Özdemirs angekündigte Spitzenkandidatur bei den Grünen

Grüne Wahlstrategien

Özdemirs angekündigte Spitzenkandidatur bei den Grünen

Für diesen Kurs steht vor allem Cem Özdemir, der nun das getan hat, was man von ihm als Parteichef erwarten muss: Er stellt sich der Urwahl, bei der die Parteimitglieder zum Jahreswechsel über die Spitzenkandidatur 2017 entscheiden. Die Option zu kneifen hatte Özdemir nicht. So nimmt der Schwabe mit türkischen Wurzeln die Chance wahr, die sich ihm gerade bietet: Nach Trittin 2013 die Rolle des Chef-Grünen für 2017 zu übernehmen. Die Partei braucht eine für die Wähler eindeutig erkennbare Führungsfigur, kein Team mit diffuser Machtbalance. Dass Wahlerfolge auch davon abhängen, haben die Grünen in Baden-Württemberg erfahren. Birgit Marschall, Rheinische Post

Grüne Wahlstrategien

Dass Cem Özdemir seinen Hut für die Spitzenkandidatur in den Ring wirft, ist logisch, folgerichtig – und höchste Zeit. Seit acht Jahren steht der „anatolische Schwabe“ an der Spitze der Bundesgrünen. Will er nicht als Prinz Charles in die Annalen eingehen, muss er diesen Führungsanspruch auch für die wichtigste Wahl anmelden. Ansonsten würde er als Parteichef eine „lame duck“. Dass er nun springt, hat aber vor allem mit den Umständen zu tun. Während die Grünen im Bund noch immer vergeblich auf das Ende der Depression warten, zeigt die Partei im Südwesten gerade, wozu sie fähig ist – vorausgesetzt, sie hat die bürgerliche Mitte im Blick und dazu den passenden Kandidaten.

Özdemir ist zwar kein zweiter Kretschmann, aber die Überzeugungen sind vergleichbar. Wäre er Spitzenkandidat, würde er die Grünen noch weiter kompatibel zur CDU machen – als Alternative zur SPD. Eine ganz andere Frage ist, ob seine Partei da mitspielt. Zwar zollt auch die Parteilinke den Baden-Württembergern zurzeit viel Lob, aber ganz geheuer ist vielen dieser Weg nicht. Zumindest werden die Grünen bei der Urwahl darauf achten, die geplante Doppelspitze auch mit Blick auf die Inhalte paritätisch zu besetzen. Bleibt es dabei, dass als Kandidatin allein Katrin Göring-Eckardt antritt, die den Realo-Flügel vertritt, wird es für den Realo Özdemir eng. Stuttgarter Zeitung

Grüne/Spitzenkandidatur

In der Hauptstadt haben zugewanderte Schwaben nicht viel zu lachen: Sie werden für gentrifizierte Bezirke, immer teurere Brötchen und Ökolimonade in den Cafés verantwortlich gemacht. Fällt irgendjemand mit seiner südwestdeutschen Mundart in der Stadt auf, so rümpft mancher Einheimische die Nase. Ein ähnliches Szenario ist derzeit bei Bündnis 90/Die Grünen zu beobachten. Denn dort findet eine Übernahme statt, die sich seit einigen Jahren vollzieht – und bei der immer weniger Parteimitglieder die Nase rümpfen. Auch hier sind Schwaben die Übeltäter: Zum einen Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und zum anderen Cem Özdemir, einer der Vorsitzenden der Bundespartei. Letzterer hat am Wochenende seine Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl im kommenden Jahr angekündigt.

Dabei hat er seine Skepsis gegenüber Rot-Grün im Bund kundgetan. Baden-Württemberg ist eine Bastion des unionsfreundlichen Realflügels der Grünen. Neben Kretschmann und Özdemir sind die beiden Oberbürgermeister Boris Palmer (Tübingen) und Dieter Salomon (Freiburg) politische Schwergewichte im Lände. Oswald Metzger, eine Art Wegbereiter der Übernahme, hat bereits vor Jahren zur CDU rübergemacht. Bei dem aktuellen Zustand der Grünen wäre das nicht nötig gewesen. Da wäre Metzger vermutlich auf Parteitagen gefeiert worden – so wie Kretschmann und Özdemir es jetzt werden. neues deutschland

stern-RTL-Wahltrend: Grüne verlieren

Der Höhenflug der Grünen, die mit 14 Prozent ihren besten Wert seit dem Sommer 2013 erreicht hatten, gerät ins Stocken. Im stern-RTL-Wahltrend büßen sie im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ein und liegen jetzt wieder bei 13 Prozent.

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