Islamgesetz: Bosbach unterstützt Forderungen von CSU-Generalsekretär Scheuer

Forderung nach Islamgesetz

Deutsch als »religiöse Amtssprache« ist kein Allheilmittel gegen Extremismus. Ein Beispiel ist Pierre Vogel. Der Konvertit aus Frechen gilt als einer der einflussreichsten hiesigen Salafisten, der seine Hasspredigten auch auf Deutsch verbreitet. Weder in der katholischen Kirche noch in Synagogen wird ausschließlich auf Deutsch gepredigt. Messen christlich-orthodoxer Glaubensgemeinschaften, etwa aus Syrien oder Russland, werden in den jeweiligen Landessprachen gehalten. Auch sie müssten dann auf die »Amtssprache« Deutsch umstellen. Mit den Umfragewerten der AfD im Nacken sind Scheuers Forderungen wohl eher populistisches Geschrei als ein ernstzunehmender Gesetzesvorschlag. Die Entscheidung, welcher Imam, Pfarrer oder Rabbi eingestellt werden soll, trifft die jeweilige Gemeinde, nicht der Staat. Zumal der Ruf nach Ausbildungsmöglichkeiten für Imame in Deutschland nicht neu ist. Vier Lehrstühle für Islamische Theologie existieren bereits. Westfalen-Blatt

Forderung nach Islamgesetz

Die Forderungen von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zur Ausbildung von Imamen in Deutschland und einem Ende der Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland findet Unterstützung in der CDU. Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe), es gebe einen „dringenden Handlungsbedarf“. Die Forderung sei richtig, dass Imame, „die bei uns lehren und für die Moscheegemeinden arbeiten, in Deutschland ausgebildet sein müssten“.

Dann würden sie nicht nur die gesellschaftlichen Verhältnisse kennen, sondern es würden auch „keine Lehrinhalte verbreitet werden, die mit den Normen unserer freiheitlich demokratischen Ordnung nicht vereinbar sind“.

Zugleich betonte Bosbach, die Türkei oder Saudi-Arabien finanzierten Moscheen und Moscheegemeinden in Deutschland, „weil sie von außen politischen Einfluss auf die Arbeit dieser Gemeinden nehmen wollen“. Dass sei aber nicht „integrationsfördernd und kann daher nicht im Interesse unseres Landes sein“. Saarbrücker Zeitung

Türkische Gemeinde will sich Deutsch in Moscheen nicht vorschreiben lassen

Vorsitzender Sofuoglu: Eingriff in die freie Religionsausübung

Osnabrück. In der Debatte um ein Islam-Gesetz will sich die Türkische Gemeinde in Deutschland nicht die Sprache Deutsch in Moscheen vorschreiben lassen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoglu: „Deutsch für Predigten in Moscheen festzulegen, ist ein Eingriff in die freie Religionsausübung. In katholischen Kirchen wird ja auch noch Latein gesprochen.“ Sofuoglu hält ein solches Gesetz zudem für verfassungswidrig: „Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit. Es ist verfassungswidrig, für eine einzelne Religion ein Gesetz zu erlassen.“

Es sei falsch, Moscheen unter Generalverdacht zu stellen: „Da wird mit dem Finger auf Muslime gezeigt. Das ist diskriminierend und stigmatisierend.“ Sofuoglu wertet den Vorschlag aus den Reihen der Union als reinen Populismus: „Das ist ein Versuch von CDU und CSU, die AfD rechts zu überholen.“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde stellte sich aber hinter die Idee, dass in Deutschland aktive Imame auch in Deutschland ausgebildet werden sollten: „Wer hier studiert hat, ist hier sozialisiert und hat einen realistischeren Blick auf die Gesellschaft“, sagte Sofuoglu.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat ein deutsches Islam-Gesetz gefordert, CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach unterstützt den Vorschlag.

Grünen-Chefin kritisiert CSU-Vorstoß für „Deutschpflicht an Moscheen“

Peter: CSU-Vorstoß für Islamgesetz befeuert Vorurteile – „Von Sprachverboten halten wir nichts“

Osnabrück. Grünen-Vorsitzende Simone Peter hat die CSU-Pläne für ein Islamgesetz kritisiert. Die Union liefere sich einen Überbietungswettbewerb beim Thema Integration, sagte Peter der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Gestern habe es den „CDU-Ruf nach Integrationszwang“ gegeben, heute folge der CSU-Vorstoß „für eine Deutschpflicht in Moscheen“. Da liege die Frage nahe, ob bald auch das Kirchenlatein und das hebräische Schalom dem Aktionismus der CSU zum Opfer falle, spottete Peter.

Die Grünen hätten seit Langem gefordert, dass mehr Imame in Deutschland ausgebildet würden und dass es dafür die geeigneten Strukturen gebe. „Von Sprachverboten aber halten wir nichts“, erklärte Peter. Statt jeden Tag aufs Neue „vorurteilsbeladene Debatten zu befeuern“, sollten CDU und CSU besser echte Integrationshemmnisse beseitigen, und zwar den Mangel an Integrations- und Sprachkursen sowie die Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat ein deutsches Islam-Gesetz gefordert. Es solle die Finanzierung von Moscheen und Imamen aus dem Ausland beenden, sagte er der „Welt“. „Wir müssen uns stärker und kritischer mit dem politischen Islam auseinandersetzen, denn er hintertreibt, dass sich Menschen bei uns integrieren. Dazu brauchen wir ein Islam-Gesetz“, meinte der Politiker. Neue Osnabrücker Zeitung

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