Kramp-Karrenbauer sieht ihren Verdienst für CDU in Aussöhnung mit der CSU

Annegret Kramp-Karrenbauer: "Dass ich eine Frau bin, hat sicher geholfen."

Kramp-Karrenbauer sieht ihren Verdienst für CDU in Aussöhnung mit der CSU

Die scheidende CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht ihren Verdienst für die Partei in der Aussöhnung mit der Schwesterpartei CSU. „In meiner Zeit ist gelungen, dass die Partei wieder zusammengerückt ist, und wir haben uns mit der CSU ausgesöhnt. Damit haben wir eine gute Arbeitsgrundlage hinbekommen. Wir können gut in das Wahljahr 2021 starten“, sagte Kramp-Karrenbauer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Sie verwies darauf, sie sei „im Wissen“ angetreten, „dass die Zeit nach der Ära von Angela Merkel als Parteivorsitzende unruhig ist“. Sie habe „eine Partei übernommen, die sehr gespalten aufgetreten ist, wie sich bei meiner Wahl gezeigt hat“. Kramp-Karrenbauer betonte auch, dass die Partei in ihrer Zeit Fortschritte in der Programmatik etwa der Klimapolitik und in der Debatte um das neue Grundsatzprogramm wie „in unserer digitalen Organisation“ erzielt habe. Auf die Frage, ob sie ihren Entschluss vom Februar zum Rückzug vom Parteivorsitz bedauere, sagte Kramp-Karrenbauer: „Es gibt nichts zu bedauern.“¹

Schäuble wollte Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Chefin im Amt halten

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wollte die noch amtierende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer von einem Amtsverzicht noch in letzter Sekunde abhalten. „Ich bin ihr gegen meine Gewohnheit während ihrer Erklärung im Parteipräsidium ins Wort gefallen, aber da war die Nachricht auch schon verbreitet“, sagte Schäuble dem Nachrichtenportal nw.de in Ostwestfalen-Lippe. Es werde nun eine neue Erfahrung für die Union sein und auch für Deutschland, dass die Kanzlerin selbst entscheidet, wann sie aufhört. „Angela Merkel hat die Chance, selbstbestimmt aufzuhören, und das hat sie auch verdient“, sagte Schäuble.»²

Die Parteichefin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, verdankt ihre Politikerlaufbahn der Tatsache, dass sie eine Frau ist. Im von der Audio Alliance produzierten Podcast „Wickert trifft.“ des Journalisten, Autors und Ex-Tagesthemen-Moderators Ulrich Wickert verrät sie, dass sie zweimal von solchen Chancen profitiert hat: „Ich habe zum ersten Mal für den Bundestag kandidiert, weil da auf einem Platz eine Frau gesucht wurde – und ich war gerade zur Stelle.“ Auch bei ihrer Ernennung zur ersten deutschen Innenministerin unter Ministerpräsident Peter Müller sei ihr Geschlecht von Vorteil gewesen, so AKK. Der Podcast ist ab sofort auf der Plattform Audio Now abrufbar.

In „Wickert trifft.“ spricht Kramp-Karrenbauer auch von Vorurteilen gegenüber Frauen, die nach wie vor vorherrschen. „Als Frau muss man andere Fragen beantworten, das ist heute immer noch so“, sagt sie in der aktuellen Podcast-Folge. Als sie 1998 für Klaus Töpfer in den Bundestag nachgerückt sei, habe sie sich sehr über die Reaktionen in ihren Wahlkreis-Verbänden geärgert: „Ich bin so oft gefragt worden: Wie machen Sie das und was wird aus Ihren Kindern? Und das von Männern, die ich schon lange kannte und von denen ich wusste, dass sie ihre Freizeit mehr im Gemeinderat verbringen als zu Hause.“

Ihre Karriere habe auch Auswirkung auf die Rollenverteilung in ihrer Familie gehabt, so Kramp-Karrenbauer: „Wir haben für eine konservative Familie ein ungewöhnliches Familienmodell gelebt, wir haben nämlich die Rollen getauscht. Das heißt, als unsere Kinder sehr klein waren und ich angefangen habe, politische Karriere zu machen, ist mein Mann zu Hause geblieben und ich bin arbeiten gegangen.“³

¹Rheinische Post ²Neue Westfälische ³RTL Radio Deutschland GmbH

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