Höhere Mütterrente ab Januar 2019

Hoher Symbolwert der Mütterrente

Höhere Mütterrente ab Januar 2019

Ist eine Mutter dem Staat weniger wert, nur weil sie ihre Kinder vor 1992 geboren hat? Ist eine Mutter weniger wert, weil sie nur ein oder zwei, nicht aber drei Kinder geboren hat? Vom kommenden Jahr an sollen sich diese Fragen nicht mehr stellen. Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) will die Ungerechtigkeiten bei der Mütterrente auf einen Schlag beseitigen und damit sogar noch über die vertraglichen Vereinbarungen der Großen Koalition hinausgehen. Die betroffenen Mütter, aber auch die Union, die eine Angleichung im Wahlkampf versprochen hatte, werden es ihm danken.

Eine Frage allerdings bleibt unbeantwortet: Wer soll das bezahlen? Da macht es sich der Minister leicht und verweist lapidar darauf, dass man ohnehin über eine »deutlich stärkere Steuerfinanzierung der Rente« reden müsse. Im Klartext: Die Kinder der jetzt bei der Rente besser gestellten Mütter werden künftig noch mehr zahlen müssen, ohne selbst Aussicht auf eine wirklich auskömmliche Alterssicherung zu haben. Vom viel beschworenen Generationenvertrag bei der Rente ist nicht mehr viel übrig geblieben. Westfalen-Blatt

Bei der Mütterrente geht es um mehr als um eine Erhöhung der Altersbezüge. Die Generation der Frauen, die vor 1992 ihre Kinder geboren haben, hatte oft keine Chance, Beruf und Familie zu vereinbaren. So ist die Mütterrente auch eine symbolische Anerkennung für das, was die Frauen bei der Erziehung der Kinder leisteten. Die Arbeit dieser Mütter wiegt das Plus in der Rente bei weitem nicht auf. Übrigens ist es egal, ob die Frauen ein, zwei oder drei Kinder großzogen – nur eine Minderheit konnte dazu berufstätig sein. Daher ist die Bundesregierung gut beraten, eine Erhöhung der Mütterrente nicht allein den Großfamilien-Müttern zugutekommen zu lassen.

Eine höhere Mütterrente darf aber weder den gesetzten Finanzrahmen sprengen noch mit einem Griff in die Rentenkasse finanziert werden. Denn auf die Rentenkassen kommen noch andere Aufgaben zu. Wenn ab 2025 die Baby-Boomer-Generation in den Ruhestand geht, werden die Beiträge zur gesetzlichen Rente steigen, während für die jüngeren Rentenjahrgänge das Niveau sinken wird. Die Bundesregierung möchte diese Entwicklung aufhalten und setzt dafür eine Rentenkommission ein. Aber auch diese Kommission kann das Geld nicht drucken.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will zum 1. Januar 2019 die Mütterrente erhöhen und zugleich sein erstes umfangreiches Rentenpaket in Kraft setzen. „Wir heben die Rente für Mütter oder auch Väter, die vor 1992 geborene Kinder erzogen haben, zum 1. Januar 2019 an“, sagte Heil der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass von der Erhöhung nur Mütter und Väter mit drei und mehr Kindern profitieren sollen. Heil erwägt, davon abzuweichen. „Ich muss und werde den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung beachten“, sagte der SPD-Politiker, der seinen Gesetzentwurf zur „Mütterrente II“ in „einigen Wochen“ vorlegen will.

Zum 1. Januar 2019 soll neben der Erhöhung der Mütterrente ein umfangreiches Rentenpaket in Kraft treten. „Wir wollen in diesem Jahr ein erstes großes Rentenpaket auf den Weg bringen, das ab 1. Januar 2019 wirken soll“, sagte Heil. Darin gehe es zum einen darum, bis 2025 das Rentenniveau bei 48 Prozent und die Beitragssätze zu stabilisieren. „Zweitens werden wir die Erwerbsminderungsrenten verbessern. Betroffene sollen künftig so viel Rente bekommen, als hätten sie nicht nur bis zum 62., sondern bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet.“ Auch die Rentenkommission, die Vorschläge für eine langfristige Stabilisierung des Rentensystems machen soll, soll noch vor der Sommerpause ihre Arbeit aufnehmen.

Bei der Finanzierung der Rente setzt Heil auf mehr Steuermittel. „Mitte der 20er Jahre werden die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Wenn wir die Leistungen der Rente dann nicht einschränken und die Beiträge stabil halten wollen, werden wir insgesamt in Zukunft über eine deutlich stärkere Steuerfinanzierung der Rente reden müssen.“ Rheinische Post

DasParlament

7 Antworten zu "Höhere Mütterrente ab Januar 2019"

  1. Margitta   Freitag, 13. Juli 2018, 20:25 um 20:25

    Ich wäre auch der Meinung dieser Mütter.Zudem erkrankte ich ei halbes Jahr vor meinem 60 Geburtstag an Krebs.Deshalb bekomme ich Erwebsunfähigkeitsrente.Mit welchen Recht wird den Menschen die nichts dafür können weniger Rente

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  2. Helga Sommer   Freitag, 13. Juli 2018, 19:13 um 19:13

    Mütterrente , warum nun wieder dieser Unterschied.Bin ich als Mutter von 2 Kindern also weniger wert? Ich verstehe das Verhalten der C S U überhaupt nicht, Müttern nur ab 3 Kindern diese Rente zu zahlen.Darüber sollte Herr Hubertus Heil noch mal nachdenken.

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  3. Sonja Hölzl   Donnerstag, 12. Juli 2018, 19:55 um 19:55

    Ich bin der Meinung allen Müttern die vor 1992 Kinder geboren haben steht die Mütterrenten Gleichstellung zu. Bis 1972 durfte eine Frau und Mutter ohne Erlaubnis des Ehemanns nicht arbeiten, auch wenn sie es wegen einer späteren eigenen Rente wollte. Diese Mütter sind in der heutigen Zeit der Rente auf jeden Cent angewiesen. Auch viele Alleinerziehende mit einem oder zwei Kindern, die damals vielleicht auch noch ohne Berufsausbildung durch die damalige Nachkriegszeit in armen Verhältnissen leben mußten brauchen heute jeden Euro. Das muss man auch berücksichtigen und darf man nicht vergessen. Sie waren mit Fleiß und Sparsamkeit am Aufbau von Familie und Wohlstand am stärksten betroffen.

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  4. Heidi Brown   Dienstag, 10. Juli 2018, 16:28 um 16:28

    Was soll das mit einen halben Punkt ? Uns allen steht ein ganzer Punkt zu !

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  5. Brigitte Rüger   Donnerstag, 28. Juni 2018, 20:47 um 20:47

    Das kann ja wohl nicht wahr sein. Sind wir Mütter mit einem oder zwei Kinder weniger wert? Meine beiden Söhne sind mittlerweile erwachsen, haben einen gut bezahlten Job, zahlen somit hohe Rentenbeiträge und hohe Lohnsteuer. Früher gab es keine Ganztagskita, kein Elterngeld und niedriges Kindergeld. Somit habe ich auch nur eine kleine Rente, wie viele Mütter. Der dritte Rentenpunkt wäre für uns Mütter, die vor 1992 ihre Kinder bekamen, ein Lichtblick.
    Wäre gut, dies Herrn Hubertus Heil zu übermitteln.
    Im Namen aller älteren Mütter

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  6. Werner B   Dienstag, 12. Juni 2018, 15:25 um 15:25

    Mütterrente 2 für alle wäre weitaus gerechter. Es gibt sehr viele Mütter die 3 Kinder hatten
    und mehr Rente bekommen als Mütter mit 1 und 2 Kindern. Besser ein halber Punkt als gar keinen. Das Verhalten der CSU ist unverständlich wenn sie darauf bestehen dass nur Mütter mit 3 und mehr Kindern die Rente bekommen sollen.

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    • Helga Sturm   Donnerstag, 28. Juni 2018, 21:15 um 21:15

      Bin ich mit einem Kind nicht so viel wert, als eine Mutter mit 3 Kindern. Ich finde das ist Diskriminierend.

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