Gabriel will auch nicht mit AfD ins Fernsehen

SPD-Chef Sigmar Gabriel will sich nicht mit AfD-Vertretern in Talkshows setzen

Gabriel will auch nicht mit AfD ins Fernsehen

Zu möglichen künftigen Entscheidungen sagte Gabriel: „Das kommt auf die Person an. Wenn das einer ist, der die Todesstrafe wieder einführen will, um Leute wie mich an die Wand zu stellen, dann werde ich mich mit dem sicherlich nicht in eine Talkshow setzen. Solche Irren gibt es bei der AfD ja zuhauf.“ Rheinische Post

Die Nerven im Landtag liegen blank

Die Nerven im Landtag liegen blank. Dass SPD-Fraktionschef Norbert Römer die CDU mit seinen Worten aus dem Plenarsaal treiben konnte, war vielleicht auf beiden Seiten kalkuliert; sicher aber nicht nötig. Es zeigt: Die Flüchtlingskrise und die Diskussionen um die Kölner Ausschreitungen haben das politische Klima vergiftet. Eigentlich wollte die CDU in dieser Sitzung die Ministerpräsidentin dazu bringen, auch mit AfD-Vertretern in einer Talkshow zu reden. Das ist politisch perfide. Natürlich muss auch die Landeschefin mit den Rechtsauslegern diskutieren, aber sie sollte es nicht mit jedem und in jeder Form tun.

Es war von Kraft nicht klug, jede Diskussion mit der AfD kategorisch abzulehnen. Die CDU hingegen muss für sich lösen, wie sie mit bedenklichen Sprüchen einzelner ihrer Mandatsträger umgeht. Die Auseinandersetzung mit der AfD muss Aufgabe aller verantwortungsbewussten Fraktionen in Bundes- und Landtag sein. Argumente und Tatsachen von Hetze und Parolen zu trennen – das ist in der heutigen Medienwelt nicht immer leicht. Aber es ist für die Demokratie überlebenswichtig. Statt sich gegenseitig zu zerfleischen, sollten die Demokraten einig sein. Wo die Feinde stehen, ist nicht zu übersehen. Manfred Lachniet Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

Die AfD hat in der Elefantenrunde nichts zu suchen

„Mit ihrer Forderung, dass der SWR auch die AfD zur „Elefantenrunde“ ins Studio einladen muss, liegen erfahrene Journalisten wie Ulf Poschardt oder Nikolaus Brender falsch. Talkshows sind der falsche Ort, um sich mit den Thesen der AfD auseinanderzusetzen. Die AfD ist keine normale Partei“, erklärt Bülend Ürük, Chefredakteur vom Branchendienst kress.de.

„Zur DNA dieser Partei gehört ihr Janus-Kopf: in Talkshows gibt sie sich bürgerlich-moderat und verschleiert gezielt ihre wahren Positionen. Ihr Funktionärsapparat und die Drahtzieher im Hintergrund sind von Leuten mit rechtsextremer Vergangenheit (aller Schattierungen) durchsetzt. Ihre wahren Positionen sind ein Cocktail aus Menschenverachtung, Rassismus und Hass. Sie sind moderne Rechtsextremisten in Nadelstreifen und Kostüm, die mit der Mehrdeutigkeit ihres völkischen Raunens, ihrer rassistischen Aussagen stets spielen“, stellt Bülend Ürük fest.

Und Ürük fügt hinzu: „Talkshows sind die ideale Plattform für die AfD, die stets als Wolf im Schafspelz auftritt. Ihre Spitzenleute sind immer ein „Dementi auf zwei Beinen“. Wenn – wie jüngst bei „Hart aber fair“ – Herr Gauland mit belastbaren Vorwürfen konfrontiert wird, windet er sich heraus, verwässert und lenkt ab. Hier handelt es sich um ein Muster. Die Vorwürfe werden in solchen Sendungen nicht geklärt, aber sie binden Zeit, fokussieren das Gespräch auf die AfD, die wiederum alle Möglichkeiten hat, sich als brave, besorgte Bürger zu inszenieren.“

In seinem Kommentar fordert Bülend Ürük einen „Parteien-Check AfD“: „Um die AfD zu entziffern, brauchen Fernsehsendungen andere Formate, die einordnen, belegen, dokumentieren. Um der gespaltenen Rhetorik der AfD nicht auf den Leim zu gehen, sind Formate wie ein „Parteien-Check AfD“ nötig. Solche Formate gibt es ja auch zu sonst zu allen möglichen Themen. Alle Untersuchungen zeigen: Die Wählerinnen und Wähler wissen fast nichts über die AfD und ihre wahren Absichten. Die Medien-Verantwortlichen müssen neue Formate erfinden, neue Ideen präsentieren, um das Doppelspiel der AfD zu entlarven.“ kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük

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