Prominente Kölner verurteilen Erdogan-Besuch in Köln

Staatsbesuch von Erdogan

Prominente Kölner verurteilen Erdogan-Besuch in Köln

Am vergangenen Samstag kam Erdogan zur Einweihung einer neuen Ditib-Moschee nach Köln. Erdogans Botschaft heißt: Ich stärke Ditib den Rücken! Geradeso, als hätte es nie Spitzel-Imame und von Osmanen bewachte Moscheen wie in Heilbronn gegeben. So spaltet Erdogan die in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln: Wo sollen die, die den selbst ernannten Reis, also den Führer, kritisch sehen, beten, ohne bespitzelt, eingeschüchtert, denunziert zu werden? Hier müssen Kommunen, Länder und der Bund Abhilfe schaffen. Sie müssen türkischstämmige Muslime unterstützen, Moscheen einzurichten, in denen in Deutschland ausgebildete und deutsch predigende Vorbeter das Wort und damit die Meinung führen.¹

Wahrung von Bürgerrechten gefordert

Prominente Bürger der Stadt Köln wenden sich im „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit kritischen Botschaften an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der an diesem Samstag die Stadt besucht und die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib im Stadtteil Ehrenfeld eröffnet. „Ihr Besuch gibt Gelegenheit, die Partnerschaft wiederzubeleben, jedenfalls einen Anfang zu machen“, schreibt der frühere Bundesinnenminister und Menschenrechtsaktivist Gerhart Baum (FDP). „Das wird nur funktionieren, wenn Sie den ruinösen Weg eines autoritären Regimes verlassen. Ihren Worten müssen Taten folgen. Lassen Sie in einem ersten Schritt die politischen Gefangenen frei und gewähren Sie Meinungsfreiheit.“

Ähnlich äußerte sich der Publizist Günter Wallraff. Die Freilassung der inhaftierten Journalisten und aller Deutscher sei die Mindestvoraussetzung für finanzielle Hilfen Deutschlands an die Türkei. „Wer wie Sie alle Probleme in der Türkei mit staatlicher Gewalt aus der Welt schaffen will, der endet in der Diktatur. Die Türkei befindet sich auf dem schlimmsten Wege dorthin“, so der Schriftsteller. Die freiheitsliebenden Deutsch-Türken hierzulande seien bedrückt über Erdogans Besuch, konstatiert die Publizistin Alice Schwarzer. Über Erdogans „antiemanzipatorische, antidemokratische repressive Politik können wir uns keine Illusionen machen, so die Herausgeberin der feministischen Zeitschrift „Emma“.

Schwarzer nennt die „Mega-Moschee“ in Köln „eine gewaltige Propaganda-Zentrale für Ihre anti-demokratische Politik“. Der Moderator Jürgen Domian sprach von Erdogans Besuch als einer Provokation. „Meine türkischstämmigen und muslimischen Freunde und ich heißen Sie in Köln nicht willkommen.“ Erdogan solle zunächst „sein Land in Ordnung bringen“ und Repräsentanten des deutschen Staates nicht „als Nazis beschimpfen“. „Dann können Sie gern wiederkommen.“²

¹Stuttgarter Nachrichten ²Kölner Stadt-Anzeiger

DasParlament

Eine Antwort auf "Prominente Kölner verurteilen Erdogan-Besuch in Köln"

  1. Buerger   Mittwoch, 3. Oktober 2018, 9:42 um 9:42

    Nicht nur Prominente in Köln verurteilen Erdogans Besuch in Köln.
    Ich denke 80-90% der Deutschen Bevölkerung verurteilen überhaupt das man diesem Diktator so eine Plattform wie den Staatsbesuch und die angebliche Moschee Eröffnung geboten hat.

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