Ex-Trump-Berater will Demokratie in Europa stärken

Ex-Trump-Berater Bannon: "Großes Vertrauen in die neue, junge Führung der AfD"

Ex-Trump-Berater will Demokratie in Europa stärken

Der ehemalige Chefstratege des Weißen Hauses, Steve Bannon, lobt das Personal der AfD: „Ich habe großes Vertrauen in die neue, junge Führung der Alternative für Deutschland“, sagt er der Wochenzeitung DIE ZEIT. „Wenn ich mir Alice Weidel und Beatrix von Storch anschaue, dann denke ich, dass sie im Laufe der Zeit in der Lage sein werden, die Mittelklasse anzusprechen und einem jungen Publikum Populismus und Nationalismus näherzubringen.“

Bannon kündigt an, in naher Zukunft auch nach Deutschland zu kommen. „Das große geostrategische Ereignis des Jahrhunderts wird China gegen die USA, der Kampf um hegemoniale Macht. Deutschland ist ein Teil dessen. Und deshalb will ich auch sobald wie möglich nach Deutschland kommen“, so Bannon im Interview mit der ZEIT.

Bannon, 64, war sieben Monate lang Chefstratege unter US-Präsident Donald Trump. Im August 2017 wurde er entlassen. Derzeit reist er durch Europa und trifft Politiker diverser rechter Parteien, unter anderem in der Schweiz, Italien und in Frankreich. Seine jüngste Reise führte ihn auch nach Prag und Budapest. DIE ZEIT

Rechts-Ideologe Bannon in Europa aktiv

Wo immer Rechtspopulisten zwischen Berlin, London, Rom, Paris, Budapest, Warschau oder Bern zuletzt ihre Nasen hervorstreckten oder bei Wahlen punkteten, war ein Trittbrettfahrer nicht weit: Steve Bannon. Der vor einem Jahr vom Hofe Donald Trumps fortgejagte Ideologe erweckte dabei den Eindruck, als müssten die nationalistischen Strömungen von AfD über Ukip bis zum Front National nur durch einen klugen Kopf – ihn selbst – fusioniert werden.

Mit dieser vor Hybris strotzenden Idee will Bannon nun die Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019 beeinflussen. Herbeigezwungen werden soll ein rechtslastiges Abgeordneten-Sammelbecken, das den Tajanis, Junckers und Tusks mit einer Art Euro-Trumpismus das Fürchten lehrt. Bevor die Nervosität über den unerwünschten Entwicklungshelfer in Sachen Revolution in Hysterie umkippt: Bannon ist nicht zu unterschätzen. Er kann Netzwerke und Geld mobilisieren. Und er hat Erfahrung bei der Etablierung von Propaganda-Dreckschleudern und der Manipulation von Volksstimmungen via Internet.

Aber: Bannon ist und bleibt ein Möchtegern-Kaiser ohne Kleider. Hinter der Fassade des Anti-Globalisierungs-Kreuzzüglers steht ein großer Verlierer, der seinen rapiden Bedeutungsverfall in Amerika mit einer Auslandstournee wettmachen will. Seine Provokation vor den Wahlen zum EU-Parlament muss für die etablierten Parteien Auftrag sein, Rechtspopulisten intelligenter entgegenzutreten und Widerstandsfähigkeit zu beweisen. Dirk Hautkapp, Washington – Neue Westfälische

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