede, nicht von der zehntgrößten Stadt Deutschlands, sondern von Berlin, der größten. Vieles ist dort ganz anders, aber manches eben auch nicht. Die AfD hat in Berlin mehr als 13 Prozent der Stimmen erreicht, auf nur etwas weniger Zuspruch könnte sie in Bremen laut einer Umfrage des WESER-KURIER vom Mai zählen.

In Berlin ist sie es vor allem, die dafür gesorgt hat, dass die sogenannte Große Koalition über keine Mehrheit mehr verfügt, weil die einstigen Volksparteien abermals abgestürzt sind. Rot-Grün-Rot ist nun das wahrscheinliche Bündnis, nachdem der rechte Rand erstarkt ist – ein Paradoxon, das nicht auf Berlin beschränkt bleiben wird. Denn wenn jetzt in Bremen gewählt würde, käme das rot-grüne Regierungsbündnis laut der Umfrage nicht mehr auf eine eigene Mehrheit. Auch in der Hansestadt hieße das wahrscheinlich Rot-Grün-Rot, mit der CDU wollte Carsten Sieling als Parteilinker wohl nicht regieren. Wieder wäre es das Erstarken der AfD, das die Regierung nach links versetzen würde.

Wenn die Menschen aber rechtere Parteien wählen und dann linkere Regierungen bekommen, wird das nicht gut gehen. Genauso wenig geht es gut, wenn die CDU (oder die CSU) die AfD rechts zu überholen versucht. Nur das bürgerliche Lager gemeinsam, das es nicht nur bei Union und FDP, sondern auch bei SPD und Grünen gibt, kann und muss darauf Antworten finden. Moritz Döbler – Weser-Kurier

Weder die roten Blumen von SPD-Chef Gabriel an den alten und vermutlich neuen Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller, noch der bemühte Ausspruch von CDU-Generalsekretär Peter Tauber, Berlin sei eine eigene Situation“ können darüber hinwegtäuschen: Auch in der Hauptstadt sind die beiden Volksparteien erneut abgestraft worden. Die CDU stürzt auf ein historisches Tief in Berlin, verliert wie die SPD über fünf Prozent im Vergleich zu den Wahlen von 2011. Sicher, Berlin ist ein eigenes Pflaster. Einer in Teilen unfassbaren Misswirtschaft, die ihren Höhepunkt seit Jahren im Neubau des Flughafens findet, standen sich zwei Spitzenkandidaten gegenüber, die niemals während der vergangenen Jahren den Eindruck machten, sie seien in der Lage, die anstehenden Probleme zu lösen.

Und dennoch: In einer Stadt, die wirtschaftlich stärker wächst als Bayern, müssten die Regierenden doch mehr Strahlkraft entwickeln. Berlin bietet das gleiche Bild wie Mecklenburg-Vorpommern vor zwei Wochen: Die Unzufriedenheit über die Flüchtlingspolitik überlagert alles und stärkt die Ränder. Erneut triumphiert die AfD, der Linken gelingt ein Satz nach oben. Selbst die FDP, 2011 schier aussichtslos abgeschlagen, zieht wieder ins Abgeordnetenhaus ein. Angela Merkel stehen schwere Wochen bevor. Gelingt es ihr nicht, vor den Parteitagen von CDU und CSU die Stimmung im Land zumindest zu beruhigen, geht ihre Kanzlerschaft dem Ende zu. Südwest Presse

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