Die Deutschen würden immer noch Jamaika wählen

 RTL/n-tv-Trendbarometer: CSU im Umfragetief

Wahlforscher Dieter Roth: Parteien sind zu Jamaika-Koalition „verdammt“ – „Merkel wird das durchsetzen“ – Koalition komme ihr aus machttaktischen Gründen gelegen Heidelberg. Politikwissenschaftler Dieter Roth, Gründer der „Forschungsgruppe Wahlen“, rechnet fest mit einer schwarz-gelb-grünen Regierungsbildung. „Union, Grüne und FDP sind zu dieser Koalition verdammt.

Die Deutschen würden immer noch Jamaika wählen

Frau Merkel wird das durchsetzen“, sagte Roth bei einer Veranstaltung der Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg). Spekulationen über eine Minderheitsregierung wies der Wahlforscher zurück. „Das will die Kanzlerin mit Sicherheit nicht, dann wäre sie ja total dirigiert von den CSU-Leuten.“ Stattdessen sei Merkel mit Blick auf die Machtkonstellation innerhalb der Union geradezu auf Koalitionspartner angewiesen, um ihre „sozialdemokratischen Zielsetzungen“, so Roth, durchzusetzen. „Sie braucht immer auch Argumente, dass ein Koalitionspartner sie zu einer bestimmten Politik zwingt“, erklärte er auf der Veranstaltung der Rhein-Neckar-Zeitung am Mittwochabend. Die Mannheimer „Forschungsgruppe Wahlen“ erstellt das ZDF-Politbarometer. der 78-jährige Dieter Roth gehört zu den Gründungsmitgliedern und saß bis 2003 im Vorstand. Rhein-Neckar-Zeitung

CDU und SPD mit Verlusten bei der Sonntagsfrage

Neue, alarmierende Umfragewerte für die CSU im aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometer: Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL würden – wenn jetzt die Landtagswahl wäre – nur noch 38 Prozent der Bayern, die zur Wahl gehen, für die CSU stimmen. 2013 waren es noch 47,7 Prozent. Bei einer Bundestagswahl würden nur noch 36 Prozent der bayerischen Wähler für die CSU stimmen – das sind fast 3 Prozentpunkte weniger als am 24. September. Bereits am Freitag hatte das RTL/-n-tv-Trendbarometer repräsentative forsa-Zahlen veröffentlicht, wonach mit 72 Prozent fast drei Viertel der Bayern dafür sind, dass Horst Seehofer seine Ämter als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender aufgibt und damit den Weg für einen Nachfolger frei macht. forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Die CSU hat unter der Führung von Horst Seehofer ihre einstige extreme Bindekraft von rechts bis Mitte links eingebüßt. Sogar jeder fünfte CSU-Anhänger (22 Prozent) würde bei einer Bundestagswahl lieber CDU als CSU wählen.“

Bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin erwartet die Mehrheit der Bayern (74 Prozent), dass die Christsozialen sich kompromissbereit zeigen. Nur 24 Prozent der Befragten verlangen, dass die CSU einer Koalition nur dann beitritt, „wenn sie viele ihrer Forderungen (zum Beispiel eine Obergrenze für Flüchtlinge) durchsetzt“. Sogar unter den CSU-Anhängern erwarten 71 Prozent von ihrer Partei Kompromissbereitschaft – lediglich die Gefolgschaft der AfD will mit einer überwältigenden Mehrheit von 91 Prozent, dass die CSU zum Beispiel beim Flüchtlingsthema hart bleibt. Prof. Güllner schließt daraus: „Die CSU kann in Bayern verloren gegangenes Vertrauen nicht durch einen Konflikt mit der CDU in Berlin wieder zurückgewinnen, sondern nur damit, dass sie die Ursachen ihres Vertrauensschwundes in Bayern beseitigt.“

Zuspruch zu Jamaika wächst; CDU- und SPD-Werte bei Sonntags-Frage sinken: Hat Jamaika schon ausgedient, bevor das Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen überhaupt zustande gekommen ist? Die von den Bürgern im RTL/n-tv-Trendbarometer geäußerten, aktuellen Wahlabsichten stützen diese Auffassung nicht. forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL: „Würde der Bundestag jetzt neu gewählt, würden die drei politischen Gruppen, die diese Koalition bilden wollen (Union, FDP und Grüne) mit zusammen 54 Prozent sogar etwas mehr Stimmen erhalten als am 24. September – damals waren es 52,5 Prozent.“ Die aktuellen Wahlabsichten der Bundesbürger im Vergleich zur Bundestagswahl: CDU/CSU 32 Prozent (Bundestagswahl 32,9 Prozent), SPD 20 Prozent (20,5), FDP 12 Prozent (10,7), Grüne 10 Prozent (8,9), Linke 9 Prozent (9,2), AfD 12 Prozent (12,6). Der Anteil der Nichtwähler läge mit 21 Prozent etwas unter dem Anteil bei der Bundestagswahl (23,8 Prozent).

Schulz immer noch chancenlos

Angela Merkel bleibt für die Deutschen weiterhin Erste Wahl für das Kanzleramt. In der aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL erklärten 50 Prozent, sie würden sich im Fall einer Direktwahl für die Amtsinhaberin entscheiden – das sind allerdings zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Für SPD-Chef Martin Schulz würden nach wie vor 22 Prozent votieren. 28 Prozent würden sich für keinen von beiden entscheiden. Bei den Anhängern der Union ist das Vertrauen zur Kanzlerin mit 90 Prozent besonders hoch, der Rückhalt für Schulz liegt bei den eigenen Wählern dagegen nur bei 60 Prozent. 21 Prozent der SPD-Anhänger würden sich für Merkel entscheiden, aber nur 3 Prozent der Unions-Wähler für Schulz. Quelle RTL/n-tv-Trendbarometer. Mediengruppe RTL Deutschland

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