Hofreiter fordert Berliner Signal für Bonner Klima-Konferenz

Klimapolitik zwischen Gipfeldiplomatie und Realität

In Bonn tagen ab Montag zwei Wochen lang Klimaexperten und Politiker aus aller Welt, um über Maßnahmen gegen den Klimawandel zu beraten. Anstelle einer auf allen vorangegangenen Klimakonferenzen angestrebten Reduktion der CO2-Emissionen ist der weltweite Ausstoß an CO2 aktuell sogar noch einmal angestiegen.

Hofreiter fordert Berliner Signal für Bonner Klima-Konferenz

Nach dem von US-Präsident Trump verkündeten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen bemüht sich der Rest der Welt um die globale Klimarettung. Dennoch scheint das Ziel, die Erderwärmung unter zwei Grad zu drücken, ferner denn je. Auch Deutschland wird seine ehrgeizigen Klimaziele aller Voraussicht nach nicht erreichen können. Lassen sich die Ergebnisse vom Pariser Gipfel trotzdem fortschreiben? Welche Rolle spielt Gastgeber Deutschland auf der Klimakonferenz? Und welchen Einfluss hat der Gipfel auf die Klimagespräche der Jamaika-Sondierer? Diese und weitere Fragen diskutiert Michaela Kolster mit ihren Gästen bei Unter den Linden, u.a. mit Dr. Julia Verlinden, Energiepolitische Expertin Bündnis 90 / Die Grünen. phoenix-Kommunikation

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat FDP und Union vor der Bonner Klimakonferenz aufgerufen, einem konkreten Plan zur Einhaltung des Klimaschutzziels 2020 zuzustimmen. „Der internationale Klimaschutz braucht in den kommenden Tagen ein klares Signal aus den Sondierungsgesprächen in Berlin. Dafür braucht es einen konkreten Plan, wie die Klimaschutzziele bis 2020 eingehalten werden sollen“, sagte Hofreiter der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Bisher zeigten sich Union und FDP in den Jamaika-Sondierungen dazu aber nicht bereit. „Anstatt konkret zu werden, fallen FDP und Teile der Union hinter ihren eigenen Versprechungen zurück“, kritisierte Hofreiter. Der Klimaschutz erfordere den Ausstieg aus der Kohle, den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und den Umstieg auf emissionsfreie Mobilität. „Aber es ist eben auch ein erbitterter Kampf gegen die Lobbys der fossilen Wirtschaft“, sagte Hofreiter. Am Montag beginnt in Bonn die Klimakonferenz von fast 200 Nationen. Rheinische Post

Drei EU-Kommissare bei UN-Klimakonferenz in Bonn nächste Woche

Ab Montag, den 6. November, findet in Bonn für zwei Wochen die 23. Konferenz der UN-Klimarahmenkonvention (COP23) unter dem Vorsitz von Fidschi statt. In Bonn kommen Minister und Regierungsbeamte sowie eine Vielzahl von Vertretern der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft zusammen, um über den Klimawandel, seine Auswirkungen, Verpflichtungen und Klimaziele zu sprechen. Der für den Klimaschutz und Energie zuständige Kommissar Miguel Arias Cañete, der Vizepräsident für die Energieunion, Maroš Šefčovic, und Karmenu Vella, zuständig für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei werden an der Konferenz teilnehmen.

Zudem wird die Europäische Union durch den estnischen Umweltminister Siim Kiisler vertreten, da Estland derzeit den Ratsvorsitz innehat.

Vizepräsident Šefčovic wird am 12. November am Klimagipfel der lokalen und regionalen Entscheidungsträger teilnehmen, um das Engagement der EU im Rahmen globaler Initiativen von Städten und Kommunalregierungen zu bekräftigen. Hierbei soll auch der globale Bürgermeisterkonvent für Klima und Energie, dessen Co-Vorsitzender Šefčovic ist, eingeleitet werden. Am 10. November wird Kommissar Karmenu Vella auf dem EU-Ozeantag über die Notwendigkeit einer kombinierten Agenda für Ozeane und Klimawandel sprechen.

Die Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und des Kyoto-Protokolls finden sich in Bonn zu ihrem jährlichen Treffen zusammen, um zu erörtern, wie internationale Klimaschutzmaßnahmen vorangebracht und Entscheidungen umgesetzt werden können, um Verpflichtungen einzuhalten. In diesem Jahr werden die Parteien die wichtigen Elemente des Pariser Abkommens besprechen und einen Aktionsplan für die Zeit bis 2020 erarbeiten.

Während der Konferenz wird die EU mehr als 100 Nebenveranstaltungen im EU-Pavillon in Bonn ausrichten. Diese Veranstaltungen, die von verschiedenen Ländern und Organisationen aus Europa und dem Rest der Welt organisiert werden, befassen sich mit einem breiten Spektrum klimabezogener Themen, von der Energiewende über die Rolle von Wäldern und Ozeanen, Klimafinanzierung, Forschung und Innovation bis hin zur Bewertung von Klimarisiken. Europäische Union

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