Heute jung, morgen arm – schuften für eine Mini-Rente?

Bankenverband: Negativzinsen sollen nicht an Privatkunden weitergereicht werden

Heute jung, morgen arm – schuften für eine Mini-Rente?

Der Deutsche Bankenverband geht nicht davon aus, dass Privatkunden, wie etwa Sparer, mit Negativzinsen belastet werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Michael Kemmer, sagte am Donnerstag im rbb-Inforadio, dazu sei der Wettbewerb im Privatkundenbereich zu hart. Kemmer erklärte aber auch, dass Banken keine Wohltätigkeitsunternehmen seien und nicht vom Staat finanziert würden. Wegen der Zinslage müssten die Geldinstitute deshalb nach anderen Ertragsquellen Ausschau halten. Zu den Niedrigzinsen im Euro-Raum sagte Kemmer: „Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass diese Niedrigzins-Situation, die uns allen nicht gefällt, nicht zu lange anhält.“

Kemmer bekannte sich zugleich klar zur Euro-Zone. „Es ist richtig, dass wir den euopäischen Währungsraum haben. Man muss vielleicht an ein paar Ecken und Kanten noch schleifen, aber die Politik darf EZB-Präsident Draghi nicht alleine lassen. Und das ist das, was wir im Moment ein bisschen sehen.“ Rundfunk Berlin- Brandenburg

ifo-Präsident Fuest lobt und tadelt die Europäische Zentralbank

Der neue ifo-Präsident Clemens Fuest hat EZB-Präsident Mario Draghi gelobt dafür, dass er die Idee des Helikoptergeldes fallengelassen hat. „Das finde ich gut. Denn Helikoptergeld würde die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik untergraben“, sagte Fuest am Donnerstag in München. Draghi hatte zuvor erklärt: „Wir haben nie darüber gesprochen.“ Fuest fügte an, es sei auch richtig, wenn Draghi sage, die Regierungen Europas hätten bislang „viel zu wenig getan“ für Reformen. „Er möge gehört werden mit seiner Mahnung. Die Geldpolitik kann nicht als Ersatz für Reformen dienen. Hier muss die Politik dringend nachbessern“, sagte Fuest.

Kritisch dagegen sieht Fuest den Plan der Zentralbank, Unternehmensanleihen auch am Primärmarkt zu kaufen. Damit könnten Firmen ihre Risiken auf die EZB verlagern. „Zwar wäre eine Beschränkung auf den Sekundärmarkt nur ein schwacher Schutz vor dem Erwerb überteuerter Anleihen durch die EZB, aber immerhin ein Signal dafür, dass das Kaufprogramm nicht dazu da ist, Risiken aus faulen Unternehmenskrediten zu vergemeinschaften.“ – ifo und CESifo

Renten bei Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) unsicher

Nicola Beer (FDP): Nicht Eigenvorsorge, Niedrigzinspolitik beenden

Die Renten sind bei Nahles ebenso unsicher wie bei ihrem CDU-Vorgänger Norbert Blüm. Wir werden immer weniger und immer älter – trotzdem hat die Große Koalition das Renteneintrittsalter auf 63 abgesenkt und diskutiert jetzt auch noch die Lebensleistungsrente. Das ist unverantwortlich.

Zweifel an Vorsorge – etwa durch die Riester-Rente

Diese Zweifel hat die Große Koalition selbst zu verantworten. Damit muss Schluss sein! Angesichts der demografischen Entwicklung ist private und betriebliche Altersvorsorge dringlicher denn je. Nicht die Eigenvorsorge, sondern die künstlich herbeigeführte Niedrigzinspolitik muss beendet werden. – FDP

Plan ohne Akzeptanz – Schäubles Rente mit 70 fällt durch

Es darf aber füglichst bezweifelt werden, dass es sich bei allen anderen Deutschen ebenso verhält. Manche können nicht bis 70 arbeiten, viele wollen es auch nicht. Einige schöne Jahre ohne Arbeitsbelastung zum Lebensabend sehnen sich nicht wenige herbei. Insofern dürfte es kaum überraschen, dass der Schäuble-Vorschlag auf nicht allzu viel Gegenliebe stößt.

Gedankenspielen von Bundesfinanzminister Schäuble hinsichtlich einer Rente mit 70

Seit Rot-Grün einst die Senkung des Rentenniveaus beschlossen hat und den Rohrkrepierer namens Riester-Rente als Lösung aller Probleme auf diesem Felde erfand, wird an der Rente herumgeschraubt. Ein anständiges Auskommen mit selbiger aber werden künftig immer weniger Menschen haben. Das verführt natürlich zu allerlei Gedankenspielen. Man sollte diese aber erst öffentlich machen, wenn sie einigermaßen erfolgversprechend sind. Der Plan einer Rente mit 70 ist es definitiv nicht, denn ihm fehlt die gesellschaftliche Akzeptanz!

Das Problem: Es soll bei den Rentnern weiter gespart werden. Das Gespenst der Altersarmut spukt weiter herum. Und ob die Masse der Senioren bis zum Alter von 70 Jahren überhaupt einen Arbeitsplatz haben wird, steht in den Sternen. Sonst würde sich das Ganze nämlich nur als verkappte Rentenkürzung erweisen. Auch darum ist Schäubles Plan wenig realistisch.

Was nicht bedeutet, dass nicht endlich ein wirklichkeitsnaher Diskurs über die zunehmend alternde Gesellschaft und deren Finanzierung nötig ist. Hier bringt sich ein schwieriges Problemfeld für die Politik und die Gesellschaft in Erinnerung. – Axel Zacharias, Thüringische Landeszeitung

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.